Nach drei Jahren gab es wieder einmal ein Open-Air-Konzert vor der Ofteringer Klosterschüer. Bisher durchkreuzten die Pandemie oder Regen die Pläne des Kulturrings. Frech, unbekümmert und voll purer Lebensfreude war das Konzert der jungen Band The Streetbreakers. So spartanisch wie die Besetzung mit Kontrabass, Gitarre, Posaune und Sopransaxophon, so ungewöhnlich erfrischend präsentierten Francois Heun, Quico Heil, Lucas Baumeister und Grégoire Pignede ihre Lieblingsmusik. „Mit dieser Musik sind wir aufgewachsen und sie hat uns geprägt“, verrieten die Musiker.

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Getragen wurde vor allem der erste Teil des Konzerts von den Soli von Francoise Heun (Saxophon) und Posaunist Quico Heil. Sie entlockten zur Freude des Publikums ihren Instrumenten unglaubliche Töne. Dass sie selbst riesigen Spaß an diesem Auftritt hatten, zeigte das breite Lächeln, das sie immer wieder zeigten.

Mixtur kommt an

Die Mixtur aus Jazz, Reggae, Pop kam beim Publikum an, auch wenn es ein paar Stücke dauerte, bis die staunenden Besucher sich auf die spontane Art der Band einlassen konnten. Die Songs sprühten vor Ausgelassenheit. „Quico, Lucas und ich machten 2019 spontan in Portugal Urlaub. Dort haben wir dann Straßenmusik gemacht“, erzählt Francoise Heun im Gespräch mit dieser Zeitung, wie es zur Gründung der Band kam.

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Heun und Heil kennen sich seit dem Studium, entsprechend sind ihre Soli perfekt aufeinander abgestimmt. Ansteckend ist auch der Humor von Quico Heil, der mit seinem hessischen Charme und lockeren Überleitungen die Konzertbesucher bei Laune hielt und auf Zurufe spontan reagierte. Selbst wenn das Quartett bekannte Stücke spielte, verliehen die Musiker allen Songs eine persönliche Note. Dass er nicht nur hervorragend mit seiner Posaune umzugehen weiß, bewies Heil, wenn seine gesanglichen Qualitäten gefragt waren. Markant auch die Stimme von Lucas Baumgartner, der ebenso gefühlvoll wie rockig singen kann. Immer wieder überraschten die Streetbreakers mit ungewöhnlichen Arrangements. Wie beim Jonny Cash-Hit „Ghostriders in the Sky“ oder „Hey ya“ von Outkast, das die Streetbreakers „ganz langsam“ spielten. „Es macht uns hier viel Spaß“, rief Heil den Besuchern zu, die immer wieder Szenenapplaus spendeten. Und er verriet: „Wir spielen, worauf wir Lust haben!“

Schunkellied mit poppiger Note

Selbst das Schunkellied von Heinz Schenk „Hätt‘ der Adam aus dem Apfel Äppelwoi gemacht“, bekam von der Band eine poppige Note verpasst. Dass die Jungs aus Frankfurt und Mainz auch ganz anders können, zeigten sie mit einem selbst komponierten Song. Unmissverständlich war ihre gesellschaftskritische Botschaft gegen Vorurteile und rechte Populisten.