Zwei Wahlstühlinger, die Schwäbin Ursula Helmlinger und Wilka Grünert aus Franken, erzählen, welche Eindrücke ihnen die kleine Stadt vermittelt. Helmlinger kam mit ihrem Mann 2010 nach Stühlingen. Grund war, dass die jüngste Tochter sich mit ihrer Familie dort niedergelassen hat. Helmlinger erzählt: „Mir als Schwäbin fiel der Umzug nicht ganz leicht. Mein Mann und ich sind zwar oft an Stühlingen vorbeigefahren, kannten den Ort aber nicht näher. Angenehm überrascht waren wir, dass die meisten Erwachsenen und sogar viele Jugendliche auf der Straße grüßten, was sich gleich heimatlich anfühlte. Ich wurde im Partnerschafts-Komitee willkommen geheißen. Im Turnverein lernte ich viele nette Frauen kennen.“

Ursula Helmlinger
Ursula Helmlinger | Bild: Edelgard Bernauer

Als die heute 75-Jährige nach dem Tod ihres Mannes gefragt wurde, ob sie mit anderen Witwen sonntags etwas unternehmen möchte, war sie gerne bereit dazu. Sie freut sich über die im vergangenen Jahr für Schüler eingerichtete Zugverbindung nach Waldshut. „Eine Fahrplan-Erweiterung ist erfreulicherweise angedacht, damit auch die übrige Bevölkerung den Zug nutzen kann. Die Busverbindungen nach Bonndorf und Blumberg sind leider nicht ausreichend“, findet Helmlinger.

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Stühlingen habe in den vergangenen Jahren eine deutliche Verschönerung der Hauptstraße erfahren. „Vielleicht erlebe ich noch, dass auch die kleine Altstadt eine Verbesserung erfährt.“ Negativ ist der Schwäbin aufgefallen, dass die engen Straßen oft keine Gehwege haben oder schlecht beleuchtet sind. „Alles in allem fühle ich mich aber recht wohl in Stühlingen.“

Wilka Grünert
Wilka Grünert | Bild: Edelgard Bernauer

Wilka Grünert lebt in Oberfranken und besucht Stühlingen regelmäßig wegen freundschaftlicher Bande. Er verrät, dass er Plätze mit schöner Aussicht auf das Städtchen kennt, wo zum Beispiel am 1. Mai die Musik spielt. „Ich mag auch den kleinen Platz beim Friedhof mit dem hübschen Brünnlein und die vielen netten Waldwege.“

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Besonders beeindrucken den 74-Jährigen die Stühlinger Altstadt, das Puppen- und Bauernmuseum der Familie Sarnow, der Judenwinkel und etliche geschichtliche Gedenktafeln. Allerdings: „Ich sehe beim Gang durch die Altstadt auch viele Bausünden. Besonders stört die große Baulücke an der unteren Herrenstraße.“ Insgesamt findet Grünert die Altstadt aber sehenswert. „Schön fände ich, wenn Stühlingen so eine Art Heimatmuseum vorweisen könnte. Die Geschichte Stühlingens, mit der ich mich etwas vertraut gemacht habe, gäbe genug dafür her.“