Für die Ausstellung „Wunderkammer Schwarzwald“ stellt Kunstsammler Wolfgang Rink einen Teil seiner Schwarzwald-Bildersammlung zur Verfügung. Seit mehr als 20 Jahren sammelt Wolfgang Rink Kunst, darunter Ölbilder, Grafiken und Zeichnungen. Von Ferdinand Dörr, geboren 1880 in Bad Dürrheim, gestorben 1968 in Karlsruhe, einem Meisterschüler von Hans Thoma und Walter Conz, besitzt Wolfgang Rink gleich mehrere Kunstwerke.

Die Ausstellungs-Wanderungen

„Insgesamt sind etwa 20 verschiedene Künstler“ in der Ausstellung vertreten, erläutert er beim Pressegespräch. Darunter sind namhafte wie Hans Thoma, Christian Gotthard Hirsch, Wilhelm Wickertsheimer, Gustav Traub, Fritz Kaiser, Karl Biese, Johann Papa, Paul Leschhorn, Reinhold Nägele, Otto Ferdinand Leiber. Vom Schwenninger Hans-Georg Müller-Hanssen liegen zwei Öl-Porträts und Aquatintas mit Motiven aus dem Schwarzwald vor.

  • Wolfgang Rink: In der Region rund um den Schwarzwald aufgewachsen, lebt der pensionierte Lehrer Wolfgang Rink im Raum Heidelberg. Seine studierten Fächer waren Mathematik und Sport, aber schon früh wurde er auf die Kunst aufmerksam. Bei Niko Nommensen lernte er das Radieren. „Bis heute stelle ich immer wieder fest, wie umfangreich und vielschichtig der Kunstbetrieb ist. Ich würde mir nie anmaßen, zu sagen ‚Ich bin Kunstkenner‘“.
Der Kunstsammler Wolfgang Rink stellt im Rahmen der Ausstellung „Wunderkammer Schwarzwald“ des Schwarzwaldvereins Stühlingen in der Schür am Stadtgraben vom 1. bis 18. Oktober einen Teil seiner Schwarzwald-Sammlung aus. Das Gemälde im Bild ist vom Maler Ferdinand Dörr von 1942 mit dem Titel Blick auf Bärental und Titisee. Bilder von Dörr zählen zu den Schwerpunkten von Rinks Sammlung.
Der Kunstsammler Wolfgang Rink stellt im Rahmen der Ausstellung „Wunderkammer Schwarzwald“ des Schwarzwaldvereins Stühlingen in der Schür am Stadtgraben vom 1. bis 18. Oktober einen Teil seiner Schwarzwald-Sammlung aus. Das Gemälde im Bild ist vom Maler Ferdinand Dörr von 1942 mit dem Titel Blick auf Bärental und Titisee. Bilder von Dörr zählen zu den Schwerpunkten von Rinks Sammlung. | Bild: privat

Bereits vor Jahren hatte er seine gesammelten Schätze ausgestellt und dabei festgestellt, wie schlecht die regionalen Künstler bewertet werden: „Was ein bisschen weh tut: Die regionalen Künstler haben eine geringe Resonanz. Seine Sammlung von Dörr, die aus mehr als 300 Werken besteht, hatte er bereits Kommunen und Museen angeboten: „Die hatten kein Interesse und gaben vor, keine Lagerkapazitäten zu haben, das ist sehr schade.“ Erst wieder die modernen Künstler seien nachgefragt. Dennoch bleibt Rink kunstbegeistert und überlegt, sich weiter einzuschränken und zu spezialisieren.

  • Die Sammlung Rink: Das Thema „Schwarzwald“ vereint unendlich viele Darstellungen, Eindrücke, Betrachtungsweisen und Wertschätzungen – bis heute. Diese Sammlung will und kann davon nur einen kleinen, aber nachhaltigen Querschnitt vermitteln: ob realistisch, impressionistisch, romantisch, sachlich oder modern: Jedes Bild ist in einem Zeitfenster von 100 Jahren auch Dokument von Lebensstil und Zeugnis des Künstlers, sich mit seinen Mitteln nicht nur mit einem Sujet, sondern auch seiner Heimat auseinanderzusetzen und ihrer Schönheit und Besonderheit Ausdruck zu verleihen und sie für uns lebendig zu erhalten.
Das könnte Sie auch interessieren

Die Vorgehensweise des Schwarzwaldvereins, für die Ausstellungen nicht nur Fachleute und Museen anzufragen, sondern auch Privatpersonen, befürwortet Wolfgang Rink sehr: „Das habe ich bisher noch nicht so kennengelernt, dass man die Bevölkerung mit einbezieht.“ Dass das große Vorbild „Wunderkammer“ im kleinen Maßstab in Stühlingens Schür entsteht, dafür zollt er Lob: „Da ist sehr viel Eigenarbeit und Initiative dabei, das würde manches Museum scheuen, anzufassen.

  • Die Ausstellung: Die Ausstellung des Schwarzwaldvereins Stühlingen mit den drei Bereichen Wunderkammer Schwarzwald, Schwarzwaldbilder aus der Sammlung von Wolfgang Rink und Bilder des Stühlingers Johann Martin Morat in der Schür am Stadtgraben in der Eberfingerstraße 3 läuft von Donnerstag, 1., bis Sonntag, 18. Oktober. In den Innenräumen besteht Masken-Pflicht, die Ausstellung findet unter Einhaltung der aktuellen Regeln während der Corona-Pandemie statt.
  • Das Programm mit Voranmeldung: Neben den Öffnungszeiten der Ausstellung mit der Wunderkammer Schwarzwald, den Schwarzwaldbildern aus der Sammlung von Wolfgang Rink sowie der Auswahl der Werke von Johann Martin Morat gibt es in der Schür am Stadtgraben Stühlingen ein Rahmenprogramm mit verbindlicher Anmeldung. Die Vernissage am ersten Oktober um 19 Uhr ist für geladene Gäste. Zur Matinee am 3. Oktober um 10 Uhr liest Thomas Binder aus seinem Buch „Kämpfen, Leiden, Lieben. Leben im Schwarzwald von den Kelten bis ins 20. Jahrhundert.“

Unser bestes Angebot ist wieder da: die Digitale Zeitung + das neuste iPad für 0 €