„Frühling lässt sein blaues Band wieder flattern durch die Lüfte...“ Dieses Gedicht von Eduard Mörike (1804 bis 1875) trifft auf die diesjährigen Ostertage zu, denn in der Karwoche gab es bei uns bereits sommerliche Temperaturen und schönsten Sonnenschein. Aber Ostern hat meteorologisch viele Gesichter. Denken wir nur an die Nacht zu Ostersonntag anno 1997: Heftiger Schneefall bescherte auch dem Hohenlupfen-Städtchen eine 20 Zentimeter hohe Schneedecke.

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Die Wetterkapriolen ließen aber gleich eine Warmfront folgen, so dass die weiße Pracht am Ostermontag wieder verschwunden war. Statt Osterhasen und Schokoladen-Eier in Gärten zu verstecken, mussten Eltern damals flugs umdisponieren und die Leckereien unter Schränken, Sofas sowie in Blumentöpfen und hinter Vorhängen verstecken.

Skurriles findet sich heute noch in der Stühlinger Unterstadt: In welchem anderen Kirchgarten steht schon ein überlebensgroßer auberginefarbener „Osterhase“? Allerdings hat sein Erschaffer, Christian Pflanzl, weniger an den Osterhasen gedacht, sondern vielmehr an den Spruch „Ich heiße Hase und weiß von nichts!“

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Das volle Geläut der Stadtkirche passt übrigens besonders gut zu Ostern. Es spricht auch Menschen an, die der Kirche eher fern stehen. Die Glockenmelodie ist dem verstorbenen Stadtpfarrer Hermann Ulrich zu verdanken, der in den 1950er Jahren in Stühlingen tätig war. Ihm ist ein akustisches Meisterwerk gelungen. Ganz anders als die lärmigen Rätschen, mit denen die Ministranten auf den Beginn der Karfreitags-Liturgie aufmerksam machen.

Seit im Kapuziner-Kloster wieder Leben einzog, wird bei der Klosterkirche in der Nacht zum auf Sonntag, um 4 Uhr, ein Osterfeuer entzündet; um 5 Uhr folgt dann die österliche Auferstehungs-Feier in der Klosterkirche. Wegen Corona Zeiten bleibt die Klostergemeinschaft dabei unter sich.

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Als Corona noch kein Thema war, fanden Osterkonzerte und Ausstellungen statt, das waren feste Termine im Jahreslauf, die Ostern rund machten. Was man kaum mehr sieht sind jene klebrigen roten durchsichtigen Osterhasen aus Zuckermelasse. Eine preisgünstige Alternative zu edlen Schokohasen. Sie sind irgendwie still und leise aus den Ostersortimenten verschwunden. Aber wichtiger als Süßes war für die Autorin etwas ganz Anderes: Sie durfte als kleines Mädchen an Ostern erstmals im Jahr weiße, von der Oma gestrickte Kniestrümpfe mit Zopfmuster anziehen.

Tipps für Osterspaziergänge

Für die klassischen Osterspaziergänge bieten sich in Stühlingen viele sehr schöne Routen an. Da ist der Schinderwald, wo man mit etwas Glück einen zauberhaften Seidelbast entdecken kann. Früher war das Weilertal ein beliebter Spazierweg, besonders bei Pärchen. Im Volksmund hieß das idyllische Tal mit seinem Bächle deshalb „Tal der Liebe“. Auch das Klosterwäldle war beliebt. Auf drei verschiedenen Höhenwegen kann man sich dort verlustieren. Wildromantisch ist die Teufelsküche, deren Wildbach aus der Schweiz kommend, zwischen Stühlingen und Eberfingen in die Wutach mündet.