Seit Juni trainiert Torsten Senf die Aktiven des SV Ewattingen. Er löste Werner Bucher ab, der nach dem coronabedingten Abbruch der vergangenen Saison sein Engagement bei den Blau-Weißen beendete. „Wir haben uns gleich gut verstanden, schon das erste Gespräch entwickelte sich rekordverdächtig lange, und an dessen Ende stand fest, dass wir einen neuen Trainer haben“, erinnert sich SVE-Vorsitzender Stefan Kech an die Anfänge.

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Und dieser neue Mann machte sich gleich an die Arbeit. Nach dem langen Corona-Aus wollte er die Spieler möglichst schnell wieder in Bewegung setzen und sie vor allem auch kennenlernen. „Mir gefällt es in Ewattingen sehr gut und ich bin froh, dass der Verein nicht kurzfristig eine Tabellenplatzierung als Ziel vorgegeben hat, sondern sich eine Aufbruchsstimmung innerhalb der Mannschaft wünscht“, sagt Torsten Senf. Er wolle hier nachhaltig arbeiten, was natürlich Erfolg nicht ausschließen solle. Ganz im Gegenteil: „Ich will kein Spiel verlieren, am besten jedes gewinnen. Aber davor steht erst einmal eine Entwicklung des Teams, die wir mit Freude angehen müssen“, sagt der neue Übungsleiter.

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Er sieht sein Team auf einem guten Weg. Ewattingen habe einen jungen Kader mit beachtlichem Potenzial. Und er attestiert seinen Schützlingen ein hohes Maß an Lernfähigkeit. „Die Spieler hören genau zu und sind offen für neue Ideen.“ Davon hat Senf eine ganze Reihe zu bieten, er will seiner Riege Flexibilität und Kreativität einimpfen. „Wir müssen je nach Situation verschiedene Systeme gehen können, das bedeutet gleichzeitig, dass die Spieler verschiedene Positionen besetzen müssen“, skizziert er seine Vorstellungen. Dabei setzt Senf vor allem auf Training mit dem Ball. „Unser Sport heißt ja Fußball und nicht Laufen“, meint er schmunzelnd. Dass allerdings auch beim Spiel mit dem Ball ein gehöriges Maß an körperlicher Fitness vonnöten ist, das bestreitet der 49-Jährige nicht. Doch die Trainingsabende könnten auch ohne reine Laufeinheiten intensiv sein.

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Und zudem habe Alex Färber in der ersten Vorbereitungsphase gute Arbeit geleistet. Damals leitete der Ehrenspielführer und passionierte Marathonläufer des SV Ewattingen für drei Wochen das Training, als Torsten Senf einen lange geplanten Kuraufenthalt antrat. Damals stand schon der ein oder andere Waldlauf auf der Agenda. „Als ich zurück kam, war die Mannschaft fit. Alex hat das sehr gut gemacht“, lobt Senf die Arbeit seines Vertreters. Überhaupt ist der 49-Jährige, der in Wolterdingen wohnt und in Schwenningen arbeitet, mit dem Engagement seiner Spieler zufrieden. Zumeist sind 17 oder 18 Spieler im Training. Dieser Fleiß zahlt sich nach Meinung von Torsten Senf aus. „Wir haben taktisch und technisch dazu gelernt, allerdings fehlt noch die Konstanz über 90 Minuten.“

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Sollte diese Konstanz zum Guten alsbald erreicht werden, was ist dann für die Mannschaft drin? Dieser Frage weicht der neue Trainer elegant aus: „Ich bin gut gefahren, wenn ich mich vorab nicht festlege, dann können meine Spieler auch befreiter agieren.“ Allerdings habe er natürlich ein Ziel im Kopf, aber das behalte er für sich.

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Sorgen bereiten ihm im Augenblick vor allem die zahlreichen Verletzten, das könne man nicht einfach kompensieren. Und das schwäche auch die zweite Mannschaft, deren Erhalt ihm ebenfalls ein großes Anliegen sei. „Wir müssen es schaffen, möglichst viele junge Spieler hier einzubauen, die dann von den Älteren geführt werden.“ In Ewattingen gibt es bei der Zweiten Ältere, die, zumindest aus Fußballersicht, schon richtig alt sind. „Wir haben Spieler jenseits der 50, da schmerzen nach der Partie die Knochen und trotzdem sind sie dabei – Respekt.“

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