Ingrid Mann

Ein großes Thema in der Sitzung des Stühlinger Gemeinderats am Montag war die Vorstellung der vorbereitenden Untersuchungen zum Sanierungsgebiet „Städtle“. Das Untersuchungsgebiet umfasst etwa 100 bebaute Grundstücke und ist etwa 5,8 Hektar groß. Die Eigentümer wurden bei der Planung berücksichtigt und gut 90 Prozent hätten bereite eine positive Einstellung zum geplanten Sanierungsverfahren signalisiert, hieß es in der Sitzung.

Die meisten Gebäude stammen aus dem 18. und 19. Jahrhundert, was neben der Sanierung auch vielerorts eine Erneuerung der Gebäudeanlagen erfordert. Knapp zwei Drittel der Angesprochenen wollen entsprechende Maßnahmen ergreifen. Karl-Christian Fock von der Kommunalentwicklung berichtete auch, dass gut 70 Prozent der Sanierungswilligen eine zeitnahe Umsetzung ihrer Maßnahmen planen. Das gesamte Projekt ist auf einen Zeitraum bis 2028 ausgelegt, kann aber auch zwei Jahre, also bis 2030, verlängert werden.

Bild 1: Der erste Schritt für die Sanierung des Stühlinger Städtles ist gemacht
Bild: Steller, Jessica

Die Stadt Stühlingen plant als erste große Maßnahme die Sanierung und eine Erweiterung des Rathauses, was mit 1,8 Millionen Euro zu Buche schlagen wird. Die Sanierung wird mit 85 Prozent gefördert, der neue Anbau nur mit 35 Prozent. Es wurde ein sogenanntes „vereinfachtes Verfahren unter Beibehaltung der Genehmigungspflicht“ gewählt. Das heißt, dass die Stadt 40 Prozent der Rathauskosten übernehmen muss und 60 Prozent als Zuschuss fließen werden.

Für die Sanierung des Rathauses rechnet die Stadt mit einem Zuschuss von rund 60 Prozent.
Für die Sanierung des Rathauses rechnet die Stadt mit einem Zuschuss von rund 60 Prozent. | Bild: Völk, Melanie

Die bewilligte Finanzhilfe sieht 5,6 Millionen Euro für die Gesamtmaßnahme vor, was jedoch erst Stück für Stück und Jahr um Jahr zur Verfügung gestellt werden wird. Der Gemeinderat musste nun über eine Satzung abstimmen, die alles beinhaltet, was als Ziel und Zweck für das Städtle wünschenswert und sinnvoll ist. Private Maßnahmen sollen mit 25 Prozent pauschal gefördert werden, allerdings gibt es hier eine Obergrenze von 100.000 Euro. Es wird auch ein Mindestaufwand von 20.000 Euro plus Eigenleistung vorausgesetzt, um in den Genuss der Förderung zu kommen.

Das könnte Sie auch interessieren

Gemeinderat Wolfgang Löhle (Freie Wähler) wollte wissen, ob der im Plan ausgewiesene Betrag von 280.000 Euro jedes Jahr als städtischer Anteil zu Buche schlägt. Karl-Christian Fock machte deutlich, dass dies ein Durchschnittswert sei, dass sich der Betrag jährlich ändern könne, je nachdem, was gerade gebaut würde. Immer Ende Oktober müssten die voraussichtlich benötigten Fördergelder für das nächste Jahr beantragt werden.

Corinna Pieper bezeichnete es als riesiges Finanzvolumen, appellierte aber an ihre Gemeinderatskollegen, die Möglichkeit zu nutzen, die Sanierung „so zu gestalten, wie wir das wollen“. Endlich sei der Satzungsbeschluss da, der den Startschuss für das Projekt bedeutet. Löhle meinte lapidar: „Jetzt haben wir angefangen, jetzt müssen wir weiter machen.“

Das könnte Sie auch interessieren