Der Strom kommt aus der Steckdose und ist 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr verfügbar. Wie stark die Menschen im Alltag vom Strom abhängig sind, wird immer erst dann bewusst, wenn der Strom einmal ausfällt. Dann geht heutzutage in vielen Bereich gar nichts mehr. Ganz ausschießen lassen sich Stromausfälle wahrscheinlich nie – „wir investieren aber kontinuierlich in die Erhöhung der Versorgungssicherheit“, sagte Sven Gerspach, Leiter des ED Netze-Stützpunktes Gurtweil, bei der der Inbetriebnahme einer neuen Ortsnetzstation in Wutach-Lembach.

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Rund 170.000 Euro hat der Netzbetreiber ED Netze in das Ortsnetz der Gemeinde Wutach investiert. Errichtet wurde eine moderne ferngesteuerte Trafostation im Bereich „Bohlhöfe“ auf der Gemarkung Lembach, ferner wurden Überlandleitungen abgebaut und mehr als zwei Kilometer Kabel im Nieder- und Mittelspannungsbereich ins Erdreich verlegt.

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Im Beisein von Wutachs Bürgermeister Christian Mauch und Jürgen Friedrich vom Stadtbauamt Bonndorf sowie Mitarbeitern des Netzbetreibers wurde die neue Anlage jetzt offiziell in Betrieb genommen. „Es freut mich, unser ‚neuestes Kind‘ im Netzbetrieb vorstellen zu können“, sagte Edmund Martin, Kommunalbetreuer Energiedienst, bei der Begrüßung der Gäste. Er fügte an, dass durch die neuen Investitionen nicht nur die Stromversorgungssicherheit in der Gemeinde Wutach, sondern auch in Teilen von Bonndorf und Stühlingen erhöht werde.

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Nach den Worten von Sven Gerspach ist die neue Station unter anderem in der Lage, verschiedene Netzfehler zu erkennen und diese an die Leitstelle zu übertragen. Mittels Fernsteuerung sei dadurch kurzfristig eine Freischaltung des betroffenen Stromkreises über motorbetriebene Schalter möglich. „Die Ausfallzeiten der umliegenden Trafostationen in den Ortsteilen Lembach, Münchingen und Ewattingen sowie in Teilen von Bonndorf und Stühlingen sind dadurch deutlich reduzierbar“, erklärte Gerspach. Durch die Erdverkabelung sei zudem für mehr Sicherheit gesorgt worden.

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Schäden an Freileitungen treten bei Unwettern oder starkem Schneefall immer wieder auf, liegt das Kabel im Boden, sind solche Störungen ausgeschlossen. Ein Dankeschön sprachen die Vertreter von ED Netze den Landwirten und Grundstückbesitzern aus. Die Zusammenarbeit für das Projekt habe hier problemlos geklappt. Dasselbe gelte auch für die beauftragten Firmen, wobei beim Bau hauptsächlich heimische Unternehmen zum Zuge kamen.

Alles geht von Ferne

Begutachten konnten die Gäste auch das Innenleben der neuen Ortsnetzstation. Hier wurde auf neueste Digitaltechnik gesetzt, erläuterte der Projektleiter Daniel Maggi. Auf sämtliche Messwerte könne die Netzleitstelle in Rheinfelden rund um die Uhr zurückgreifen, von dort seien die Stromnetze auch steuerbar. Bei Störungen müsse niemand mehr vor Ort sein, Stromausfallzeiten könnten somit minimiert werden. Und selbst wenn die Trafostation vom Stromausfall betroffen wäre, sorgten Batterien dafür, dass die Technik und die Verbindung nach Rheinfelden weiter aktiv sein könne.

Weiterer Ausbau geplant

Mittelfristig seien, so Daniel Maggi, im Bereich Bonndorf weitere solche Stationen geplant. Und auch die Freileitungen in Wittlekofen und Dillendorf sollen im Zuge des Breitbandausbaus abgebaut werden, die Kabel kommen ebenfalls in den Boden. Bürgermeister Christian Mauch zeigte sich erfreut, dass der Netzbetreiber nicht nur in den Ballungszentren, sondern auch im ländlichen Raum investiert. Eine sichere Stromversorgung stelle auch einen Standortfaktor für die Kommunen dar.