Das Kloster Stühlingen schließt – spätestens zum Jahresende. Der Leiter, Bruder Harald, informierte in einer Pressemitteilung über die Ergebnisse des Provinzkapitels.

Wann und wo fiel die Entscheidung über die Schließung?

Die Ordensbrüder der Deutschen Kapuzinerprovinz kommen alle drei Jahre zu ihrem Provinzkapitel in Münster zusammen. Auf dieser Versammlung wählen die entscheidungsberechtigten Mitglieder des Ordens eine Leitung und fällen grundsätzliche Entscheidungen für die nächsten Jahre.

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Vom 6. bis 11. Juni hatte das 60-köpfige Gremium sich beraten, aufgrund der personellen und finanziellen Situation ist die neue gewählte Provinzleitung bevollmächtigt, über die Zukunft einiger Niederlassungen der Kapuziner in Deutschland zu entscheiden. Dies betrifft neben den Standorten Frankfurt, Ingolstadt, Zell am Harmersbach und Münster auch das Kapuzinerkloster Stühlingen.

Mit dem Abschied der beiden Franziskanerinnen von Reute, Schwester Sonja Maria Hipp und Schwester Hedwig Ballreich, endet das gemeinsame ...
Mit dem Abschied der beiden Franziskanerinnen von Reute, Schwester Sonja Maria Hipp und Schwester Hedwig Ballreich, endet das gemeinsame Lebens und Wirken des Kapuzinerordens mit den Franziskanerinnen von Reute. | Bild: Yvonne Würth

Was sind die Gründe für die Schließung?

Die wichtigsten Gründe für die Neuaufstellung der Kapuziner sind die weiter sinkende Brüderzahl sowie die wirtschaftliche Situation des Ordens: „Die Kapuziner finanzieren sich ausschließlich durch Spenden und die Einnahmen durch die Tätigkeiten der Brüder“, wird Bruder Helmut Rakowski, der neu gewählte Provinzial, in der Pressemitteilung zitiert.

2022 wird nicht nur das Krankenhaus Loreto (links, zum 31. Juli 2022) geschlossen, sondern nun auch noch das Kapuzinerkloster Stühlingen ...
2022 wird nicht nur das Krankenhaus Loreto (links, zum 31. Juli 2022) geschlossen, sondern nun auch noch das Kapuzinerkloster Stühlingen (rechts daneben, spätestens bis Ende 2022). | Bild: Yvonne Würth

Zwei seiner vier neu gewählten Stellvertreter sind Bruder Thomas Schied und Bruder Harald Weber, die in den vergangenen zwei Jahren das Leben im Kloster Stühlingen mitgestaltet haben. „Außerdem reicht unser Nachwuchs leider nicht aus, um unsere zahlreichen Aufgaben in den Niederlassungen auch in Zukunft in gleicher Intensität weiterzuführen“, so Bruder Helmut Rakowski weiter.

Was bedeutet das für Stühlingen?

„Wir Kapuziner haben uns mit großer Mehrheit gemeinsam auf dem Kapitel dazu entschlossen, das Kloster zum Mitleben zu schließen“, erklärt Bruder Harald Weber. „Dass wir schlicht zu wenig Brüder für die anstehenden Aufgaben haben, ist eine Erkenntnis, die schmerzt. Aber wir müssen uns dieser Realität stellen.“

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Bruder Markus Thüer aus der Gemeinschaft wurde zum Provinzsekretär ernannt und zieht in den kommenden Wochen nach München um. „Damit und durch den Weggang der Schwestern jetzt Ende Juni ist es leider notwendig, die Auflösung rasch umzusetzen“, so Harald Weber.

Wie geht es bis zur Schließung weiter?

Die Kapuziner in Stühlingen möchten den Prozess in den nächsten Monaten transparent gestalten und stehen für Fragen und Gespräche zur Verfügung: „Sprechen Sie mich einfach an, oder schreiben Sie eine E-Mail“, sagt Bruder Harald Weber.

Die Kapuziner wollen trotz der Schließung in Stühlingen offen für Gäste bleiben und Möglichkeiten zum Mitleben an anderen Orten schaffen. Das Programm für die Gäste im Kloster zum Mitleben werde überarbeitet, durch die reduzierte Brüderzahl werden nicht alle Gästewochen stattfinden können.