Die Glocke in der Sebastianskapelle Stühlingen wurde aus dem Glockenturm zwecks Sanierung abgenommen. Die Glocke des ältesten Gotteshauses in Stühlingen wies einen feinen Riss auf direkt bei der Aufhängung und stellte so eine Gefahr dar. Deshalb ertönte sie bereits eine Weile nicht mehr.

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„Nicht wenige haben mich bereits darauf angesprochen, dass sie das Läuten der Glocke vermissen“, erläuterte Christina Leutze vom Kirchenvorstand der altkatholischen Kirchengemeinde Stühlingen. Die Kosten für die Arbeiten inklusive Gerüst, Kran undsoweiter belaufen sich auf etwa 14.000 Euro.

Bereits seit 1770 ist die Glockengießerei Bachert aus Neunkirchen (Baden) als Familienbetrieb aktiv und geübt im Ein- und Ausbau von Glocken, wie bei der Sebastianskapelle Stühlingen.
Bereits seit 1770 ist die Glockengießerei Bachert aus Neunkirchen (Baden) als Familienbetrieb aktiv und geübt im Ein- und Ausbau von Glocken, wie bei der Sebastianskapelle Stühlingen. | Bild: Christina Leutze

Neben der Stabilisierung des Glockenstuhls und dem Austausch einiger Holzelemente wird auch die Läutemaschine erneuert und die Glocke an der Bruchstelle bei der Aufhängung geschweißt. In einer mehrstündigen Aktion wurde die Glocke durch zwei Geschosse heruntergewuchtet, um sie dann über ein extra angelegtes Loch im Kirchendach per Kran aus dem Gebäude zu transportieren. Bis zur Sanierung wurde sie dann per Auto zwischengelagert.

Einbau Anfang Oktober

Anfang Oktober soll die Glocke dann wieder eingebaut werden. Der Kirchenvorstand mit Franz-Josef Stadler, Astrid Stadler, Magdalena Zachmann und Christina Leutze freut sich sehr über die Spende, die vor einigen Jahren den Altkatholiken zur Verfügung gestellt wurde und die den Kostenaufwand decken können. Neben dem zuständigen Architekt Bruno Jehle aus Eberfingen waren beim Abbau die Fachkräfte der Glockengießerei Bachert GmbH dabei, sowie das Fuhrunternehmen Rolf Blattert mit dem Mobilkran, Firma Isabo (Gerüst) sowie Christina und Sascha Leutze von der Altkatholischen Kirchengemeinde Stühlingen.

Christina Leutze vom Kirchenvorstand der Altkatholischen Kirchengemeinde Stühlingen freut sich, dass die Glocke unbeschadet am Boden angekommen ist. Bei Tageslicht ist es einfach, die Gravierung zu betrachten, in der Enge und Dunkelheit des Glockenstuhls war dies nicht möglich.Auf dem Brustgurt der 1580 gegossenen Glocke steht die Inschrift O REX – GLORIA – CHRISTE – VENI – NOBIS – CUM PACE, übersetzt: O König der Herrlichkeit, Christus, komme zu uns mit deinem Frieden. Die Konstruktion des Dachstuhls für Langhaus und Chor der Sebastianskapelle weist typisch barocke Merkmale auf und stammt wie der Glockenstuhl vermutlich aus dem Jahr 1667.
Christina Leutze vom Kirchenvorstand der Altkatholischen Kirchengemeinde Stühlingen freut sich, dass die Glocke unbeschadet am Boden angekommen ist. Bei Tageslicht ist es einfach, die Gravierung zu betrachten, in der Enge und Dunkelheit des Glockenstuhls war dies nicht möglich.Auf dem Brustgurt der 1580 gegossenen Glocke steht die Inschrift O REX – GLORIA – CHRISTE – VENI – NOBIS – CUM PACE, übersetzt: O König der Herrlichkeit, Christus, komme zu uns mit deinem Frieden. Die Konstruktion des Dachstuhls für Langhaus und Chor der Sebastianskapelle weist typisch barocke Merkmale auf und stammt wie der Glockenstuhl vermutlich aus dem Jahr 1667. | Bild: Yvonne Würth

Im Jahr 1874 erhielten die Altkatholiken in Stühlingen Pfarrecht, damals wurde ihnen die ehemalige Klosterkirche zur Benutzung überlassen. Als 1927 das Kloster als Noviziatshaus der Kapuziner wiederbelebt wurde, ging die Sebastianskapelle in den Besitz der Altkatholiken über, der Tausch kostete sie damals 3000 Reichsmark. Das Jahr 1436 als Entstehung der Sebastianskapelle ist zwar möglich, aber historisch nicht nachweisbar. Die erste urkundliche Erwähnung der Sebastianskapelle war 1667, die Glocke ist von 1580. Mit einem genehmigten Hygienekonzept ist das Gotteshaus in Kürze wieder für Gottesdienste mit Pfarrer Guido Palazzari aus Blumberg geöffnet.

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