Um das Schloss Hohenlupfen über Stühlingen ranken sich einige Sagen, wovon die Geschichte vom See unter dem Gebäude noch am wahrscheinlichsten erscheint. Ein Körnchen Wahrheit enthalten Sagen schließlich meist. Die Sage, die in zwei Variationen kursiert, besagt, dass der Auslauf des Wasserspeichers mit einer Kapuzinerhaube zugestopft wurde. Wenn diese eines Tages vermodert sei, würden sich Wassermassen zu Tale stürzen und das Stühlinger Städtle unter sich begraben.

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In der zweiten Version wird erzählt, dass der Damm des Schlosssees bricht, wenn eines Tages das Stühlinger Kapuzinerkloster geschlossen wird. Tatsächlich ist der Weiterbestand des Klosters in jüngerer Vergangenheit ein Thema gewesen. Im Kapuziner-Konvent, der alle drei Jahre tagt, wurde über eine mögliche Schließung der Klosters mehrfach beraten. Grund: mangelnder Kapuziner-Nachwuchs. Im Moment scheint diese Gefahr gebannt. Junge Novizen sollen hier erste Bekanntschaft mit dem Klosterleben machen.

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Nicht nur wegen der Gefahr, dass der Schlosssee ausläuft, auch aus weiteren Gründen wünscht sich wohl niemand, dass das hiesige Kloster seine Pforte schließen muss. Das Kloster gehört zu Stühlingen wie der Hohenlupfen. Auf Bewohner des Hohenlupfen, die Fürstenberger ab 1630, ist die Klostergründung schließlich zurückzuführen.

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Dass sich unter dem Schloss eine größere Wasseransammlung befindet, kann man sich angesichts des karstigen Kalksandstein-Untergrundes gut vorstellen. Nicht ohne Grund heißt das junge Wohngebiet unterhalb des Hohenlupfen „Seegärten“. Im Schlossberg gibt es in Form mehrerer Quellen jede Menge Wasser. Bis zur Erschließung der Seegärten als Wohnbaugebiet in den 1980er Jahren stand dieses große Streuobstwiesen-Areal immer wieder unter Wasser. Bernhard Keller erinnert sich: „Da schwammen dann sogar Enten.“

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Innerhalb des Schlosshofes gab es bis in die 1950er Jahre eine Zisterne. Nachdem sich dort eine schwermütige Stühlingerin hinuntergestürzt hatte, war der Brunnen allerdings verschlossen worden. Wann genau auch die Zisternen-Umrandung verschwand, ist nicht bekannt. Ältere Stühlinger erinnern sich aber sehr wohl an die gemauerte Umrandung.

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