Yvonne Würth

Die Jugendarbeit in Stühlingen startet in die nächste Runde. Mit einem mobilen Jugendcontainer sollen auch die Jugendlichen aus den Ortsteilen erreicht werden.

Die Familienbeauftragte Andrea Barth ist nach vielen Gesprächen mit den Stühlinger Jugendlichen, dem Gemeinderat, der Stadtverwaltung, den Schulleitungen und der Schulsozialarbeiterinnen dabei, den Bedarf und die Möglichkeiten einer gelingenden Jugendarbeit in Stühlingen zu ermitteln und weiter voran zu treiben.

„2019 haben wir den Jugendcontainer geöffnet, dann war Corona. Der Jugendraum ist noch immer da, aber für mich hat sich die Frage gestellt, wie wir auch die Jugendliche aus den Ortsteilen bedienen können.“ Ein ausgedientes Brandschutzmobil aus dem Allgäu, das bei der Online-Plattform Ebay eingestellt wurde, kam da genau richtig.

Abhängen, spielen, gemeinsame Zeit verbringen und sich auch für die Gemeinschaft einbringen können, das ist möglich bei der Stühlinger ...
Abhängen, spielen, gemeinsame Zeit verbringen und sich auch für die Gemeinschaft einbringen können, das ist möglich bei der Stühlinger Jugend. Etabliert hat sich der Jugendcontainer, nun sollen mit dem Jucomobil auch die Jugendlichen in den Ortsteilen diese Möglichkeit haben. | Bild: Yvonne Würth

Der Handels- und Gewerbeverein Stühlingen hat den Kauf finanziell unterstützt. Zusammen mit Bürgermeister Joachim Burger konnte eine Lösung gefunden werden, auch die übrigen Anschaffungskosten decken zu können, denn es gibt ein Budget für die Jugendarbeit.

Einen kleinen Beitrag hat die Stühlinger Jugend mit ihrer Baum-Verkaufs-Aktion am Stühlinger Frühling bereits selbst geleistet. In gemeinsamen Aktionen soll der mobile Jugendcontainer, kurz „Jucomobil“ genannt, innen sowie außen gestaltet und bemalt werden.

Wie soll das Jucombil ausgestattet werden?

Auch soll der Bedarf für dessen Einsatz und Ausstattung ermittelt werden. Dafür hat Andrea Barth bereits einen Fragebogen erstellt. Alle Jugendlichen im Alter zwischen 12 und 18 Jahren, die in Stühlingen leben oder Stühlinger Schulen besuchen, können sich daran beteiligen.

Familienbeauftragte Andrea Barth startet die nächste Runde der Stühlinger Jugend. Nach der Corona-Zwangspause soll diese wieder vermehrt ...
Familienbeauftragte Andrea Barth startet die nächste Runde der Stühlinger Jugend. Nach der Corona-Zwangspause soll diese wieder vermehrt aktiv werden können.

Mit der Jugendsprecherwahl und einem Coaching-Tag stehen zwei Termine an, an denen es konkret wird. Beim Coaching-Tag bekommen die Jugendlichen durch eine Coaching-Fachkraft Unterstützung, wie ihre Vorhaben umgesetzt werden können. Dabei soll auch das gemütliche Beisammensein der Jugendlichen im Vordergrund stehen, deshalb findet diese Veranstaltung in Schwaningen auf der Farm der Familie Barth statt, es gibt Pizza.

Termine für die Jugend

Den Spagat zwischen den Forderungen der Erwachsenen und den Bedürfnissen der Jugend zu finden, sei nicht ganz einfach: „Bevor wir von politischer Teilhabe sprechen, muss erst mal den Jugendlichen Gehör verschafft werden. Sie sollen sich zu einer Gemeinschaft entwickeln, das braucht Zeit, muss erst wachsen.“

Stadt sucht einen Jugendreferenten

Ohne eine gute Begleitung sei dies nicht möglich, deshalb werde ein Jugendreferent gesucht. „Entgegen mancher Annahme geht es hier nicht um eine Bespaßung der Jugendlichen. Auch haben wir noch keine Brennpunktschule. Aber es gibt Kinder und Jugendliche, die nachmittags und abends auf dem Schulhof sind, weil zuhause niemand ist und ein sinnvolles Freizeitangebot fehlt“, so Andrea Barth.

Das Arbeitsfeld des neuen Jugendreferenten beinhaltet deshalb auch die Prävention. Er soll zu festen Zeiten als Ansprechpartner für die Belange der Jugend da sein. Außerdem sei eine klare Trennung vorhanden: Das Angebot für die Stühlinger Jugend sei ein städtisches Angebot, welches außerhalb von Schule oder Kirche läuft.

Für Anregungen oder eine Zusammenarbeit mit den Landjugendgruppen aus Bettmaringen und Weizen zeigt sich die Stadtverwaltung sehr offen.

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