Ein Zeichen der Verbundenheit setzt eine Gruppe von Stühlingern mit dem täglichen Sprachunterricht für Neubürger. Rangina Zamani lebt seit Jahren in Deutschland, sie ist verheiratet mit Zaher Zamani, Arzt im Medizinischen Versorgungszentrum des Hegau-Bodensee-Klinikums Stühlingen/Krankenhaus Loreto. Sie erinnert sich sehr gut daran, wie sie vor 25 Jahren als Flüchtling von Afghanistan nach Deutschland gekommen ist. Damals konnte sie kein Deutsch und hatte Mühe, Kontakt zu bekommen und die Kultur kennenzulernen. Mittlerweile gibt die Lehrerin ihr Wissen gerne weiter: „Integration geht nur über Sprache.“ Die Abiturientin Aya Amir Ali und Blanka Bleil sind ebenfalls regelmäßig aktiv, zusammen decken die drei Frauen alle Wochentage ab, sodass die Sprachschüler täglich mit fachlicher Unterstützung lernen können.

Bei der Geschäftsführerin Martina Porten-Dengg fanden die Frauen offene Ohren, sie bot als täglichen Lernort das Café „Weilers“ der Pflegeeinrichtung in den Brunnenwiesen in Stühlingen an. „Das ist erstaunlich, es wird immer Deutsch gesprochen und so lange erklärt, bis es alle verstehen. Es ist hoch interessant“, sagt Porten-Dengg.

Martina Porten-Dengg (links), Geschäftsführerin der Pflegeeinrichtungen Stühlingen und des Café „Weilers“, und Lehrerin Rangina Zamani (rechts) freuen sich über die rege Beteiligung der Sprachschüler.
Martina Porten-Dengg (links), Geschäftsführerin der Pflegeeinrichtungen Stühlingen und des Café „Weilers“, und Lehrerin Rangina Zamani (rechts) freuen sich über die rege Beteiligung der Sprachschüler. | Bild: Yvonne Würth

Einige Sprachschüler arbeiten in der Pflegeeinrichtung, so kam der Kontakt zustande. Für alle ist es inzwischen nahezu Routine, täglich zum Sprachkurs zu gehen, auch weitet sich der Einzugsraum. Die Sprachschüler fahren mittlerweile sogar aus Bad Säckingen nach Stühlingen. Sie fühlen sich sehr unterstützt und sind voller Dankbarkeit. Vor allem morgens kommen viele, wenn die Kinder in der Schule sind.

Auch das lesen Lernen gehört dazu, nicht jeder der Sprachschüler hatte im Heimatland die Möglichkeit dazu.
Auch das lesen Lernen gehört dazu, nicht jeder der Sprachschüler hatte im Heimatland die Möglichkeit dazu. | Bild: Yvonne Würth

Dass auch Analphabeten dabei sind und den ersten Kontakt mit Schriftsprache im fortgeschrittenen Alter meistern können, bestätigt die engagierten Kursleiterinnen. Niemand fühlt sich bloßgestellt, auch untereinander hilft jeder jedem im Rahmen seiner Fähigkeiten. Was so weit geht, dass auch bereits in Kleingruppen zu Hause Intensivkurse für die Niveaustufen des Deutschen Sprachdiploms angeboten werden.

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