Die zwei Zweirad-Enthusiasten Uwe Tröndle und Dieter Eichkorn schrauben, fräsen, drehen, sandstrahlen und tüfteln in ihrer Werkstatt in Dillendorf an Mopeds und Mofas. Ihre Tätigkeit geht weit über das Werkeln in einer Reparaturwerkstatt hinaus. Beide machten ihre Jugend- und Kindheitsträume zum Beruf und führen seit 1. März unter dem Namen TE Moto Ambulanz GmbH in der Tillostraße 8 ihr Unternehmen, das sich der Instandsetzung – wenn es sein muss von der Speiche bis zum Motor – annimmt.

Schon beim Betreten des Ausstellungsraums fallen mehr als 30 herausgeputzte Zweiräder unterschiedlichster Jahrgänge ins Auge. Einige erwecken Oldie-Erinnerungen bis in eigene Jugendtage mit fahrbarem Untersatz der Marken Kreidler Florett oder Zündapp. Über eine Treppe erreicht man die beiden in ihrem weitläufigen Arbeitsraum, in dem bis ins Kleinste auseinandergebaute, halbfertige und kurz vor der Endabnahme stehende Mopeds stehen oder auf Arbeitstischen ausgebreitet liegen. Keine Spur von Improvisation, stattdessen Professionalität. Diesen Eindruck unterstreichen eine CNC-Fräsmaschine und zwei Drehbänke nebst einem Bürotrakt mit Sitz- und Besprechungsgruppe.

Auf die Frage, wie es dazu kam, reicht eine Antwort nur unzulänglich. Die Nachbarschaft der beiden spielte sicherlich eine, wenn auch untergeordnete Rolle. Uwe Tröndle, der 39-Jährige, unter anderem gelernter Kfz-Meister, Dieter Eichkorn, 55-jährig, von Haus aus Schreinermeister, verbindet eine unbändige Leidenschaft für die freie Fahrt im Sattel „raus aus dem Alltag, rauf aufs Moped“. Dabei spielten Herausforderungen bei Rennen und Reisen eine nicht unwesentliche, zielführende Rolle. Uwe Tröndle kann eine ganze Reihe von Pokalen und Urkunden ins Feld führen und vorweisen.

Beim Bonndorfer 24-Stunden-Mofa-Rennen, das die Kolpingsbrüder 2001 veranstaltet haben, wurde er mit seinem Team Gesamtsieger. Mit Dieter Eichkorn, seinem heutigen Mitinhaber, und einem Freund, Tobias Ganter, fuhren sie auf Mopeds von Dillendorfer nach Barcelona und setzten über nach Mallorca. Für die 1380 Kilometer benötigten sie viereinhalb Tage, erzählen die beiden und geraten mit leuchten Augen noch immer ins Schwärmen.

Dass sie mit ihrem Unternehmen eine Nischendienstleistung der Branche belegen, bereichern sie schon nach kürzester Zeit mit Qualität, Können und Fleiß. Unersetzliche Dienste leisten ihnen alte Handbücher über Montage und Technik gängiger bis exotischer Marken. Ohne sie wäre mancher Auftrag gar nicht, oder nur mit deutlich höherem Aufwand möglich. „Wir machen grundsätzlich alles selbst, stellen jedes Teil originalgetreu her, wir sand- oder glasperlenstrahlen, ehe wir die Teile mit der entsprechenden Farbe pulverbeschichten und bei hohen Temperaturen backen. Mit unserem Know-how in der Instandsetzung möchten wir auch andere Moped-Liebhaber mit ihren Schätzen auf die Überholspur bringen.“

Aufträge erhielten die beiden anfangs überwiegend aus der näheren Region, inzwischen scheint sich ihr Leistungsspektrum herumgesprochen zu haben, in ganz Deutschland. Werbung von Mund zu Mund, dazu eine gute Präsenz im Netz und die Möglichkeit, Ersatzteile zu ordern, eigens aufgepeppte Fahrzeuge zu kaufen und die Kooperation mit „RIEJU“ für neue Mopeds seien optimale Begleitumstände für eine weiterhin gute Zukunftsperspektive.