Die Gartentage des Schwarzwaldvereins Stühlingen locken dieses Wochenende mit einer vielseitigen Kunstausstellung in der Schür am Stadtgraben, einer naturkundlichen Lesung und dem Schürgarten, der seit bereits 20 Jahren durch kundige Vereinshände gepflegt wird.

  • Garten, Kunst, Literatur und mehr: Mit Gerhard Schwarz, Jochen Lemke, Christine Pflanzl, Hans-Peter Ziegler, Christian Pflanzl und Medi Zimmermann stellen gleich sechs Künstler anlässlich des Jubiläums in den oberen Räumen der Schür am Stadtgraben aus. Dabei verbanden sie die Stadt Stühlingen, Garten und Literatur teilweise miteinander. So entstanden individuelle Kunstwerke mit Hintergrund.
  • Gerhard Schwarz (Stühlingen) widmet sich seit Jahren der Raku-Keramik, einer speziellen Brenntechnik keramischer Massen, die in Japan entwickelt wurde. In seinen Landschaftsfragmenten wurden alte Ziegelsteine verwendet, die der Ziegelhütte Stühlingens zugeschrieben werden. Auch der Fußbodenbelag alter Gewölbekeller der Stühlinger Altstadt hatte er kunstvoll verarbeitet. Anhand der Größe eines Handabdrucks vermutet der Künstler, dass ein Teil der ursprünglichen Ziegelsteine von einer Frau oder einem Kind hergestellt wurden. Die Oberfläche veränderte sich durch das Glasieren bei einem Teil durch das Wachs zu feinen Blasen. So entstanden drei etwa ein Meter breite Landschaftsfragmente.
Sechs Künstler zeigen ihre Werke anlässlich der Gartentage des Schwarzwaldvereins Stühlingen zum 20-jährigen Bestehen des Schürgartens dieses Wochenende. Die Werke von Christine und Christian Pflanzl (von links), Jochen Lemke, Gerhard Schwarz und Hans-Peter Ziegler sowie Medi Zimmermann (nicht im Bild) nehmen Bezug auf das Motto der Gartentage: „Garten, Kunst, Literatur & mehr“.
Sechs Künstler zeigen ihre Werke anlässlich der Gartentage des Schwarzwaldvereins Stühlingen zum 20-jährigen Bestehen des Schürgartens dieses Wochenende. Die Werke von Christine und Christian Pflanzl (von links), Jochen Lemke, Gerhard Schwarz und Hans-Peter Ziegler sowie Medi Zimmermann (nicht im Bild) nehmen Bezug auf das Motto der Gartentage: „Garten, Kunst, Literatur & mehr“. | Bild: Yvonne Würth
  • Jochen Lemke (Jestetten) verwendete Bücher, die den Elementen ausgesetzt waren und stoppte den Verfallprozess durch weißen Zement und Glas. Mit der Würdigung alter Schriften und Sprüche wie „Ex litteris immortalitas“ (Durch Schrift Unsterblichkeit) verbindet er das Motto der Gartentage mit seiner künstlerischen Arbeit.
  • Hans-Peter Ziegler (Ühlingen-Birkendorf) stellt einen Querschnitt seiner künstlerischen Arbeit aus. Neben Akten in klassischer Lasurtechnik mit Untermalung hat er sich auch mit Fotorealismus befasst, wie dies vielfach für Portraits gewünscht wird. Am Bild „Venezia“ verarbeitete er Transparenzen und Schatten, im Enkelbild, zusammen mit dem achtjährigen Neo, verband er die unmöglichen Elemente des Künstlers Maurits Cornelis Escher mit Kugelbahnen und klassischen Elementen.
Hans-Peter Ziegler hatte seinen achtjährigen Enkel Neo miteinbezogen, entstanden ist ein Enkelbild voller Details. Bild: Yvonne Würth
Hans-Peter Ziegler hatte seinen achtjährigen Enkel Neo miteinbezogen, entstanden ist ein Enkelbild voller Details. Bild: Yvonne Würth | Bild: Yvonne Würth
  • Christine Pflanzl (Stühlingen) ist eine Freundin von Handschriften. Sie verarbeitete florale Texte von Wilhelm Busch, Ludwig Uhland und Theodor Fontane kalligrafisch.
  • Christian Pflanzl (Stühlingen) stellt Pastelle mit Garten- und Wiesenblumen aus. Außerdem hat der Künstler aus Kirschbaumholz einen Vogel und eine Schale gefertigt, die in einem Garten einen schönen Platz finden können. Die Schale öffnet sich nach oben hin: „Aufwärts dem Licht entgegen.“
  • Medi Zimmermann (VS-Villingen):Schön und zugleich funktionsfähig ist die Gebrauchskeramik von Medi Zimmermann. Ihre Töpferarbeiten zeichnen sich auch durch eine besondere Malerei aus.
Medi Zimmermann verbindet in ihrer Kunst das Angenehme mit dem Praktischen. Die Töpferin aus Villingen stellt Gebrauchskeramik her, die sie mit poetisch-informeller Malerei versieht.
Medi Zimmermann verbindet in ihrer Kunst das Angenehme mit dem Praktischen. Die Töpferin aus Villingen stellt Gebrauchskeramik her, die sie mit poetisch-informeller Malerei versieht. | Bild: Jutta Binner-Schwarz