Unbürokratische Hilfe bei besonderem Bedarf gab es für den zwölfjährigen Nico Griesser aus Mauchen mit Handicap. Eine Spende von 9000 Euro der drei Service-Clubs Lions, Rotary und Kiwanis ermöglicht die Finanzierung von Treppenlift und behindertengerechtem Auto.

  • Nico Griesser: Wurde der Junge mit Behinderung in seinen ersten Lebensjahren getragen, können seine Mutter Daniela Griesser und die Großeltern seit dem Einbau des Treppenlifts aufatmen. Denn rückenschonend, sicher und trocken kommt der schwerstbehinderte Nico Griesser nun von seinem liebevoll eingerichteten Zimmer in das ebenfalls neu angeschaffte behindertengerechte Auto.
Ein Treppenaufgang, wie er üblicherweise von der Einliegerwohnung auf die Straße am Hang gebaut wurde. Für die Familie des ...
Ein Treppenaufgang, wie er üblicherweise von der Einliegerwohnung auf die Straße am Hang gebaut wurde. Für die Familie des Schwerstbehinderten bedeutete dies allerdings jahrelang, dass der Junge getragen werden musste. Mit steigendem Alter und Körpergewicht war dies nun nicht mehr möglich. | Bild: Daniela Griesser

Seit der Corona-Pandemie muss er auf den Unterricht in der Wutach-Schule verzichten. Wie es weitergeht, wenn der Schulbetrieb nach dem Sinken der Inzidenzzahlen weitergeht, weiß die Familie noch nicht, denn ein Schnelltest auf Covid-19 ist nur schwer möglich. Im Haus sind alle mindestens einmal geimpft, Mutter und Großmutter haben bereits die zweite Impfung erhalten, doch wann dies für Kinder möglich ist, steht noch nicht fest.

  • Dravet-Syndrom: Nach einer Odysee wurde bei Nico Griesser das Dravet-Syndrom diagnostiziert, eine schwere Form der Epilepsie mit mehreren Krankheitsherden. Nico ist körperlich und geistig schwerstbehindert, kann nicht alleine sitzen, nicht laufen, nicht reden, nicht essen, er ist zu 100 Prozent pflegebedürftig. Außerdem hatte er ein Loch im Herzen, diverse OPs folgten und er hat noch einige vor sich. Zusätzlich leidet Nico auch unter der nicht heilbaren Hautkrankheit Psoriasis (Schuppenflechte). Die Anschaffung von Plattformlift (20.000 Euro) und rollstuhlgerechtem Auto (37.000 Euro) sowie weiterer Umbauten waren unumgänglich und kommen zusätzlich zu den regulären Kosten, die die Pflege und der Unterhalt mit sich bringen.
  • Treppenlift: „Hand in Hand seit April haben die Handwerker gearbeitet“, freut sich die Mutter des zwölfjährigen Schwerstbehinderten Nico, Daniela Griesser, über den inzwischen nahezu fertiggestellten überdachten Eingangsbereich zur Einliegerwohnung beim Fototermin. „Ein fettes Dankeschön an die Handwerker, dass alles so gut geklappt hat. Die Überdachung (Andreas Gantert), Blechner (Firma Kreider), Elektriker (Todi Solutions), Fliesenleger (Pizzutolo), Maler (Schmidt), nicht nur Lift und Auto, was alles dahintersteckt, war mir am Anfang auch nicht bewusst, was alles zusätzlich kommt.“ Manche der Arbeiten mussten bei gutem Wetter stattfinden, die Versiegelung des neuartigen Steinteppichs zum Abschluss der Arbeiten benötigt anhaltend trockenes Wetter und findet voraussichtlich im Sommer statt.
Ihren Dank an alle Spender geben Daniela und Nico Griesser. Mit dem Treppenlift und dem neu gestalteten Eingangsbereich kann der ...
Ihren Dank an alle Spender geben Daniela und Nico Griesser. Mit dem Treppenlift und dem neu gestalteten Eingangsbereich kann der Zwölfjährige nun rückenschonend von der Wohnung zum Auto oder auf einen Spaziergang durchs Dorf gebracht werden. | Bild: Yvonne Würth

Die Handwerker aus der Region hatten bei der Erweiterung der Treppe und der Überdachung des Treppenlifts Lösungen gefunden, die den Bedürfnissen der Familie entgegenkommen. Sein zwölfter Geburtstag am 27. Februar wurde inmitten von Umbauarbeiten gefeiert, erinnert sich Daniela Griesser. Das Auto wurde am Gründonnerstag geliefert und konnte im Anschluss an Ostern, nachdem sämtliche Papiere vorhanden waren, mit einer Familien-Spazierfahrt eingeweiht werden.

