Wutach – Susanne Schmidt-Barfod aus Wutach beteiligte sich als Mitglied der Steuerungsgruppe des Aktionsprogramms Kommune – Frauen in die Politik an der Erstellung eines Aktionsplans für den Landkreis Waldshut (siehe Infobox). Stefan Limberger-Andris unterhielt sich mit ihr über die Frage, wie Frauen für Kommunalpolitik begeistert werden können.

Frau Schmidt-Barfod, Gibt es aus Ihrer Erfahrung, allgemein gesehen, tatsächlich zu wenig Frauen, die sich für Kommunalpolitik interessieren?

Ich finde schon, dass es zu wenig Frauen gibt, die sich für Kommunalpolitik interessieren und sich zutrauen, die dortigen Aufgaben zu bewältigen.

Die Listen zur Kommunalwahl der UWW und der CDU in Wutach waren 2019 männerdominiert und mit jeweils lediglich einer Kandidatin bestückt. In Nachbarkommunen wie Bonndorf und Grafenhausen gab es deutlich mehr Kandidatinnen. Woran lag‘s?

Es ist wahnsinnig schwierig, eine solche Liste zu füllen. Bei Frauen ist es noch schwieriger. Frauen engagieren sich zumeist ehrenamtlich in Vereinen, sind in Beruf und Familie gefordert. Sie trauen sich zu wenig zu, Politik sollen die Männer machen.

Was bewegt Sie, sich an dem Aktionsprogramm Kommune – Frauen in die Politik teilzunehmen?

Mich bewegt, dass jede Frau die Lust hat, aktiv mitzuarbeiten, dies auch tut und sich dies zutraut. Dies tun Männer auch, außerdem kann man alles erlernen. Frauen haben nochmal einen anderen Blick auf die Dinge, und das bereichert die Ratsarbeit.

Wie wollen Sie beispielsweise in Wutach für mehr weibliches Engagement bei der Ratskandidatur werben?

Ich werde Frauen ansprechen, von denen ich denke, dass die Ratsarbeit ihnen Spaß machen würde und denen es auch Freude macht, in unserer Gemeinde mitzuarbeiten. Ich freue mich auch, wenn ich zur Sache angesprochen werde. Wir müssen auch etwas dafür tun, dass die Demokratie erhalten bleibt. Mitarbeit ist wichtig.

Sollte es Ihrer Meinung nach eine Frauenquote bei der Besetzung eines Gemeinderatsgremiums geben?

Eine Frauenquote halte ich nicht für den richtigen Weg. Frauen sollen im Gemeinderat mitarbeiten, weil es ihnen Spaß macht, und wenn Frauen Frauen unterstützen, dann brauchen wir keine Quote.

Wie bedeutsam halten Sie Parteizugehörigkeiten für die Ratsarbeit?

Parteizugehörigkeit im Gemeinderat ist überhaupt nicht wichtig. Jede und jeder vertritt seine Meinung, egal welcher Partei man angehört. Und gemeinsam findet man eine Lösung.

Macht es Ihnen Freude, Gemeinderätin zu sein?

Ja ich bin sehr gerne Gemeinderätin. Es macht mir Freude, mich für unsere Gemeinde einzusetzen. Ich fühle mich sehr wohl und akzeptiert im Kreise meiner Kolleginnen und Kollegen.

Fragen: Stefan Limberger-Andris