In der Familie Gassmann spielen alle vier Kinder ein Instrument beim Musikverein Horheim, drei davon haben sich mit Fagott und Oboe eines der exotischen Instrumente ausgewählt.

Die Instrumentenwahl

Beim Zoom-Gespräch blicken Jael (20 Jahre), Simon (13 Jahre) und Mattia (elf Jahre) zurück auf die Anfänge. Ihre Mutter Yvonne Gassmann erinnert sich gerne daran, wie Jael nach der Instrumentenvorstellung für die Bläserklasse im fünften Schuljahr des Klettgau-Gymnasiums Tiengen nur Fagott lernen wollte.

„Jael musste auch einen Zweit- und einen Drittwunsch angeben, denn ein Instrumentenwunsch reicht nicht aus“. Für Jael war hingegen von Anfang an klar: „Entweder Fagott oder gar kein Instrument.“ Sie hatte dann zwar noch Trompete und Klarinette angegeben, war aber froh, dass in diesem Schuljahr die Möglichkeit bestand, das Fagott zu erlernen.

Sie hatte zusätzlich zum Musizieren in der Bläserklasse Unterricht über die Musikschule Südschwarzwald. Bevor sie in das Orchester des MV Horheim eintrat, spielte sie im Jugendorchester JOW Wutöschingen begeistert mit. Sie legte das Leistungsabzeichen in Bronze ab, unterstützt den Verein ehrenamtlich im Vorstand als Beisitzerin und Notenwartin und ist bei der Bezirksmusikfest-Gruppe mit dabei, wo Ideen für das 150-jährige Bestehen des MV Horheim am letzten September-Wochenende 2022 gesammelt werden.

Oboe und ein Hund

Nach einem Besuch bei Darius Graff, einem Freund der Familie, der Klarinette und Oboe im MV Horheim spielt, und außerdem einen Hund hat, war der zweitälteste Sohn Simon bereits als Drittklässler begeistert: „Oboe und so einen Hund möchte ich auch“, erklärte er den Eltern.

Die Brüder Simon (links) und Mattia (rechts) spielen Oboe und Fagott im Musikverein Horheim
Die Brüder Simon (links) und Mattia (rechts) spielen Oboe und Fagott im Musikverein Horheim | Bild: Privat

Seither erhält er Unterricht bei Ulf Kühner, Musiklehrer der Musikschule Südschwarzwald. Nach seiner Zeit als Jungmusiker im Jugendorchester JOW Wutöschingen wurde er in die Reihen der Aktiven beim MV Horheim aufgenommen und spielt noch immer begeistert mit. Aktuell bereitet er sich auf das JMLA Silber vor. „Es hat den Vorteil, dass er im Musikverein neben Darius sitzen darf“, ergänzt Yvonne Gassmann.

Rohre selbst schnitzen

Mattia als Jüngstem der Familie war früh klar, dass er das gleiche Instrument wie die große Schwester spielen möchte. Er blieb dabei, trotz der angebotenen Alternativen, und startete wie der Bruder im jungen Alter im dritten Schuljahr: „Mattia hat das Glück, dass er einen super Lehrer bekommen hat. Er hat jede Stunde viel Spaß, alles ist spielerisch. Oder als Wettbewerb, es sind hochmotivierende Stunden“, freut sich Yvonne Gassmann.

Damit Kinder ein Fagott erlernen können, wird ein Quintfagott, ein Fagottino oder bei Micha Gassmann ein Fagott mit Kunststoffrohr verwendet.
Damit Kinder ein Fagott erlernen können, wird ein Quintfagott, ein Fagottino oder bei Micha Gassmann ein Fagott mit Kunststoffrohr verwendet. | Bild: Privat

Im März hat Mattia das JMLA Junior beim MV Horheim abgelegt. Nach Corona möchte er beim Jugendorchester JOW Wutöschingen mitspielen. Fagott-Lehrer Robert Oros hat ihm bereits früh gezeigt, wie er seine eigenen Rohre bauen kann: „Die erste Hälfte kann ich schon“, freut sich Mattia. Ein Doppelrohrblatt kostet im Handel um die 15 Euro pro Stück und ist nach kurzer Musizier-Zeit kaputt.

Simon Gassmann schnitzt sich zuweilen die Rohre für sein Instrument selber.
Simon Gassmann schnitzt sich zuweilen die Rohre für sein Instrument selber. | Bild: Privat

Deshalb ist es für jeden Musiker ratsam, seine Rohre selbst zu schnitzen, auch wenn dies mehrere Wochen dauert. Hier gab es große Unterschiede im Unterricht der drei Jungmusiker, mittlerweile können alle ihr eigenes Rohr schnitzen, aus Zeitgründen jedoch wird gerne das Angebot in Anspruch genommen, vom Lehrer ein handgefertigtes Rohr zu erwerben.