Dem kirchlichen Bauförderverein Heilig Kreuz Stühlingen stehen grundlegende Veränderungen bevor. In der Hauptversammlung wurden Möglichkeiten und Schwierigkeiten dargestellt. Der Gründungsvorsitzende Karl Albicker stellte verschiedene Möglichkeiten vor für das Frühjahr 2022. Dann sind Neuwahlen, er stellt sich nach 20 Jahren nicht mehr für den Vorsitz zur Verfügung.

Im Rahmen der „Kirchenentwicklung 2030“ geht das Selbstbestimmungsrecht verloren, das der kirchliche Bauförderverein Heilig Kreuz durch den Vorstand und den Mitgliederbeschluss noch hat: „Eventuell ist kein Stiftungsrat von Stühlingen mehr dabei. Wie groß diese Gemeinden werden, weiß man nicht.“ Die Auflösung des eingetragenen Vereins in verschiedenen Varianten mit Neugründung, Umbenennung oder Erweiterung auf die gesamte Seelsorgeeinheit wurde angesprochen, ebenso die Möglichkeit, den Konradsaal an die Stadt zu verkaufen. Angesprochen sind auch alle Vereine, die den Konradsaal bisher genutzt haben.

Bei der Sitzung (von links): Kassierer Michael Geng, Pfarrgemeinderatsvorsitzende und Protokollantin Bauförderverein, Isolde Büche, Gründungsvorsitzender Karl Albicker, Leiter der Seelsorgeeinheit Eggingen-Stühlingen Heilig Kreuz, Pfarrer Karl-Michael Klotz.
Bei der Sitzung (von links): Kassierer Michael Geng, Pfarrgemeinderatsvorsitzende und Protokollantin Bauförderverein, Isolde Büche, Gründungsvorsitzender Karl Albicker, Leiter der Seelsorgeeinheit Eggingen-Stühlingen Heilig Kreuz, Pfarrer Karl-Michael Klotz. | Bild: Yvonne Würth

„Was ist der Stadt und den Vereinen dieser Konradsaal wert? Wie können wir den Konradsaal erhalten?“ Diese beiden Fragen von Pfarrer Karl-Michael Klotz als Leiter der Seelsorgeeinheit Eggingen-Stühlingen Heilig Kreuz sollen bis und in der nächsten Versammlung besprochen werden. Bereits für diese Sitzung waren Vertreter der städtischen Vereine eingeladen worden.

Bei der Renovierung des Konradsaals hat man sich bewusst länger Zeit gelassen, da das Mauerwerk sehr nass ist und der Sommer nicht zur Trocknung beigetragen hatte, erklärte Architekt Bruno Jehle in der Hauptversammlung des kirchlichen Baufördervereins Heilig Kreuz Stühlingen. 60 Jahre hatte die Feuchtigkeit bis ins Dach hochwandern können. Einen halben Meter tiefer als geplant und entlang der Küche musste ebenfalls aufgegraben und abgedichtet werden, was zu Mehrkosten von 5000 Euro geführt hatte. Positiv wurden die freiwilligen Helfer aufgenommen, die beim Abspitzen des Putzes geholfen hatten: Eltern der Nachhilfe-Kindergruppe mit Rangina Zamani. Es gab drei Trocknungsphasen, nach Grundputz, zweiter Schicht und Abdichtungsschicht. Im Anschluss an die Handwerkerferien wird hier weitergearbeitet. Es besteht die Hoffnung, dass die Arbeiten vor dem Frost beendet sind. Das Bild entstand vor den Sommerferien.
Bei der Renovierung des Konradsaals hat man sich bewusst länger Zeit gelassen, da das Mauerwerk sehr nass ist und der Sommer nicht zur Trocknung beigetragen hatte, erklärte Architekt Bruno Jehle in der Hauptversammlung des kirchlichen Baufördervereins Heilig Kreuz Stühlingen. 60 Jahre hatte die Feuchtigkeit bis ins Dach hochwandern können. Einen halben Meter tiefer als geplant und entlang der Küche musste ebenfalls aufgegraben und abgedichtet werden, was zu Mehrkosten von 5000 Euro geführt hatte. Positiv wurden die freiwilligen Helfer aufgenommen, die beim Abspitzen des Putzes geholfen hatten: Eltern der Nachhilfe-Kindergruppe mit Rangina Zamani. Es gab drei Trocknungsphasen, nach Grundputz, zweiter Schicht und Abdichtungsschicht. Im Anschluss an die Handwerkerferien wird hier weitergearbeitet. Es besteht die Hoffnung, dass die Arbeiten vor dem Frost beendet sind. Das Bild entstand vor den Sommerferien. | Bild: Yvonne Würth

