Das Nahwärmenetz Wutach wird künftig ohne fossile Brennstoffe betrieben. Die Vorbereitungen zum Erweiterungsbau neben der bestehenden Heizzentrale am Hallenbad Wutach sind abgeschlossen, der Bau des neuen Gebäudes beginnt in diesen Tagen. Die Pelletanlage soll im Januar eingebaut und im ersten Jahresquartal in Betrieb gehen, so Bürgermeister Christian Mauch. Der Gemeinderat wird sich in einer kommenden Sitzung mit dem Wärmeabnahmepreis beschäftigen.

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Nach monatelanger Wartezeit – es fand sich zunächst kein Bieter für die öffentliche Ausschreibung – macht sich das Nahwärmenetz Wutach voraussichtlich im ersten Jahresquartal 2023 durch den Einbau einer Pelletheizung in der Zentrale am Hallenbad unabhängig von fossilen Brennstoffen. Bislang wurde das Nahwärmenetz bereits über Verbrennung durch Hackschnitzel mit Wärme versorgt. Bürgermeister Christian Mauch unterrichtete dem Gemeinderat in jüngster Sitzung, dass der Ersatz einer in Spitzenlastzeiten bislang zusätzlich mit Öl betriebenen Anlage im Januar erfolgen soll. Die Pelletheizung kostet die Gemeinde rund 278.500 Euro (netto). Die Nebenkosten eingerechnet, wird die Maßnahme rund 300.000 Euro kosten, bestätigte Christian Mauch auf Anfrage.

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Das Ratsgremium hatte im Februar dem Austausch der Ölfeuerungsanlage zugestimmt, im laufenden kommunalen Haushalt sind rund 260 000 Euro für den Einbau eine Pelletanlage samt Lagerraum eingestellt. Die ursprünglich geplante Nennwärmeleistung von 240 Kilowatt (kW) war auf 400 kW erhöht worden, um ausreichende Leistungsreserven zu haben. War zunächst eine Erweiterung direkt am Hallenbadgebäude vorgesehen, muss der neue Bau (12,5 mal 4,5 Meter Grundfläche) vom bestehenden Nahwärmegebäude nach Norden abgerückt werden, um die Überbauung vorhandener Leitungen zu vermeiden.

Ein Lager für Pellets

Ein zunächst geplanter rund zehn Meter hoher Pellet-Silo mit einem Fassungsvermögen von rund 50 Kubikmetern wird nicht verwirklicht, stattdessen das Pelletlager in das künftige Gebäude integriert, erläuterte Christian Mauch weiter. Die eingelagerten Pellets können 148 000 kWh Wärme (Heizwert von rund 15.000 Liter Heizöl) erzeugen.

Das Ratsgremium werde sich in einer den nächsten Sitzungen mit dem Wärmeabnahmepreis für die Kunden beschäftigen, so der Bürgermeister. Es werde wohl angesichts der Marktsituation eine Preiserhöhung geben, auf die die Gemeinde allerdings wenig Einfluss habe (siehe Infobox).

Preisdämpfend werde sich der niedrigere Mehrwertsteuersatz 2021 auswirken, zudem die vom Bund angekündigte Abschlagszahlung fürs erste Jahresquartal sowie die Gas- und Strompreisbremse. Ziel des kommunalen Betriebs eines Nahwärmenetzes sei die Kostendeckung. Die Gemeinde kaufe sich Know-how bei einem Ingenieurbüro ein, die Heizzentrale werde durch die Fernwärme Schwarzwald-Baar-Heuberg AG gewartet.

16 potentielle Kunden

Derzeit versorgt das Nahwärmenetz Wutach 66 Kundenanlagen in Ewattingen inklusive der Gemeindeverwaltung. Derzeit wird das Interesse an einen Anschluss ans Nahwärmenetz von 16 potentielle Kunden im Wohngebiet Fronwiesen abgefragt, bestätigte Christian Mauch. Eine Netzerweiterung in das sich der Heizzentrale anschließende Gebiet würde bei ausreichender Nachfrage 400.000 bis 500.000 Euro kosten. Eine Entscheidung über eine solche Investition werde im Gemeinderat voraussichtlich im ersten Jahresquartal erfolgen.