Das Strukturgutachten der Trinkwasserversorgung und ein damit einhergehendes Löschwasserkonzept für die Ortsteile Mauchen und Bettmaringen wurde in der jüngsten Gemeinderatssitzung Stühlingen vorgestellt. Danach kommen hohe Investitionen auf die Stadt Stühlingen zu.

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  • Optimierungskonzept: Bereits seit 2018 beschäftigen sich das Bauamt um Bauamtsleiter Frank Gatti und die Mitarbeiter der Wasserversorgung mit einem zukunftsgerechten Umbau der Wasserversorgung. Die vorhandenen Anlagen stammen teilweise aus der Jahrhundertwende, teilweise aus den Jahren 1950 bis 1970. Neben dem Grundgedanken, dass sich jede Generation mit der Weiterentwicklung der Wasserversorgung beschäftigen sollte, war der Anlass für das jetzt vorgestellte Strukturgutachten unter anderem auch die unzureichende technische Ausrüstung einzelner Hochbehälter. Die Erhöhung der Versorgungssicherheit könne nur durch intelligente Weitervernetzung der unterschiedlichen Versorgungsbereiche erreicht werden. Im Februar 1999 war das Ingenieur-Büro Diewald mit der Erstellung des „Optimierungskonzepts 2001“ beauftragt worden, welches seither genutzt wurde. „Jede Generation muss oder sollte sich mit der Weiterentwicklung der Wasserversorgung beschäftigen“, betonte Bürgermeister Joachim Burger. Inzwischen sind alle Daten digitalisiert, Änderungen werden zeitnah eingepflegt, so bleiben die Daten stets aktuell.
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  • Zuschüsse: Fördermittel vom Land Baden-Württemberg wurden für die Strukturverbesserung im Bereich der Wasserversorgung bewilligt, die Vorstellung des Strukturverbesserungskonzeptes im Gemeinderatstellte den Abschluss der geförderten Planungsleistung dar. Ralf Mülhaupt und Patrick Mülhaupt vom Büro Tillig & Partner aus Dogern präsentierten die Planungsergebnisse. Vom 40 Seiten umfassenden Werk erläuterte Patrick Mülhaupt Details. In welchem Zeitrahmen die Teilabschnitte in Angriff genommen werden, muss vom Gemeinderat noch festgelegt werden.
Ralf Mülhaupt (rechts) und Patrick Mülhaupt vom Büro Tillig Dogern erläuterten in der Gemeinderatssitzung das Struktur-Gutachten zur Trinkwasserversorgung Stühlingen.
Ralf Mülhaupt (rechts) und Patrick Mülhaupt vom Büro Tillig Dogern erläuterten in der Gemeinderatssitzung das Struktur-Gutachten zur Trinkwasserversorgung Stühlingen. | Bild: Yvonne Würth
  • Die Maßnahmen: Der Hochbehälter Mühlhölzle Mauchen von 1907 muss saniert werden. Außerdem steht die sehr ergiebige Quelle nur einem 20 prozentigen Flächenanteil von Mauchen zur Verfügung, derzeit können nur etwa vier Prozent der Quellwassermengen für Mauchen genutzt werden, das überschüssige Trinkwasser wird ungenutzt abgeleitet. Eine Variantenuntersuchung wurde vorgenommen, das Büro Tillig empfiehlt die Realisierung der Variante 2a beziehungsweise 2b mit verändertem Standort des Zentralbehälters „Lachen.“ Die Ruhedruckverhältnisse für die Siedlung „Untere Alp“ können dadurch deutlich verbessert werden, ebenso die Löschwasserversorgung für das östlich gelegene Teilgebiet. „Durch die Lage des vorgesehenen Zentralbehälters „Lachen“ können die heute geforderten technischen Vorgaben zur Versorgungssicherheit, zur Drucksituation in den höher gelegenen Gebieten sowie die Löschwasserversorgung im Ortsteil Bettmaringen ohne Einschränkungen erfüllt werden. Durch den Neubau des Zentralbehälters können zwei technisch in die Zeit gekommenen Hochbehälter mit erheblichem Sanierungs- und Erweiterungsaufwand aufgegeben werden“, erläuterte Patrick Mülhaupt. Die Kosten der vier Varianten liegen zwischen 5,8 und 6,2 Millionen Euro.
Der Hochbehälter Mühlhölzle Mauchen muss saniert werden. Außerdem soll die Löschwasserversorgung der Hoch- und Niederzone in Mauchen über den Hochbehälter Strick gewährleistet werden.
Der Hochbehälter Mühlhölzle Mauchen muss saniert werden. Außerdem soll die Löschwasserversorgung der Hoch- und Niederzone in Mauchen über den Hochbehälter Strick gewährleistet werden. | Bild: Yvonne Würth
  • Weitere Schritte: Nach der Vorstellung des Struktur-Gutachtens soll im nächsten Schritt der Gemeinderat Finanzmittel für weitere Planungsschritte im Haushalt 2021 zur Verfügung stellen. Im Jahr 2021 sollen die Rahmenbedingungen für eine Förderung von Maßnahmen geprüft und gegebenenfalls ein Förderantrag gestellt werden. Die ersten Sanierungs-Arbeiten sollen ausgeschrieben werden, erste Sanierungen sollen im Jahr 2022 beginnen.
Bürgermeister Joachim Burger ist die Strukturverbesserung im Bereich der Wasserversorgung wichtig. Erste Sanierungen können im Jahr 2022 beginnen. Bild: Yvonne Würth
Bürgermeister Joachim Burger ist die Strukturverbesserung im Bereich der Wasserversorgung wichtig. Erste Sanierungen können im Jahr 2022 beginnen. Bild: Yvonne Würth | Bild: Yvonne würth

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