Seit Anfang Oktober ist die Stelle einer Integrationsmanagerin in Stühlingen nach längerer Pause wieder besetzt. Christine Piehl kümmert sich um die Belange der Flüchtlinge. Im Gespräch mit dieser Zeitung erläutern die beiden Integrationsmanagerinnen Sarah Sprenger, Fachbereich Migration beim Caritasverband Hochrhein Waldshut-Tiengen und Christine Piehl das Arbeitsfeld in Stühlingen.

Die neue Integrationsmanagerin der Stadt, Christine Piehl.
Die neue Integrationsmanagerin der Stadt, Christine Piehl. | Bild: Stadtverwaltung Stühlingen
  • Belange vor Ort: Die Stelle der Integrationsmanagerin war in Stühlingen zeitweise unbesetzt. Seit Oktober ist die 38-Jährige Diplompädagogin Christine Piehl in einer 50-Prozentstelle in Stühlingen und hilft geflüchteten Menschen bei der Integration in Stühlingen. „Ich arbeite gerne mit Menschen zusammen, bin sehr gerne interkulturell tätig. Ich bin viel gereist, spreche verschiedene Sprachen und es macht mir Spaß, mit Menschen zusammen zu arbeiten, welche einen unterschiedlichen Hintergrund haben. Ich freue mich auf die neue Arbeit.“ Zunächst hat sie sich den Menschen, denen sie mit Rat und Tat zur Seite stehen wird, zuhause vorgestellt: „Im Vordergrund steht das Kennenlernen. Dann kommt der individuelle Bedarf. Es ist sehr stark einzelfallabhängig. So ist ein junger Mensch aus Syrien, der gut ausgebildet ist, schnell Deutsch spricht und sich einen Studienplatz sucht, schnell integriert. Im Unterschied zu einer Familie mit acht Kindern, welche nicht lesen und schreiben können. Das ist immer schwieriger, es gibt mehr Probleme und Hürden, die bewältigt werden müssen.
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  • Neustart im Integrationsprozess: In Stühlingen leben aktuell 22 geflüchtete Erwachsene und 30 Kinder, sowohl im Familienverbund als auch Einzelpersonen, welche zu migrationsspezifischen Anliegen Unterstützung von der Integrationsmanagerin Christine Piehl erhalten können: „Die Wohnungssuche ist ein Schwerpunkt, die Suche nach Arbeit und Ausbildung, der Besuch von Jobcenter und Familienkasse, wichtig ist auch die Bewerbung bei einer Ausbildung“, erklärt sie. Sarah Sprenger erläutert im Zoom-Gespräch: „Die Besonderheit in Stühlingen ist, dass die Stelle zeitweise unbesetzt war.“ Dadurch und vor allem im Zusammenhang mit schwerwiegenden Folgen der Pandemie wurde quasi ein Neustart nötig, was einzelne Integrationsprozesse anbelangt. Sarah Sprenger wünscht sich regelmäßige Kontakte für diese Menschen, beispielsweise können auch Vereine auf sie zugehen, dies würde vor allem den Kindern helfen, sich einzuleben in die Kultur: „Es ist ein Problem, wenn die Geflüchteten noch kein Deutsch können.“ Über das Jobcenter kann finanzielle Unterstützung für Freizeitangebote beantragt werden im Bereich „Bildung und Teilhabe“. Dies ist möglich je nach Bedarf und individuell. „Es gibt ein Paket verschiedener beantragbarer Leistungen mit Kostenübernahme von beispielsweise Schülertickets, Lernförderung und Vereinsbeiträgen in angemessener Höhe.“
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  • Ehrenamtliche Helfer: Wie bei allen Helferkreisen war auch in Stühlingen nach der Immigration 2015/2016 eine „Hochzeit“ für den Helferkreis. Einzelne Ehrenamtliche sind noch heute tätig, hier galt es nun, abzuklären, was ist in den vergangenen Monaten gelaufen, wo steigt hier das Integrationsmanagement ein, wie sind die einzelnen Fälle zu klären. Rangina Zamani, welche in Stühlingen als eine der bekanntesten ehrenamtlichen Helferin aktiv ist, ist als Multiplikatorin sehr gerne gesehen.
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  • Individuelle Unterstützung: Komplett unterschiedlich ist der Bedarf der geflüchteten Menschen: „Wir sehen Integration in größerem Rahmen, es gibt keinen Endpunkt, es ist ein mehrdimensionaler Prozess. Nach Bedarf kann man sich auch mit einzelnen Beratungen weiter an uns wenden, wenn man auch bereits die Sprache beherrscht und beispielsweise Arbeit gefunden hat.“ Bei akuten Themen kann punktuell geholfen werden, doch gibt es auch immer wieder Menschen, die kontinuierlich wöchentlich zum Beratungsgespräch kommen und mehr Unterstützung brauchen als andere. Im Falle von Traumata werden die Flüchtlinge an Dienste wie Psychotherapie oder Traumazentren weitergeleitet. Außerdem sind die Integrationsmanagerinnen in der Öffentlichkeitsarbeit tätig. Neben der Interkulturellen Woche, dem Weltfrauentag finden im Rahmen der Jahresplanung der Caritas im Landkreis auch regelmäßige Veranstaltungen in Stühlingen statt. Am heutigen Mittwoch findet eine Kultur-Rallye mit spielerischen Erfahrungsmöglichkeiten und Diskussionsrunde zum Thema Integration statt im Rahmen der Frauenaktionswochen des Landkreis Waldshut beim Ja-Verein attraktives Dorfleben im Ja-Treff Mauchen.
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