Seit Montag läutet die Glocke im Stühlinger Städtle wieder regelmäßig, was viele Bewohner in den vergangenen Wochen sehr vermisst hatten.

  • Die Glocke: Die historische Glocke von 1580 wird nach der Sanierung durch zwei Bauelemente aus Holz und Metall unterstützt. An einem feinen Riss hatte sich das Alter bemerkbar gemacht, der Ausbau fand am 21. September statt, dafür musste das Dach abgedeckt werden, nun sind Sicherheit und Klang wieder gewährleistet. Pfarrer Guido Palazzari war aus Blumberg angereist, um mit einer Schar von Gläubigen ein Gebet zu sprechen und die Glocke zu segnen, bevor sie wieder zurück in den Glockenturm gebracht wurde.
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  • Für den Schmuck hatte Christina Leutze gesorgt. Neben dem Blumenkranz und blau-weißen Bändern hatte sie die sorgsam aufbewahrten Papier-Blumen von ihrer Hochzeit mit Sascha Leutze vor 15 Jahren angebracht. Mit dem Läuten der Glocke im Glockenturm und leckerem Kuchen, hygienisch einzeln verpackt, wurde die Aktion abgeschlossen. Finanziell ermöglicht war es durch die Erb-Spende der Pfarrers Tochter von Anton Reinelt, der in Stühlingen wohnte. Auf dem Brustgurt der 1580 gegossenen Glocke steht die Inschrift „O REX – GLORIA – CHRISTE – VENI – NOBIS – CUM PACE“, übersetzt: „O König der Herrlichkeit, Christus, komme zu uns mit deinem Frieden.“ Die Konstruktion des Dachstuhls für Langhaus und Chor der Sebastianskapelle weist typisch barocke Merkmale auf und stammt wie der Glockenstuhl vermutlich aus dem Jahr 1667.
Die Glocke wurde im Anschluss an die Sanierung gesegnet und zurück an ihren Bestimmungsplatz gebracht. Der blau-weiße Schmuck wurde von Christina Leutze vom Kirchenvorstand der altkatholischen Kirchengemeinde Stühlingen angebracht. Die Papier-Blumen stammen aus ihrem Hochzeitsschmuck und erhielten nun nach der jahrelangen sorgsamen Aufbewahrung eine neue Bestimmung.
Die Glocke wurde im Anschluss an die Sanierung gesegnet und zurück an ihren Bestimmungsplatz gebracht. Der blau-weiße Schmuck wurde von Christina Leutze vom Kirchenvorstand der altkatholischen Kirchengemeinde Stühlingen angebracht. Die Papier-Blumen stammen aus ihrem Hochzeitsschmuck und erhielten nun nach der jahrelangen sorgsamen Aufbewahrung eine neue Bestimmung. | Bild: Yvonne Würth
  • Die altkatholische Kirchengemeinde: Pfarrer Guido Palazzari und Pfarrer Stefan Hesse wechseln sich ab in der Kirchengemeinde und betreuen um die 60 Gläubigen aus Stühlingen und Schwaningen sowie die gesamte Kirchengemeinde, die sich auf die Orte Stühlingen, Schwaningen, Fützen, Blumberg, Randen, Kommingen und Mundelfingen erstreckt.
Pfarrer Guido Palazzari (links) und Christina Leutze (rechts), Kirchenvorstand der altkatholischen Kirchengemeinde Stühlingen sowie eine kleine Schar von Gläubigen waren am Montag dabei, als die sanierte und geschmückte Glocke gesegnet wurde. Nach dem Gebetsspruch wurde die Glocke dreimal geläutet und erklang dabei seit Wochen erstmals wieder im Stühlinger Städtle.
Pfarrer Guido Palazzari (links) und Christina Leutze (rechts), Kirchenvorstand der altkatholischen Kirchengemeinde Stühlingen sowie eine kleine Schar von Gläubigen waren am Montag dabei, als die sanierte und geschmückte Glocke gesegnet wurde. Nach dem Gebetsspruch wurde die Glocke dreimal geläutet und erklang dabei seit Wochen erstmals wieder im Stühlinger Städtle. | Bild: Yvonne Würth
  • Dabei decken die beiden alle Bereiche ab, vom Boden kehren über den Religionsunterricht bis hin zur Feier der Gottesdienste, denn eine Sekretärin gibt es nicht. „Wir sind in der traumhaften Lage, zwei Pfarrer für 760 Gläubige zu haben“, freut sich Pfarrer Palazzari. Dass die Priester bei den Altkatholiken seit 1878 heiraten dürfen, ist nicht überall bekannt. Trotz der Corona-Pandemie hält Pfarrer Guido Palazzari es für wichtig, dass gerade an Weihnachten ein Angebot an Gottesdiensten besteht. Denn traditionell wird zur Christmette die Sebastianskapelle sehr stark frequentiert. Wie genau das Konzept dieses Jahr aussieht, wird noch bekanntgegeben. Aktuell haben 16 Gottesdienstbesucher Platz im Rahmen des Hygienekonzeptes.

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