Bei dringenden menschlichen Bedürfnissen gibt es in Stühlingen genügend Möglichkeiten, diesen nachzukommen. Denn Stühlinger Einzelhändler und Gastronomen stellen im Rahmen der Aktion „Nette Toilette“ ihre Toiletten öffentlich zur Verfügung. Dennoch gibt es seit einiger Zeit immer wieder Verschmutzungen durch menschliche Hinterlassenschaften, wie am Soccerfeld bei der Stadthalle.

Ordnungsamt schlägt Alarm

Bereits vor einigen Monaten hat das Ordnungsamt der Stadtverwaltung darauf hingewiesen, dass „Menschenkot am Soccerfeld“ ein Ärgernis sei. Es habe sich allerdings noch nichts geändert, der Platz werde weiterhin für das menschliche Bedürfnis genutzt, anstatt eine der öffentlichen Toiletten zu besuchen.

Das könnte Sie auch interessieren

„Dieser Platz wird regelmäßig von Kindern und Jugendlichen zum Spielen benutzt. Wenn die Kinder und Jugendlichen nicht aufpassen, dann wird mal schnell in einen Haufen reingestanden“, heißt es in dem Hinweis des Ordnungsamtes.

Bei den Verschmutzungen durch die menschlichen Hinterlassenschaften handelt es sich laut Ordnungsamt um eine Ordnungswidrigkeit. Denn laut Polizeiverordnung der Stadt Stühlingen ist auf öffentlichen Straßen, Plätzen und Gehwegen sowie in Grün- und Erholungsanlagen oder sonstigen Freizeiteinrichtungen das Verrichten der Notdurft untersagt.

„Wir fordern dazu auf, dies zu unterlassen und die Notdurft an einem vorgesehenen WC zu verrichten.“ Wenn sich die Situation nicht verbessert, kündigt das Ordnungsamt Konsequenzen an: „Wenn weiterhin die Notdurft auf dem Soccerfeld verrichtet wird, sehen wir uns dazu gezwungen, das Feld für die weitere Benutzung zu schließen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kostenlos auf die Toilette

Die Hinterlassenschaften auf dem Soccerfeld stoßen auch deshalb auf Unverständnis, weil es in Stühlingen bereits seit einigen Jahren die „Nette Toilette“ gibt. Auf Initiative von Reinhard Schmitt, Vorsitzender des Handels- und Gewerbevereins, hat die Stadtverwaltung mit Stühlinger Gastronomen und Einzelhändlern vereinbart, dass diese ihre Toiletten kostenlos für die Öffentlichkeit zur Verfügung stellen. Dafür erhalten sie von der Stadt einen jährlichen Obolus von 300 Euro für Reinigung und Pflegeprodukte.

Reinhard Schmitt freut sich, dass sich weitere Mitglieder des Handels- und Gewerbevereins an der Aktion „Nette Toilette“ beteiligen.

Der Initiator: Reinhard Schmitt, mit Tochter Melanie Schmitt, von der Württembergischen Versicherung, initiierte die öffentlichen Toiletten in Stühlingen.
Der Initiator: Reinhard Schmitt, mit Tochter Melanie Schmitt, von der Württembergischen Versicherung, initiierte die öffentlichen Toiletten in Stühlingen. | Bild: Yvonne Würth

Sichtbar an der Außenwand angebracht sind Schilder mit Info und städtischem Logo, ergänzend mit Symbolen für rollstuhlgerechte Toiletten und Wickelraum sowie QR-Code. Beim Gang durch die Stadt äußerten sich die Inhaber und Mitarbeiter positiv über dieses Angebot.

Für die Brüder Seydi Kara und Mehmet Ali Kara vom „Café Bistro Keklik“ ist es selbstverständlich, eine „Nette Toilette“ anzubieten. Sie freuen sich, dass dies von der Stadt finanziell unterstützt wird, erklären die beiden.

„Café Bistro Keklik“:  Auch für die Brüder Seydi Kara und Mehmet Ali Kara vom „Café Bistro Keklik“ ist das Angebot der öffentlichen Toilette selbstverständlich.
„Café Bistro Keklik“: Auch für die Brüder Seydi Kara und Mehmet Ali Kara vom „Café Bistro Keklik“ ist das Angebot der öffentlichen Toilette selbstverständlich. | Bild: Yvonne Würth

Für die Hauswirtschaftsleiterin Melitta Hofmeier vom „Café Weilers“ bei der Pflegeeinrichtung in den Brunnenwiesen gehören die netten Toiletten „einfach zum Service dazu“.

„Café Weilers“: Für Melitta Hofmeier vom „Café Weilers“ bei der Pflegeeinrichtung in den Brunnenwiesen gehört die öffentliche Toilette zum Bürgerservice dazu.
„Café Weilers“: Für Melitta Hofmeier vom „Café Weilers“ bei der Pflegeeinrichtung in den Brunnenwiesen gehört die öffentliche Toilette zum Bürgerservice dazu. | Bild: Yvonne Würth

Jacqueline Schneider, Inhaberin des Restaurants „Zum Zapfhahn“ und der „Einstein Café Lounge“, bietet während ihrer Öffnungszeiten ebenfalls freien Zugang zur Toilette an.

„Zum Zapfhahn“: Auch Jacqueline Schneider, Inhaberin des Restaurants „Zum Zapfhahn“ und der „Einstein Café Lounge“ bietet freien Zugang zur Toilette während der Öffnungszeiten an.
„Zum Zapfhahn“: Auch Jacqueline Schneider, Inhaberin des Restaurants „Zum Zapfhahn“ und der „Einstein Café Lounge“ bietet freien Zugang zur Toilette während der Öffnungszeiten an. | Bild: Yvonne Würth