2019 war für die Gemeinde Wutach ein gutes Jahr. Dies betonte Rechnungsamtsleiter Arnold Hettich in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats, in der er die Jahresrechnung 2019 vorstellte. Eine mögliche Euphorie dämpfte der Kämmerer aber auch gleich. „Das Jahr 2020 wird wohl wesentlich schlechter aussehen“, meinte er mit Blick auf negative finanzielle Auswirkungen durch die Corona-Pandemie.

2020 ziehen durch den Lockdown düstere Wolken für den Haushalt der Gemeinde Wutach auf.
2020 ziehen durch den Lockdown düstere Wolken für den Haushalt der Gemeinde Wutach auf. | Bild: Thomas Warnack/dpa
  • Verwaltungshaushalt: Umso erfreulicher sei es aber vor diesem Hintergrund, dass man 2019 mit stabilen finanziellen Verhältnissen abschließen konnte, erläuterte Arnold Hettich. Bei den bereinigten Steuereinnahmen erreichte Wutach erstmals eine Summe von mehr als einer Million Euro. Mit 1,052 Millionen Euro (Vorjahr 995.425 Euro) standen der Gemeinde 56.851 Euro mehr zur Verfügung als 2018.

Das sagen Gemeinderäte und Bürgermeister zur Jahresrechnung 2019

Als Ergebnis wurde im Verwaltungshaushalt eine Zuführungsrate an den Vermögenshaushalt in Höhe von 512.439 Euro erwirtschaftet. Ein gutes Ergebnis für die kleine Kommune, die im Haushaltsplan mit lediglich 104.900 Euro kalkuliert hatte. Insgesamt sprach Hettich im Verwaltungshaushalt von einer Punktlandung. Geplant hatte man mit einem Volumen von 3,839 Millionen Euro, das Rechnungsergebnis weist nun ein Volumen von 3,858 Millionen Euro aus.

  • Vermögenshaushalt: Als ziemliches Kuriosum bezeichnete Hettich hingegen das Ergebnis des Vermögenshaushaltes 2019. Dieses weist in Einnahmen und Ausgaben ein negatives Rechnungsergebnis in Höhe von 125.755 Euro aus. Grund hierfür sind laut Hettich zum einen die hohen Haushaltsreste des Vorjahres, die insbesondere im Bereich Breitbandausbau noch nicht kassenwirksam wurden, zum anderen die Tatsache, dass große 2019 geplante Maßnahmen wie die Sanierung der Wutachhalle und die Erschließung des Neubaugebiets Münchingen noch nicht in Angriff genommen wurden.
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Da im Zuge der Umstellung auf das neue Haushaltsrecht (2019 wurde letztmals das kamerale System angewendet) keine neuen Haushaltsreste gebildet werden konnten, ergab sich das negative Soll, erläuterte der Rechnungsamtsleiter. Auf dem Papier sei der Breitbandausbau mit einem kurzfristig zusätzlich beschlossenen Anschluss des neuen Baugebiets Münchingen die größte Maßnahme des Jahres 2019 gewesen.

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Weitere Projekte waren der Straßenbau in der Hauptstraße in Ewattingen mit Straßenbeleuchtung, Wasserleitungs- und Kanalsanierung. Nicht in Angriff genommen wurden die mit 2,54 Millionen Euro eingeplante Sanierung und Erweiterung der Wutachhalle und die Erschließung des Münchinger Neubaugebiets mit rund 380.000 Euro. Der Vermögenshaushalt wurde mit Einnahmen und Ausgaben in Höhe von 3,156 Millionen Euro geplant. Das Rechnungsergebnis weist ein Minus von 125.754 Euro aus. Die Wenigereinnahmen und -ausgaben summieren sich auf 3,28 Millionen Euro.

  • Entwicklung der Rücklagen: Die allgemeine Rücklage belief sich zu Beginn des Jahres 2019 auf 557.263 Euro. Im Zusammenhang mit der hohen Zuführungsrate und aufgrund der Tatsache, dass keine Haushaltsreste gebildet werden durften, ergab sich eine Rücklagenzuführung in Höhe von 974.573 Euro. Damit verfügt die Gemeinde nun über eine Rücklage in Höhe von 1,532 Millionen Euro.
  • Entwicklung der Schulden: Mit Schulden in Höhe von 68.000 Euro startete die Gemeinde Wutach ins Jahr 2019. Insgesamt wurden im Laufe des Jahres neue Kredite für den Ausbau des Nahwärmenetzes und den Ausbau des Breitbandnetzes in Höhe von 530.000 Euro aufgenommen. Abzüglich der Kredittilgung (18.875 Euro) lag der Schuldenstand zum Ende des Jahres bei 579.125 Euro. Dies entspricht einer Pro-Kopf-Verschuldung von 484 Euro. Die durchschnittliche Verschuldung vergleichbarer Gemeinden in Baden-Württemberg liegt höher, nämlich bei rund 700 Euro pro Einwohner.