Herr Ernst, welcher Spitzenwert beziehungsweise welcher schlechteste Leistungswert wurden mit der Anlage bislang erzielt? Geplant waren ja jährlich 1,2 Gigawattstunden (GWh).

In den vergangenen sieben Regelabflussjahren wurde mit durchschnittlich 1,2 GWh die geplante Energieerzeugung erreicht. Die maximale Leistung betrug zirka 1,3 GWh im Jahr 2016 und die schlechteste Leistung rund 1 GWh im Jahr 2018.

Würden Sie die Anlage aus heutiger Sicht und den Erfahrungswerten an genau diesem Standort nochmals bauen, vielleicht anders konzipieren? Es war schließlich das erste Projekt dieser Art für Sie.

Der Standort ist auf Grund des großen Talgefälles der Wutach in diesem Bereich optimal für die Wasserkraftnutzung. Dadurch ist eine entsprechende Höhendifferenz gegeben, welche maßgebend für die Leistung der Anlage ist. Für die Planung hatten wir ein erfahrenes Ingenieurbüro für Wasserbau beauftragt, welches über das erforderliche Know-how und Erfahrung verfügte. In einem Planfeststellungsverfahren spielen jedoch noch viele andere Interessen eine wichtige Rolle, sodass die Planung entsprechend angepasst werden musste. Das Konzept der Anlage ist aus heutiger Sicht noch immer optimal im Hinblick auf eine naturgerechte und regenerative Energieerzeugung.

Das Projekt stand 2017 durch die Fliegenfischervereinigung Wutachflühen in der Kritik. Befürchtet worden waren Veränderungen des Geschiebe- und Stoffhaushalts und einhergehend negative Auswirkungen auf die Tierwelt in der Wutach. Hat sich die Situation entspannt?

Die Wasserkraftanlage ist entsprechend konzipiert und bereits in der Planung beziehungsweise Planfeststellungsverfahren wurde seitens der Behörden größter Wert daraufgelegt, dass keine Veränderungen des Geschiebe- und Stoffhaushaltes entstehen. So erfolgt die Geschiebeweitergabe problemlos über die vorhandene große Wehrklappe.

Der Geschiebehaushalt der Wutach ist so enorm, dass der Bereich vor der Wehrklappe bereits nach zwei Jahren vollständig mit Geschiebe verfüllt war und nicht wie ursprünglich prognostiziert erst nach fünf bis zehn Jahren.

Wir sind immer gewillt ein gemeinsames Miteinander mit der Vereinigung der Fliegenfischer Wutachflühen für die Zukunft zu finden, was jedoch auf Grund der unterschiedlichen Interessenslagen nicht immer einfach war.

Wie häufig sind Sie im Achdorfer Tal und schauen nach der Anlage? Was gibt es dort zu tun?

Das ist immer abhängig davon, was gerade anfällt. Es gibt hier immer einiges zu tun, wie beispielsweise Hochwassereinsatz, Wartung der Anlage, Geländepflege oder auch Führungen. Direkt vor Ort habe ich Unterstützung für den Regelbetrieb der Wasserkraftanlage.

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Erforderliche regelmäßige und außergewöhnliche Arbeitseinsätze können somit schnell und direkt zuverlässig durchgeführt werden. In speziellen Situationen bin ich auch immer gerne dabei, da mir die gesamte Anlage und die Region sehr am Herzen liegen. Außerdem freuen sich meine Familie und ich immer, wenn wir ins Achdorfer Tal kommen. Wir sind gerne dort, weil wir mit der Zeit einige Bekanntschaften und Freundschaften dazugewonnen haben.

Fragen: Stefan Limberger-Andris