Das Rathaus Stühlingen soll unter den Auflagen des Denkmalschutzes saniert und erweitert werden. Der Gemeinderat beschloss, einen begrenzt offenen Architektenwettbewerb einen begrenzt offenen Architektenwettbewerb gemäß der Vergabeverordnung (VgV) durchzuführen, der Baubeginn soll im Sommer 2022 sein.

  • Architekten-Wettbewerb: Ingenieur und Projektleiter Lutz Fricke von der LBBW Immobilien Kommunalentwicklung GmbH Stuttgart stellte in der insgesamt vier Stunden dauernden Sitzung des Gemeinderats das Projekt den Stadträten und interessierten Bürgern vor: „Erst war ich erstaunt, dann total begeistert – so eine kompakte Lage ist schon was Besonderes, da muss man schon ganz genau schauen hinsichtlich Denkmalschutz und behutsam umgehen.“ Nicht nur das Rathaus-Gebäude an sich spiele eine Rolle, sondern die Gesamtstruktur. Dabei sollen auch die Beziehungen der einzelnen Bereiche eine Rolle spielen, wie die an beiden Brunnen spielenden Kinder. Bürgermeister Joachim Burger fasste im Anschluss an die Vorstellung zusammen: „Der Quartiersgedanke und die Kompaktheit sind wichtig und dass behutsam damit umgegangen wird. Es müssen also Büros gesucht werden, die sich mit Denkmalschutz auskennen. Es ist klar, dass wir Geld ausgeben müssen. Wir können nach vorne, nach links und rechts gehen, aber nicht zurück. Wir müssen uns einschränken, es wird kein glamouröses Schloss, sondern was zweckmäßiges.“
Drei Preise mit 14.000 Euro, 11.000 Euro und 8000 Euro sowie ein Anerkennungspreis in Höhe von 4 000 Euro sollen ausgelobt werden beim Planungswettbewerb für die Sanierung und Erweiterung des Rathauses in Stühlingen. Neben Auflagen zum Denkmalschutz soll auch die Gesamtstruktur berücksichtigt werden.
Drei Preise mit 14.000 Euro, 11.000 Euro und 8000 Euro sowie ein Anerkennungspreis in Höhe von 4 000 Euro sollen ausgelobt werden beim Planungswettbewerb für die Sanierung und Erweiterung des Rathauses in Stühlingen. Neben Auflagen zum Denkmalschutz soll auch die Gesamtstruktur berücksichtigt werden. | Bild: Yvonne Würth
  • Eckpunkte: Zu den Eckpunkten der Aufgabenstellung gehören die Sanierung und der Umbau des bestehenden Rathauses mit 2.200 Quadratmetern (Brutto-Grundfläche), die Erweiterung der Nutz- und Funktionsflächen durch einen Anbau mit Neuverteilung der Funktionen. Das Nachbargebäude mit 450 Quadratmetern wurde bereits vor Jahren für diesen Zweck erworben. Ob aus beiden Gebäuden ein großer Gebäudekomplex entstehen soll oder beide getrennt bleiben, liegt im Ermessen der Architekten. Ein barrierefreies Bürgerbüro sowie ein Ratssaal, der auch für Festivitäten genutzt werden kann, sowie die Brandschutz-Ertüchtigung, Klimatisierung, Beleuchtung, energetische Ertüchtigung gehören ebenfalls mit dazu. Nicht zuletzt die kleinen, aber wichtigen Räume wie Toiletten, Archiv, EDV müssen mit einbezogen werden.
Da das Rathaus seit Jahren aus allen Nähten platzt, soll das Nachbargebäude (im Bild links) mit einbezogen werden in den städtebaulichen Wettbewerb.
Da das Rathaus seit Jahren aus allen Nähten platzt, soll das Nachbargebäude (im Bild links) mit einbezogen werden in den städtebaulichen Wettbewerb. | Bild: Yvonne Würth
  • Fragen der Stadträte: Bürgermeisterstellvertreterin (FW) Marianne Würth wollte wissen, wie groß das Gremium sein könne, damit es funktioniert: „Meine Befürchtung: Wenn es zu groß wird, wird es träge.“ Lutz Fricke empfahl acht Personen, drei Architekten, ein Stadtplaner, maximal vier Sachpreisrichter, drei Gemeinderäte und der Bürgermeister. Stadträtin (FW) und Ortsvorsteherin von Weizen Gaby Fischer wollte Einzelheiten zu den Kosten und der Förderung wissen. „Alle Positionen sind 100 Prozent förderfähig, die Gemeinde hat 40 Prozent selbst zu tragen.“
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  • Stadtsanierung Stühlingen: Nach der erfolgten Stadtsanierung 2007 bis 2010 mit der Neugestaltung der Hauptstraße und des Kirchvorplatzes ist nun das Städtle im Blick. Parallel zur Sanierung und Erweiterung des Rathauses findet die Sanierung des Städtles statt: Die Fragebögen der Eigentümer, welche bis September ausgefüllt werden sollten, werden nun von der Kommunalentwicklung KE ausgewertet. Danach wird eine Satzung festgelegt mit den Parametern, auf den Öffentlichkeitsbezug wird großer Wert gelegt.
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  • Kosten: Als vorläufige Wettbewerbs-Summe (netto) sind 37.000 Euro veranschlagt, davon die drei Preise in Höhe von 14.000 Euro, 11.000 Euro und 8000 Euro sowie der Anerkennungspreis (4000 Euro). Die Verfahrensdurchführung KE wird auf 50.000 Euro geschätzt, als Regiekosten kommen 33.000 Euro dazu, die Baukosten werden auf etwa 2,5 Millionen Euro veranschlagt, die Freianlagen auf 125.000 Euro. Die Kosten für einen Anbau sind zu 30 Prozent förderfähig. Die Modernisierungskosten sind zu 60 Prozent förderfähig, der Denkmalzuschlag beträgt 25 Prozent.

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