Die Kinderbetreuung ist in Stühlingen ein aktuelles Thema. Unter dem Begriff Bildungslandschaft Stühlingen soll in den nächsten Jahren das Angebot wachsen. Als alternative Möglichkeiten sind nun ein Natur- und Waldkindergarten sowie ein Bauernhofkindergarten im Gespräch.

Für eine mögliche Umsetzung steht die Stadt Stühlingen im Austausch mit dem Ja-Verein (Jung und Alt, attraktives Dorfleben Stühlingen-Mauchen). Warum? Und warum ein Waldkindergarten? Hintergründe zum Projekt.

  • Natur- und Waldkindergarten: Die Vorstellung der Machbarkeitsstudie für eine bedarfsgerechte Zukunftsentwicklung der Bildungslandschaft Stühlingen mit Workshop im Juli 2021 hatte einige gute Ideen vorgebracht. Darunter auch die alternativen Möglichkeiten Bauernhofkindergarten und Natur -und Waldkindergarten.

Die Idee ist schon vor Jahren gereift

Bereits vor Jahren hatte der Ja-Verein die Idee eines Waldkindergartens. Es entstand ein Spielwäldchen mit Bauwagen, Barfußpfad und Grillplatz.

Das Spielwäldchen in Mauchen.
Das Spielwäldchen in Mauchen. | Bild: Yvonne Würth

„Es war die Idee von Thekla Korhummel und Sandra Kuppel vom Ja-Verein, dass die Genossenschaft Kita Natura mit Sitz in Schönberg-Krummbek in Schleswig-Holstein Träger des Waldkindergartens Mauchen sein könnte. Sie waren beide Feuer und Flamme. Auch vom Gemeinderat wurde dies begrüßt, solche Angebote können uns je 20 Plätze abnehmen“, erklärt Hauptamtsleiter Andreas Mosmann.

Der Ja-Verein hat bereits eine Präsentation verfasst, die in einer der nächsten Gemeinderatssitzungen vorgestellt wird. Die 40 Plätze sind für Kinder im Alter zwischen 3 und 6 Jahren, gedacht zu Kernöffnungszeiten von 7.30 bis 13.30 Uhr.

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Hauptamt freut sich über Zusatzangebot

Andreas Mosmann freut sich sehr über dieses zusätzliche Angebot. Manuela Harder-Holle ist Projektkoordinatorin des Natur- und Waldkindergartens. Außerdem leitet die Erzieherin bereits die Kleinkindgruppe des Ja-Vereins. „Wir sind angesprochen worden von der Gemeinde Stühlingen und sollten eine Ergänzung bieten, um der Vielfalt der Betreuungsangebote gerecht zu werden“, erklärt die Vorsitzende Thekla Korhummel.

Angebot für Kinder aus der ganzen Region

Die operative Geschäftsführerin Sandra Kuppel erstellt derzeit die Konzeption: „Die Erfahrung in Grafenhausen zeigt, dass es nicht Kinder aus dem Ort sind, sondern aus der ganzen Region, die dieses alternative Angebot nutzen.“ Die Nachhaltigkeit gehört zum Konzept, es ist eine Bio-Toilette angedacht.

Zum Start generierte die Vorsitzende Thekla Korhummel einen Betrag von 500 Euro. Das Geld kam beim Stühlinger Frühling zusammen, beim Stand von Landimmobilien Thekla Korhummel – Vermittlung mit Herz.

  • Bauernhofkindergarten: Auf einem Bauernhofkindergarten können die Drei- bis Sechsjährigen die biologische Vielfalt (Biodiversität) erleben. Sie bekommen eine nachhaltige Bildung für Ernährung und Gesundheit, sie lernen die schönen Seiten des Landlebens kennen.

Anfrage bei Landwirtschaftsbetrieben

Angedacht sei, dass die Genossenschaft Kita Natura als Träger mit Unterstützung des Ja-Vereins beide Kindergärten führt, sowohl den Natur- und Walkindergarten Mauchen als auch den Bauernhofkindergarten mit insgesamt 40 Plätzen. Ehemalige und aktuelle landwirtschaftliche Betriebe auf Stühlinger Gemarkung wurden angefragt.

Die Stadt Stühlingen hat sich im Namen einer Familie bei der Genossenschaft Kita Natura beworben. Die Familie zeigte sich sehr offen und bereitwillig für die Idee des Bauernhofkindergartens auf dem eigenen Hof. Eine Besichtigung im Juni wird zeigen, ob die Räumlichkeiten geeignet sind für einen Bauernhofkindergarten.

  • Kindergartenplätze für Kinder aus der Ukraine: Um den aktuellen Bedarf für Kinder festzustellen, die aus der Ukraine geflüchtet sind und sich in Stühlingen aufhalten, übermittelte die Stadt Stühlingen die Zahlen für eine Umfrage des Gemeindetags Baden-Württemberg. Ende April waren es sechs Kinder im Alter bis drei Jahre, neun Kinder im Regelkindergartenalter, weitere neun Kinder im Grundschulalter und 18 Kinder zwischen zehn und 16 Jahren sowie vier Jugendliche zwischen 16 und 18 Jahre.

Im Moment keine Ukrainer in den Kindergärten

Aktuell werden die Kinder nicht von der Stadt betreut. „Es gibt keinen Anspruch auf eine offizielle Kinderbetreuung, in den Kindergärten sind keine Kinder aus der Ukraine im Moment. Denn es besteht bereits in einzelnen Kindergärten eine Warteliste auch für die einheimischen Kinder, alles andere wäre ungerecht“, erklärt Hauptamtsleiter Andreas Mosmann.

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