Eine Krebserkrankung konfrontiert Betroffene und deren Angehörige mit vielen Fragen. Ärzte mögen zwar Behandlungsmöglichkeiten aufzeigen, dennoch fühlen sich Patienten mit vielen Problemen allein gelassen. Selbsthilfegruppen sind in diesem Fall ein geeignetes Forum, sich mit Menschen auszutauschen, die ähnliche Fragen zu sozialen, physischen und psychischen Auswirkungen sowie Therapie- oder Rehabilitationsmöglichkeiten haben. Vielen fällt es leichter, mit Menschen, die dasselbe Schicksal teilen, zu sprechen als mit solchen, die gar nicht wissen können, welche Sorgen Krebskranke beschäftigen.

Krebskranke aus der Region möchten deshalb neue Wege beschreiten. Annette Holl (Bonndorf) und Markus Hotz (Mauchen) laden zu einer neuen Selbsthilfegruppe ein. Zwar existiert seit vielen Jahren eine Selbsthilfegruppe Krebs Oberes Wutachtal-Eggingen, doch diese ist ausschließlich auf Frauen fokussiert. Außerdem sind deren Teilnehmerinnen überwiegend in einem Alter von über 60 Jahren. „Jüngere Krebserkrankte beschäftigen sich aber mit ganz anderen Fragen als ältere“, begründet Annette Holl die gemeinsame Initiative.

Die Idee

Sie und Markus Hotz sind beide Anfang/Mitte 40, berufstätig und haben Kinder. Gemeinsam möchten sie nun einen Gesprächskreis mit Männern und Frauen im Alter zwischen 20 und 50 Jahren auf den Weg bringen, die entweder selbst erkrankt sind oder ein erkranktes Familienmitglied haben. Denn auch Angehörige haben mit ihren Sorgen häufig Gesprächsbedarf. „Jung und Krebs im Wutachtal“ ist als Ergänzung zur bestehenden Selbsthilfegruppe gedacht und mit deren Leiterin, Veronika Limberger, abgesprochen.

Die Teilnehmer

Eingeladen sind alle, die selbst oder deren Familienmitglied eine Krebsdiagnose erhalten haben und deren Leben damit aus den Fugen geraten ist. In den Treffen wird über das Leben mit Krebs, Sorgen und Ängste inmitten von Kindern, Beruf und Alltag gesprochen. Ferner werden Erfahrungen mit Therapien und Medikamenten geteilt. Vorträge von Experten aus onkologischen Bereichen, aber auch gemeinsame Aktionen, welche trotz Krebs Spaß und Lebensfreude bringen, ergänzen die Gesprächsrunden.