Bald beginnen die Landwirte wieder damit, die Wiesen zu mähen. Und mit der Mahd tritt auf den Wiesen jedes Frühjahr das gleiche Problem auf: Für neugeborene Rehkitze bedeuten die Mähwerke den sicheren Tod. Zur Rehkitz-Rettung arbeiten seit inzwischen drei Jahren Landwirte und Jagdpächter in der Region eng zusammen.

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„Mit Wärmebildkameras, die an Drohnen befestigt sind, können Kitze im hohen Gras aufgespürt werden“, erläutert Wilfried Kaiser, Vorsitzender des BLHV Stühlingen (Badischer Landwirtschaftlicher Hauptverband), im Gespräch mit dieser Zeitung. Er appelliert an seine Berufskollegen, sich vor einer Mähaktion mit den Jagdpächtern in Verbindung zu setzen. Viele der Jäger hätten Drohnen angeschafft und würde diese gerne einsetzen, um die Bambis vor dem Tod zu retten.

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Im Mai/Juni bringen die Rehgeißen ihre Kitze zur Welt, das zu dieser Zeit hoch stehende Gras bietet für die Kleinen ein ideales Versteck. In den ersten Tagen nach der Geburt flüchtet bei einer Bedrohung zwar das Muttertier, das Kitz aber bleibt liegen, duckt sich und kauert sich tief ins Gras. „Man kann es nicht sehen“, sagt Wilfried Kaiser und fügt an, dass jeder Landwirt angesichts dieser Tatsache ein sehr ungutes Gefühl beim Mähen habe, schließlich wolle keiner, dass so ein kleines Rehlein ins Mähwerk gerät. Kitz-Rettungsaktionen seien jetzt aber mit Hilfe der Jagdpächter und ihren Drohen möglich.

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Wird ein Kitz aufgespürt, werde es vorsichtig in einen Karton gelegt und in Sicherheit gebracht. Dabei ist nach den Worten Kaisers darauf zu achten, dass das Kitz nicht mit bloßen Händen angefasst wird. Nimmt es nämlich den fremden Menschgeruch an, wird es von der Mutter nicht mehr versorgt. Handschuhe sind also auf jeden Fall Plicht. Ist die Wiese dann gemäht, wird das Kitz wieder zurückgebracht.

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Meist wird in Entfernung darauf gewartet, bis die Geiß ihr Junges wieder gefunden hat. Jeder Kitzfund ist ein riesiges Erfolgserlebnis für Jäger und Landwirte, sagte Wilfried Kaiser und empfiehlt, sich rund 24 Stunden vor der beabsichtigten Mähaktion mit den Jagdpächtern kurzzuschließen, damit diese sich entsprechend vorbereiten können. Im vergangenen Jahr habe man so etliche Rehkitze vor dem Tod retten können.

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