Das Patrozinium in der Kirche Heilig Kreuz Stühlingen wird am kommenden Sonntag, 12. September, um 10.15 Uhr gefeiert. Das neue Gemeindeteam wird beim Festgottesdienst vorgestellt. Es besteht aus Isolde Büche, Karl Albicker, Waltraud Geng, Elke Healey, Gabriele Würth, Irene Klösel, Silke Armbruster, Hans Rückel, Rosi Hotz, Willibald Kaiser und Georg Hupfer. Das Patrozinium ist auch ein guter Grund, einmal auf die Geschichte der Pfarrei zurückzublicken.

Erste Erwähnung 1181

Die Pfarrei in Stühlingen befand sich schon immer im Dorf, wie die Unterstadt heute noch genannt wird. Die erste urkundliche Erwähnung war 1181, als in einer rheinauischen Urkunde ein gewisser „plebanus Hildibold de Stulingin“ genannt wurde. Im Jahr 1275 hatte der damalige Pfarrer eine Kreuzzugssteuer von 15 Mark Silber an das Bistum Konstanz bezahlt. Stühlingen gehörte zum Dekanat Schwaningen. 1328 investierte der Bischof von Konstanz den lupfischen Grafensohn Eberhard II. als Pfarrer von Stühlingen. Dieser wohnte allerdings als Domherr in Konstanz und ließ die Pfarrei wie damals üblich von einem Kaplan versehen.

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Zwischen 1438 und 1441 gab es reichlich Akten wegen eines Streitfalls, weil der Patronatsherr Graf von Lupfen den Pfarreiinhabern verboten hatte, die übliche Abgabe an das Hochstift zu zahlen. Die Parteien einigten sich schließlich darauf, dass der Bischof wieder seine früheren Bezüge erhielt. Hans Brandeck vermutet in seiner „Geschichte der Stadt und der vormaligen Landgrafschaft Stühlingen“ von 1927, dass die erste Kirche der Mutter Gottes geweiht war, denn 1375 und 1495 wird in den Urkunden von der Kirche in Stühlingen als „Unser Frauen“ gesprochen.

Sammeln für neue Kirche

Seit der zweiten Hälfte des Dreißigjährigen Krieges sind die Namen aller Inhaber der Pfarrei Stühlingen bekannt. In den Jahren 1679 und 1698 kamen die Kapuziner zu Engen zur Seelsorgeaushilfe nach Stühlingen. Seit der Mitte des 17. Jahrhunderts gab es in Stühlingen eine Stadtkaplanei, nach Eröffnung des Klosters 1739 war sie für längere Zeit unbesetzt. Maria Johanna Miehlin hatte 1722 und 1727 einen Kaplaneifond an die Pfarrkirche gestiftet beziehungsweise erweitert.

Für einen Neubau der sich im schlechten baulichen Zustand befindlichen Kirche wurde unter der Bevölkerung gesammelt. Auch Fürst Wenzel versprach einen angemessenen Beitrag. Als ein Teil der nötigen Gelder gesichert war, erhielt Baumeister Franz Xaver Fritschi von Hüfingen den Auftrag, nach dem vom Fürstlichen Rat und Baudirektor Salzmann in Donaueschingen gezeichneten Grundriss einen Bauplan und eine Kostenaufstellung auszuarbeiten. Unter seiner Leitung begann der Bau 1785.

Einweihung im Jahr 1787

Da die Kirche inmitten des Friedhofs an die Stelle der alten gebaut werden sollte, musste zuerst eine Notkirche erstellt werden. Für den Kirchenbau mussten die Eberfinger 133 Zugfronen und 138 Handfronen stellen. Der Eberfinger Vogt Konrad Güntert setzte durch, dass alle Handfronen mit 6 Kreuzern täglich entschädigt wurden, die Zugfronen wurden aber als Ehrenfronen bezeichnet. Die Einweihung fand 1787 statt.

Die Kosten trugen mit 3000 Gulden die fürstlich fürstenbergische Staatskasse, 500 Gulden die Pfarrpfründe, 3500 Gulden die Bürger. Während des Durchzugs der Franzosen 1796 wurde die Kirche beraubt, die Paramente (aufwendig gestaltete Kirchentextilien) fortgeschleppt und die Musikinstrumente (Geigen, Altviol und Bassgeigen) zerstört. Die Kapuziner hatten die Paramente leihweise gestellt. 1802 musste die vermögliche Kirchenfabrik Untermöttingen 71 Gulden und 30 Kreuzer zur Reparatur der Kirchenorgel hergeben, da die verarmte Kirchenfabrik Stühlingen zur Bezahlung der Kosten außerstande war, nachdem sie um 6000 Gulden für neue Paramente gezahlt hatte.

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Hirschenwirt tritt ein Stück Feld ab

1803 wurde der Friedhof erweitert. Dafür trat Kirchenpfleger und Hirschenwirt Fidel Fechtig ein Stück Feld ab und erhielt hinter seinem Haus Ersatz. 1804 musste die alte Kirchenorgel ersetzt werden, Orgelbauer Joseph Schildknecht in Riedern am Wald lieferte diese für 500 Gulden. Außerdem wurden Orchester-Instrumente angeschafft. Der Kirchturm wurde 1828 und 1829 repariert, 1830 erfolgte die Verlegung des Friedhofs auf seinen heutigen Platz bei der Klosterkirche.