Nach acht Wochen strengstem Corona-Lockdown hat sich in der Stühlinger Partnerstadt Bellême das Leben ein klein wenig normalisiert. Groß war der Jubel darüber, die Wohnungen länger als eine Stunde pro Tag verlassen zu dürfen und das sogar ohne schriftliche Erlaubniserklärung. Der Aktionsradius der Menschen wurde auf 100 Kilometer im Umkreis der Wohnung vergrößert. Bisher war dieser für Spaziergänge auf einen Kilometer beschränkt. Da kam man auch in einer Kleinstadt nicht weit. Der schöne Bellêmer Eichenwald blieb für die meisten zwei Monate lang unerreichbar, entsprechende Kontrollen und Strafen hielten vor Zuwiderhandlungen ab.

Komiteemitglied Serge Belloche mit einer Maske, die in der Nähe von Bellême hergestellt wurde.
Komiteemitglied Serge Belloche mit einer Maske, die in der Nähe von Bellême hergestellt wurde. | Bild: Marithé Belloche/privat

Eine Genehmigung, wieder in den Perche zu kommen, bekamen auch die vielen Zweitwohnungsbesitzer aus Paris. Sie genießen es, ihre Ferienhäuser nutzen zu können und beleben Bellême und die Region entsprechend. Außerdem durften letzte Woche neben den Lebensmittelgeschäften alle weiteren Läden öffnen. Die Regeln sind allerdings strikt. Es ist genau festgelegt, wie viele Kunden eintreten dürfen. Bei den meisten muss man sich vor und nach dem Betreten die Hände desinfizieren, entsprechende Vorrichtungen werden bereitgestellt.

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Masken sind obligatorisch. In der Region stellen derzeit zwei Firmen solche her, besonders begehrt sind die mit Visier. Alle Seniorinnen und Senioren erhielten von der Gemeinde zwei Exemplare gratis. Groß war die Freude über die Wiedereröffnung des Wochenmarktes. Sie ist mit einer vorgegebenen Wegführung verbunden, Wechseln von einer Marktseite zur anderen nach Lust und Laune ist nicht möglich, Abstandhalten selbstverständliche Pflicht.

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Restaurants und Bars sind noch bis mindestens 2. Juni geschlossen. Dagegen arbeiten die Frisöre auf Hochtouren, weil sich alle von ihrer Mähne befreien lassen wollen. Die Schulen und Kindergärten öffnen schrittweise, Eltern können aber ihre Kinder weiterhin nach Wunsch zuhause unterrichten. Nicht nur die Bellêmois sind glücklich, dass die Zeit der Isolation vorbei ist.

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Bis zu zehn Personen dürfen sich nun in privaten Haushalten treffen. In einem Land, in dem das gemeinsame Essen mit Freunden zur Kultur gehört, ist das besonders wichtig. Reisen ins Ausland sind weiterhin ausgesetzt, derzeit ist noch ungewiss, wann das nächste Treffen der beiden Partnerschaftskomitees stattfinden kann. Die für Pfingsten geplante Jumelage anlässlich 40 Jahre Partnerschaft liegt momentan genauso auf Eis wie der Schüleraustausch. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben und so blicken alle optimistisch in die Zukunft.

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