Klimaschutz und Energiewenden rücken immer mehr in den Vordergrund. Das Land Baden-Württemberg will Kommunen unterstützen und finanziert ihnen das Forum Energiedialog. Bereits 50 Kommunen arbeiten mittlerweile mit dem Regierungspräsidium Freiburg zusammen. Dirk Vetter (Forum Energiedialog) moderierte den Abend und stellte den Kriterienkatalog für Stühlingen vor.

An den Informationsständen wurde hinterfragt und diskutiert.
An den Informationsständen wurde hinterfragt und diskutiert. | Bild: Heidemarie Rombach

Die Stadt Stühlingen hatte zu der Veranstaltung eingeladen, um über Pläne zur Errichtung von Freiflächen-Photovoltaikanlagen und Windräder zu informieren und der Bürgerschaft Gelegenheit zur Diskussion zu geben. „Es ist dem Gemeinderat von Stühlingen wichtig, dass die Bürger informiert werden“, meinte Moderator Dirk Vetter (Forum Energiedialog). Oliver Schäfer von Event Cam kümmerte sich derweil um die Technik.

Anlass für die Veranstaltung waren vor allem aktuelle Pläne verschiedener Interessenten, in der Nähe des Ortsteils Weizen Freiflächen-Solaranlagen zu errichten. Zu den Interessenten gehören ein Konsortium der Firmen Energiedienst, Familie Stotmeister und Andres Preiser sowie die Firmen NaGa Solar aus Frankfurt und die Wattner AG aus Köln.

Weniger konkret sind Pläne der Enerkraft GmbH aus Erlenbach für den Bau von Windrädern auf Flächen der Gemarkung Bettmaringen und Mauchen. Windräder an diesem Standort waren bereits vor einigen Jahren in der Diskussion. Aufgrund terminlicher Überschneidungen mit anderen Veranstaltungen konnten die Firmen Wattner AG und Enerkraft GmbH ihre Projektideen oder aktuellen Sachstände nicht vor Ort präsentieren.

Bei der Veranstaltung erläuterte zunächst Rolf Pfeifer, Geschäftsführer von endura kommunal, die Rolle der Gemeinden beim Ausbau erneuerbarer Energien. Er erklärte, dass sich durch kommunale Initativen eine möglichst hohe lokale Wertschöpfung erzielen lässt, der Standort Stühlingen sich für Windräder jedoch wenig eignet.

Rolf Pfeifer von endura kommunal hielt zu Beginn der Informationsveranstaltung einen Vortrag über kommunale Energiewende. Mehr als 80 ...
Rolf Pfeifer von endura kommunal hielt zu Beginn der Informationsveranstaltung einen Vortrag über kommunale Energiewende. Mehr als 80 Interessierte hörten interessiert zu und konnten später Fragen stellen. | Bild: Heidemarie Rombach

Der Stadtplaner Markus Biechele stellte den Entwurf eines vom Gemeinderat erarbeiteten Kriterienkataloges für Freiflächen-Photovoltaikanlagen vor. An diesen Kriterien könnte sich der Gemeinderat bei Entscheidungen über Bebauungspläne für Solarparks orientieren. Der Katalog beinhaltet etwa, dass Solarparks von Wohngebäuden aus nicht sichtbar sein und möglichst keine landwirtschaftlich wertvollen Flächen genutzt werden sollen.

Bürgermeister Joachim Burger sieht in dem Kriterienkatalog ein wichtiges Instrument, um die Energiewende in Stühlingen steuern. „Wir wollen in Stühlingen einen Beitrag zur Energiewende leisten – jede Gemeinde muss das tun. Aber wir wollen auch einen schonenden Ausgleich mit anderen Belangen, wie dem Naturschutz, den Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger und der Landwirtschaft. Dabei hilft uns der Kriterienkatalog“, erklärte Burger.

Bei der Veranstaltung am Donnerstagabend meldeten sich auch viele Bürgerinnen und Bürger zu Wort. Außerdem hatten sie die Gelegenheit zum persönlichen Gespräch an Ständen der Stadt, der Solarpark-Interessenten und des Kompetenzzentrums Erneuerbare Energien beim Regierungspräsidium Freiburg. So konnten sie zum ausgestellten Kriterienkatalog Stellung beziehen.

Der endgültige Entwurf wird zeitnah in einer der nächsten Gemeinderatssitzungen verabschiedet. Bei der Organisation und Moderation der Veranstaltung hat das Forum Energiedialog – ein Programm des Landes Baden-Württemberg – die Stadt unterstützt. Das Forum Energiedialog begleitet Kommunen bei der Diskussion um den Ausbau der erneuerbaren Energien.

Stimmen unter den Besuchern

Größtenteils waren es männliche Besucher, welche zur Info-Veranstaltung kamen. Ortschaftsrätin Irmgard Folts (FW) aus Schwaningen hatte bislang nichts vom Projekt Erneuerbare Energien gewusst. Durch den Ortsvorsteher erfuhr sie vom Termin. „Das Thema interessiert mich, besonders die Anliegen der Landwirte und das Besitzverhältnis. Dazu mache ich mir Gedanken, dass wichtige Dinge in staatliche Vereinnahmung gehen.“

Irmgard Folts aus Schwaningen.
Irmgard Folts aus Schwaningen. | Bild: Heidemarie Rombach

Gemeinderätin und Ortsvorsteherin Gabi Fischer (FW) meinte: „Ich kenne das Ganze und mich interessieren die Meinungen, damit ich meine Entscheidungen besser treffen kann.“ Und Beate Hamburger aus Weizen erklärte: „Als Oma mache ich mir Sorgen um die Klimaerwärmung.“

Gemeinderätin und Ortsvorsteherin aus Weizen Gabi Fischer.
Gemeinderätin und Ortsvorsteherin aus Weizen Gabi Fischer. | Bild: Heidemarie Rombach
Beate Hamburger aus Weizen.
Beate Hamburger aus Weizen. | Bild: Heidemarie Rombach