Die finanzielle Situation der Gemeinde Wutach ist nach dem Corona-Jahr 2020 ganz passabel und auf jeden Fall besser als befürchtet. Dies gab Bürgermeister Christian Mauch in der Gemeinderatssitzung am Donnerstagabend bekannt, in der über den Haushaltsplan 2021 beraten und beschlossen wurde.

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Dass Wutach noch auf ganz stabilen finanziellen Beinen steht, hat nach den Worten des Bürgermeisters damit zu tun, dass befürchtete Einbrüche bei der Gewerbesteuer kaum aufgetreten sind und seitens des Landes eine pauschale Kompensationszahlung eingegangen ist. Zudem sei der Kopfbetrag für die Schlüsselzuweisungen erhöht worden. Die Einnahmen seien somit insgesamt stabil geblieben. Gleichzeitig sei die Kommune schon frühzeitig in den Krisenmodus eingestiegen. Das heißt, es wurde auf die Ausgabenbremse gedrückt, wo dies möglich war. Insofern kann auf eine im Jahr 2020 vorgesehene Kreditaufnahme voraussichtlich verzichtet werden.

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Die Ausgangsposition für das Haushaltsjahr 2021 ist somit recht gut, bestätigte auch Rechnungsamtsleiter Arnold Hettich, der das Planwerk nach dem neuen kommunalen Haushaltsrecht aufgestellt hat. Stolze 311 Seiten umfasst das Zahlenwerk, dessen wesentliche Bestandteile der sogenannte Ergebnishaushalt und der Finanzhaushalt sind. Wie Arnold Hettich erläuterte, ist der Ergebnishaushalt am ehesten mit dem früheren Verwaltungshaushalt zu vergleichen, in dem die laufenden Kosten der Gemeinde verbucht waren. Ein wesentlicher Unterschied sei aber, dass nun die Abschreibungen im Sinne der Nachhaltigkeit tatsächlich erwirtschaftet werden müssen. Dazu mussten sämtliche Vermögenswerte der Gemeinde ermittelt werden.

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Unterm Strich weist der Ergebnishaushalt einen Verlust in Höhe von 251.400 Euro aus, was eben auf die Abschreibungen zurückzuführen ist, die netto 295.900 Euro betragen. Rechnet man diese nicht zahlungswirksamen Vorgänge heraus, ergibt sich ein Zahlungsmittelüberschuss in Höhe von 44.500 Euro. Diese Summe ist mit der im alten Haushaltssystem aufgeführten Zuführungsrate zu vergleichen. Wutach kann also noch auf eigene Mittel für Investitionen zurückgreifen. Zurückgreifen kann man auch auf eine stolze Summe an liquiden Mitteln, die früher Rücklagen genannt wurden. Insofern kann auch in 2021 investiert werden, wenngleich – so Arnold Hettich – eine Kreditaufnahme notwendig werden wird.

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Insgesamt sind im Haushaltplan 2021 Investitionen mit Kosten in Höhe von 2,85 Millionen Euro vorgesehen. Erneut eine stattliche Summe für die kleine Gemeinde Wutach. 1,92 Millionen können über Einnahmen (dazu gehören Zuschüsse und Zuwendungen) abgedeckt werden, somit bleibt ein Finanzierungsbedarf in Höhe von rund 931.000 Euro. 500.000 Euro können über die liquiden Mittel der Gemeinde beigesteuert werden, der Rest soll über eine Kreditaufnahme (430.100 Euro) finanziert werden.

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Als größte Investitionen in 2021 nannte Arnold Hettich die Weiterführung der Sanierung und Erweiterung der Wutachhalle. 1,86 Millionen Euro werden hierfür in diesem Jahr zur Verfügung gestellt, an Zuweisungen werden 1,45 Millionen fließen. Auch beim Breitbandausbau werden 2021 noch Restkosten anfallen – rund 400.000 Euro, wobei man hier mit Einnahmen durch Zuweisungen und Beiträge in Höhe von 96.500 Euro rechnet. Für das neue Feuerwehrfahrzeug liegt der Kostenanteil 2021 bei 193.000 Euro (Zuweisung vom Land 155.200 Euro. Und dann wäre da noch die Erschließung des Baugebietes Liebhaldenweg II in Münchingen, in die im laufenden Haushaltjahr rund 120.000 Euro investiert werden sollen.

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Erfreulich dabei: Es bestehe bereits reges Interesse an den Bauplätzen, so Hettich. Mit weiteren Investition will sich die Kommune vorsichtshalber etwas zurückhalten. Lediglich kleinere Beträge sind für den Erwerb beweglicher Sachen für die Grundschule, die Feuerwehr, Kindergarten, Bauhof und die Verwaltung vorgesehen. Ebenso für eine mögliche Erweiterung des Nahwärmenetzes. Für den Erwerb von Grundstücken will man 105.000 Euro zur Verfügung stellen. Im Plan nicht veranschlagt wurden Mittel für die Erschließung des Gewerbegebietes „Vor Gärten“, das hier das Bebauungsplanverfahren erst im Dezember 2020 eingeleitet wurde. Gegebenenfalls müssten hier später noch über einen Nachtragshaushaltsplan Mittel zur Verfügung gestellt werden, erläuterte Arnold Hettich. Der Gemeinderat stimmte dem Planwerk einstimmig zu.