Wutach – Das Flüchtlingsthema werde die Gemeinde Wutach künftig wieder stärker als in den vergangenen Monaten beschäftigen. Er gehe davon aus, dass nach einem ruhigen Sommer in den kommenden Monaten eine sich verschärfende Flüchtlingssituation auf die Kommunen zukomme, umriss Bürgermeister Christian Mauch in der jüngsten Gemeinderatsitzung.

Der Flüchtlingsstrom im Landkreis Waldshut wachse seit Ende Juli wieder an. Zwar liege der Landkreis bei der Aufnahme über der Soll-Quote (1,54 Prozent), er müsse dennoch ukrainische Flüchtlinge aufnehmen. Die Gemeinschaftsunterkünfte in Bad Säckingen, Bonndorf, Jestetten, Wehr und Tiengen reichten für eine weitere Unterbringung von Flüchtlingen nicht aus. Von den aktuell verfügbaren drei allgemeinen Unterkünften mit bis zu 81 Plätzen seien zwei komplett belegt, die dritte Unterkunft werde gerade belegt.

Eine Nutzung von Gemeinde- und Sporthallen in den Kommunen des Landkreises sei nicht mehr auszuschließen, wenn nicht ausreichend privater Wohnraum für die Flüchtlingsunterbringung gefunden werden sollte, erläuterte Mauch dem Ratsgremium.

Belegung der Wutachhalle

Mit Blick auf die Gemeinde Wutach würde dies möglicherweise eine Belegung der Wutachhalle bedeuten, und dies würde das Vereinsleben treffen. Zudem seien, so Christian Mauch, weitere kommunale Aufgaben wie Bereitstellung von Kindergarten- und Grundschulplätzen zu meistern. Die Landkreisverwaltung sehe die Unterbringung als Gemeinschaftsaufgabe an. Der Landkreis habe die Verpflichtung, die vom Land zugewiesenen Personen unterzubringen.

Die Gemeindeverwaltung Wutach suche bereits nach Möglichkeiten privater Unterbringung, erläuterte der Bürgermeister dem Gemeinderat. Sicherlich hilfreich könne es sein, wenn sich auch die Ratsmitglieder in ihrem privaten Umfeld umhörten, ob Wohnraum zur Verfügung stehe, in dem Flüchtlinge eine Bleibe finden können. Von den ehemals elf privat untergebrachten ukrainischen Flüchtlingen leben nach Auskunft von Hauptamtsleiterin Alexandra Ruf derzeit noch fünf Personen in der Gemeinde Wutach. Zudem gebe es in der Kommune eine siebenköpfige syrische Familie, die bereits seit vielen Jahr hier wohne, so die Hauptamtsleiterin auf Anfrage dieser Zeitung.