Die Feuerwehr Stühlingen arbeitete in der Hauptversammlung der Gesamtwehr in der Ehrenbachhalle Weizen gleich drei Jahre rückblickend ab. Beim Ehren-Marathon wurden 77 Abzeichen für aktive, zwölf Abzeichen für Senioren vergeben, außerdem gab es sechs Beförderungen.

Die Feuerwehr-Ausstattung hatte sich in den vergangenen drei Jahren kontinuierlich verbessert, es wurden Fahrzeuge angeschafft und Gerätehäuser saniert bzw. neu gebaut. Jede Abteilung kann per Funkgerät in den Fahrzeugen und den Gerätehäusern in Einsätzen besser kommunizieren, um unnötiges Nachrücken zu vermeiden.

Einsätze der zehn Abteilungen

Einsätze gab es 2019, 2020 und 2021 insgesamt 165, es wurden 6983 Stunden von den Kameraden gelistet. Darunter waren Großbrände in Schwaningen, Eberfingen und Bonndorf, ein psychisch belastender Verkehrsunfall bei Eberfingen, ein Verkehrsunfall mit Verletzten bei Bettmaringen, außerdem ein massiver Löschangriff in Mauchen.

Gesamtwehrkommandant der Feuerwehr Stühlingen Gerhard Pfeifer.
Gesamtwehrkommandant der Feuerwehr Stühlingen Gerhard Pfeifer. | Bild: Yvonne Würth

Schutzmaßnahmen, die nichts mit der Corona-Pandemie zu tun hatten, wurden eingeleitet bei einem Einsatz mit Verdacht auf offene Tuberkulose. Die betroffenen Kameraden mussten in Quarantäne gehen und die gesamte Ausrüstung desinfiziert werden.

„Besorgniserregend ist die Zunahme von wetterbedingten Einsätzen, diese haben sich im vergangenen Jahr nahezu verdoppelt, die Tendenz zeigt eher nach oben als nach unten, wir werden uns vermehrt weiter mit solchen Sachen beschäftigen“, so Gesamtwehrkommandant Gerhard Pfeifer.

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Es gab Hochwasser in Lausheim und in Grimmelshofen, nach einer Windhose im Stadtgebiet gab es Einsätze an elf Stellen. „Schlimm für mich als Einsatzleiter war ein böswilliger Alarm, der stellte sich dann gottseidank als Fehlalarm heraus: Die Küche brennt, die Mutter liegt bewusstlos in der Küche im Städtle-Engpass mit alter, enger Bebauung und kritischer Wasserversorgung. Der Einsatz hat uns ganz schön auf Trab gehalten.“ Jugendliche hatten sich einen Spaß erlaubt und die Einsatzkräfte unnötig gefordert.

Die Zusammenarbeit

Während der Pandemie konnte zeitweise gar nicht oder nur in Kleinstgruppen geprobt werden, seit einigen Wochen stellt Gesamtwehrkommandant Gerhard Pfeifer eine kontinuierlich steigende verbesserte Zusammenarbeit fest.

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Die Tagesverfügbarkeit soll durch die Alarmierung mehrerer Abteilungen gewährleistet werden: „Jede Abteilung ist stark aufgestellt, bündeln wir jene Kräfte, zusammen können wir zielgerichtet arbeiten.“

Zielgerichtet auf die Stadtabteilung sollen neue Mitglieder gewonnen werden. Jeder der vier Ausrückebereiche soll künftig auch eine Kinderfeuerwehr haben, zusätzlich zur Jugendfeuerwehr: „Die beiden Kinderabteilungen haben sich etabliert und als unverzichtbar herausgestellt“, erklärte Gerhard Pfeifer.

Ausbildung der Jugend

Jugendwart Kai Itzin freute sich über die gute Annahme der beiden bestehenden Kindergruppen Lausheim und im Ausrückebereich Süd. Auch die Senioren leisten immer noch einen wertvollen Beitrag, auch an Einsätzen könne man rüstige Kameraden noch immer sehen: „Mit ihrem Wissen und ihrer Erfahrung zählen sie immer noch gerne zu den Helfern, Danke. Ihr seid uns immer willkommen“, so Pfeifer.

Zusammenarbeit mit anderen Abteilungen

Sehr geschätzt wird auch die Zusammenarbeit mit den Abteilungen aus Eggingen, Wutöschingen und Bonndorf. Kameraden aus Klettgau gaben dem Großbrand in Schwaningen Priorität anstelle des geplanten Guggenmusik-Auftritts bei der Hoorigen Messe.

Zufrieden zeigte sich Gesamtwehrkommandant Gerhard Pfeifer auch mit der Zusammenarbeit und Unterstützung des Kreisbrandmeisters und der Stadtverwaltung sowie dem Gemeinderat Stühlingen.

„Die Feuerwehr hat eine der wichtigsten und schwierigsten ehrenamtlichen Aufgaben. Ohne die Feuerwehr können verletzte Personen nicht zeitnah, nur schwer oder gar nicht befreit werden. Wie viele Personen bei Bränden nicht gerettet werden können, möchte ich mir gar nicht ausmalen. Es sind zum Teil riskante und dramatische Einsätze zu bewältigen, nicht alle Einsätze gehen glücklich aus.“

Soziales Kapital Bürger-Engagement

Bürgermeister Joachim Burger freut sich über das große Engagement der Feuerwehr-Kameraden: „Die bedeutende Aufgabe, keine geringere als den Schutz des Lebens aller Bürger und ihr Hab und Gut, ist alles andere als selbstverständlich.

Sie stehen für ein aktives Miteinander und Gemeinsamkeit, Sie stehen für Zusammenhalt und geben Menschen das, was den Kitt unserer Gesellschaft ausmacht, eine Heimat im Sinne von Zusammengehörigkeitsgefühl. Bürger-Engagement ist ein soziales Kapital, das allen zu Gute kommt.“

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Er kämpfe um die finanzielle Sicherstellung der Feuerwehrarbeit und sprach drei Themen an. Die kommunale Feuerwehrabgabe, die seit 1994 nicht mehr zulässig ist, möchte er wieder einführen, damit wäre die Finanzierung der Feuerwehr sichergestellt, ohne auf Förderung angewiesen zu sein.

Als zweites Ärgernis verwies Bürgermeister Joachim Burger auf das Sirenenprogramm, welches seit dem Hochwasser im Ahrtal nur per Gießkannenprinzip eingeführt wurde. Das dritte Thema sei die Diskussion, dass Versicherungen im Nachgang nicht die Einsätze der Kameraden wollen.

Grußworte

Andreas Denoke überbrachte Grüße und Infos als stellvertretender Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbands Waldshut und Kommandant der Feuerwehr Wutöschingen. Er bedankte sich für die Disziplin der Feuerwehrkameraden während der langen und mühsamen Pandemiezeit und hofft auf die bleibende Motivation der Jugend.

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