  • Kiwanis, Rotary und Lions: Gemäß der Mission des Kiwanis Clubs Waldshut-Tiengen „Wir haben Freude, für Kinder aktiv zu sein“, besuchten die Vertreter der drei Service-Clubs, Vizepräsident Christian Straub (Lions Club Waldshut), Präsident Hans-Jörg Schneider (Rotary Club Waldshut Säckingen) und Präsident Rainer Illmann (Kiwanis Club Waldshut-Tiengen) nun Familie Griesser in Mauchen. Mit der Spende in Höhe von 9000 Euro trugen die Mitglieder der drei Clubs wesentlich zur Finanzierung des Rollstuhllifts bei. In Ergänzung zu ihren jeweils eigenen Programmen führen „KiRoLi“, was als Kürzel für die Gemeinschaft der Service-Clubs steht, gemeinschaftliche Aktionen für soziale Zwecke aus. Der KiRoLi-Gedanke ist bisher einzigartig in Deutschland.

Der Kiwanis Club

Der Kiwanis Club Waldshut-Tiengen mit Präsident Rainer Illmann besteht aus 40 Mitgliedern. Kiwanis ist eine weltweite Organisation von Freiwilligen, die sich aktiv für das Wohl von Kindern und der Gemeinschaft einsetzen. Besondere Benefiz-Aktivitäten stehen im Fokus, die Erlöse werden vor Ort an Bedürftige ohne Abzüge in voller Höhe weitergegeben. Bislang wurden Schulranzenaktionen im Rahmen des Jazzfests Tiengen, das Konzert „Kinder für Kinder“ in der Kirche Tiengen oder die jährliche Weihnachtswunschaktion organisiert. International wurden für Unicef mehr als 100 Millionen US-Dollar gespendet, zur Bekämpfung von mütterlichem und frühkindlichem Tetanus hat Kiwanis Deutschland mehr alss 670.000 Euro bereitgestellt.

Daniela Griesser hatte die Arbeiten rund um den Treppenlift aufmerksam verfolgt und regelmäßig fotografiert. Inzwischen wird der neue ...
Daniela Griesser hatte die Arbeiten rund um den Treppenlift aufmerksam verfolgt und regelmäßig fotografiert. Inzwischen wird der neue Eingangsbereich gerne scherzhaft das zweite Wohnzimmer genannt. | Bild: Daniela Griesser

Der Lions Club

Der Lions Club Waldshut mit Präsident Dirk Stoltenberg zählt 52 Mitglieder, die der gemeinsame Wille, in Not geratenen Menschen schnell, unbürokratisch und effizient zu helfen. Die weltweit etwa 1,3 Millionen Mitglieder unterstützen ehrenamtlich mit praktischen und finanziellen Aktionen. Zu den Projekten des Lions Club Waldshut gehören das Frauen- und Kinderschutzhaus, die Betreuung von durch häusliche Gewalt betroffene Kinder; Installation von Defibrillatoren (AED) in Dörfern, Aufbauhilfe Hospiz Waldshut, Einzelhilfen für Familien in Not (zum Beispiel nach Brandkatastrophen), Kulturunterstützung Verbandsjugendorchester VJO Hochrhein sowie Schloss Bonndorf, Bildungsunterstützung durch deutschlandweite Programme für Lehrer und Schüler wie Lions-Quest und Klasse 2000.

Der Rotary Club

Der Rotary Club Waldshut-Säckingen mit Präsident Hans-Jörg Schneider und 64 Mitgliedern engagiert sich nachhaltig auf sozialem und kulturellem Gebiet im regionalen Umfeld, wie beim Bau des Abenteuerlands im Familienzentrum in Lauchringen und bei internationalen Hilfsprojekten. Seit vielen Jahren unterstützt Rotary eine erfolgreiche weltweite Impf-Initiative zur Ausrottung von Polio. Bei vielen der internen Vortragsveranstaltungen und geselligen Anlässen sind auch die Familienmitglieder einbezogen.