Angela Böhrer

Das Fördern der Lesekompetenz ist einer der wichtigsten Bausteine im Deutschunterricht. Um Lesefreude und Lesemotivation geht es auch im jährlichen Vorlesewettbewerb des Deutschen Buchhandels, den die Stiftung Buchkultur und Leseförderung mit Buchhandlungen, Bibliotheken, Schulen und anderen kulturellen Einrichtungen seit 1959 jährlich ausrichtet. Er steht unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten und zählt zu den größten Schülerwettbewerben. Rund 600.000 Kinder der 6. Klassen beteiligen sich an rund 7000 Schulen.

Die beiden sechsten Klassen der Realschule Stühlingen wurden von ihren Deutschlehrerinnen Bettina Philipp und Heike Wietschorke auf den Wettbewerb vorbereitet. Fünf Mädchen und ein Junge wurden als beste Leser ermittelt und stellten sich der Jury, die aus der letztjährigen Siegerin des Wettbewerbs, Hannah Fischer, Deutschlehrerin Mirjam Molnar, dem Vertreter der Stadtbücherei, Daniel Bartl, sowie den Schülersprechern Selina Eichkorn und Antonio Bisanti bestand. Als Publikum fungierten die Klassenkameraden der Vorleser.

Im ersten Teil des Wettbewerbs lasen die Kinder aus einem selbst gewählten Buch vor. Beeindruckend war die Vielfalt der Themen – vom Überqueren eines Lavasees über magische Tiere und Personen, Familien im Stress, Detektivinnen auf einer sagenumwobenen Insel, einem geheimnisvollen Brief bis zur Klage über den Weihnachtsmann, der alles sieht und seine Geschenke von gutem Benehmen abhängig macht, war alles vertreten. Die Aufgabe des zweiten Teils war das Vorlesen eines fremden Textes. Die Deutschlehrerinnen hatten Bücher herausgesucht, bei denen es um Familienstreit, ein einsames Meerschweinchen, Magie, die Welt in einer anderen Zeit und den Kampf ums Überleben ging. Die Bücher wurden vom Förderverein des Realschule gestiftet, drei als Geschenk an die besten Vorleser, der Rest für die Schülerbücherei.

Es fiel der Jury schwer, drei Sieger zu benennen, hatten doch alle sechs Sechstklässler bewiesen, dass sie das Publikum mit ihrem Vorlesen fesseln konnten. Als Kriterien waren den Juroren im Bereich Lesetechnik deutliche Aussprache, angemessenes Lesetempo, sinngemäße Betonung und Stimmlage vorgegeben. Bei der Interpretation kam es auf inhaltliche und atmosphärische Umsetzung an. Siegerin wurde Laura Hammer aus Eggingen, gefolgt von Maja Kienberger aus Wutöschingen und Lian Stoll aus Eggingen.