Der aktuelle Kassenstand seit der Corona-Pandemie ist nicht rosig: „Es bleibt nicht viel für die geplanten Aufgaben, ich hoffe, dass noch was zusammenkommt.“ Die Erneuerung der Sanitäranlage und ein Teil der Außenrenovierung beim Konradsaal sind nur durch das zweckgebundene Erbe von Manfred Härtenstein ohne Darlehensaufnahmen möglich. Die Restfinanzierung läuft über das Ordinariat und Rücklagen. Was nicht eingeplant war, aber auf Wunsch ausgeführt werden sollte, ist die Neugestaltung des Eingangsbereichs. Von Kosten bis etwa 8000 Euro wird ausgegangen, die möglichst über Spenden eingenommen werden sollen.

Kirchenentwicklung 2030

Die Kirchenentwicklung 2030 sieht eine Konzepthase bis März 2022 vor, danach ist Transformationsphase bis 2025/2026, der Echtbetrieb startet bereits ab 2025/2026. Die bislang 224 Seelsorgeeinheiten werden dann zu 36 neuen Pfarreien zusammengelegt. Im Dekanat Waldshut soll es zwei Pfarreien geben, eine westliche mit 38.000 Katholiken und eine östliche mit 44.000 Katholiken. Im Herbst 2022 starten die Projektkoordinatoren. Für Eggingen und Stühlingen sei Pfarrer Veit Rutkowski zuständig, der zurzeit in der Seelsorgeeinheit Klettgau-Wutöschingen ist, erklärte Pfarrgemeinderatsvorsitzende Isolde Büche, die im Bauförderverein als Schriftführerin aktiv ist. „Die gesamte Diözese wird sich verändern. Vielleicht ist gar kein Stühlinger mehr im Stiftungsrat.“

Der Verein

Der kirchliche Bauförderverein Heilig Kreuz Stühlingen wurde 2002 gegründet und feiert 2022 sein 20-jähriges Bestehen. Es gab in dieser Zeit einige Renovierungen in sechs Bauabschnitten. Die Renovierungen der Kirche Heilig Kreuz, des Konradsaals und des Pfarrhauses unterstützte der Verein maßgeblich. Seit der Gründung fanden dafür Veranstaltungen statt wie Weinfeste, Städtlefest, Suppensonntage, Patrozinium und Adventsbasare sowie Benefizveranstaltungen mit Landtagspräsident Guido Wolf 2013 und dem Comedy-Trio Die 2 Drei, auch trat die Ballettgruppe Felicitas auf. Es gab Benefizkonzerte mit dem Sängerbund Stühlingen und dem Let‘s Fetz Chor Bonndorf. 15-mal war der Verein mit der Kaffeebar im Kirchpark beim Stühlinger Frühling dabei, einer der jüngsten Höhepunkte war das Adventskonzert 2019 mit dem Ex-Klostertaler Markus Wohlfahrt und der Alphornsolistin Lisa Stoll.

Tiefer gegraben werden musste aufgrund der Nässe bei der jüngsten Außenrenovierung des Konradsaals.
Tiefer gegraben werden musste aufgrund der Nässe bei der jüngsten Außenrenovierung des Konradsaals. | Bild: Yvonne Würth

Es wurden 160.000 Euro gesammelt. „Die Dachlattenaktion war ganz nett, es waren 5577 Meter Dachlatte, das wäre heute wesentlich teurer. Die Aktion hat uns 26.253 Euro eingebracht, hier nochmals allen Spendern ein herzliches Vergelt‘s Gott“, freute sich der Gründungsvorsitzende Karl Albicker.

Mehrere Wochen bleibt die Außenwand des Konradsaals Stühlingen unverputzt, um eine Trocknung zu ermöglichen. Das Bild stammt vom Patroziniums-Sonntag.
Mehrere Wochen bleibt die Außenwand des Konradsaals Stühlingen unverputzt, um eine Trocknung zu ermöglichen. Das Bild stammt vom Patroziniums-Sonntag. | Bild: Yvonne Würth