Wer das Vorzimmer von Bürgermeister Joachim Burger im Stühlinger Rathaus betritt, wird immer mit einem Lächeln empfangen. Bei Brigitte Heer ist zu spüren, dass sie ihre Arbeit als Sekretärin des Rathauschefs gerne macht. Immerhin hat sie in vier Jahrzehnten drei Bürgermeister erlebt: Ernst Rees, Isolde Schäfer und seit vier Jahren Joachim Burger. „Klar, jeder Rathauschef hat seinen eigenen Führungsstil, ich bin aber mit allen gut klargekommen“, erklärt Brigitte Heer.

Als Sie vor 40 Jahren als 16-Jährige aus Grimmelshofen mit der Ausbildung im Rathaus begann, standen noch in jedem Büro mechanische Schreibmaschinen. Später erledigte sie die Arbeiten immerhin an einer elektrischen Schreibmaschine. Irgendwann hielt auch im Rathaus in Stühlingen die moderne Technik mit der Anschaffung von Computern Einzug.

Die Anfänge

Die ersten Schritte als Verwaltungsfachangestellte machte sie im Bürgerbüro. „Da hatte ich direkten Kontakt zu unseren Bürgern, das habe ich gerne gemacht“, erzählt Brigitte Heer. 1992 wurde sie von Ernst Rees in sein Vorzimmer geholt – zunächst in Teilzeit. Als Isolde Schäfer ein Jahr später auf dem Chefsessel Platz nahm, wurde sie ihre Sekretärin. „Wenn mit den Kindern mal was war, konnte ich nach Hause, alle meine Chefs waren da sehr flexibel“, lobt die zweifache Mutter.

Die Aufgaben

Im Vorzimmer des Rathauschefs sitzt sie bis heute und teilt sich die anfallenden Aufgaben mit Simone Nussberger. Sie ist für das Mitteilungsblatt der Stadt zuständig, kümmert sich um Ehrungen von Blutspendern, Alters- und Ehejubilaren, organisiert die Aktualisierung der städtischen Info-Broschüre, ist in die Organisation des Städtlefests eingebunden, schreibt in Trauerfällen Nachrufe und sie übernimmt gelegentlich die Protokolle der Gemeinderatssitzungen.

Es wird nie langweilig

Den Kalender des Bürgermeisters hat sie dabei immer im Blick, koordiniert Termine, korrigiert und ändert sie, wenn etwas dazwischenkommt. „Langweilig wird mir nicht, die Aufgaben sind vielfältig, es gibt immer etwas zu tun. Und es kommen immer außergewöhnliche Termine oder Aufgaben dazu“, erzählt sie. Brigitte Heer schätzt gerade deshalb die Arbeit in einer Stadt wie Stühlingen, wo man nicht nur für die Buchstaben A bis E zuständig ist. „Die Aufgaben sind vielfältig, von Eintönigkeit keine Spur, das ist das Schöne hier.“

Weniger schöne Momente

Es gab trotz aller Begeisterung für den Beruf aber auch weniger erfreuliche Dinge in den zurückliegenden Jahrzehnten: „Gegen die Schließung des Polizeipostens gab es sogar eine Unterschriftenaktion in den Geschäften“, erinnert sie sich. „Geschlossen wurde er dennoch, da war nichts zu machen“, erzählt sie weiter.

Schöne Erinnerungen

Zu den erfreulichen Dingen zählte immer der Narrenempfang im Rathaus und das Umherziehen mit der „Rathausmusik“ am schmutzigen Dunnschdig durchs Städtle und die Gasthäuser. „Das war gut für die Gemeinschaft und den Zusammenhalt“, sagt Brigitte Heer. Selbst in der Corona-Pandemie gab es positive Erlebnisse. „Als wir den Menschen einen Impftermin in Bonndorf telefonisch anbieten konnten, erlebten wir große Dankbarkeit.“