Eine große Trauergemeinde hat dem langjährigen Gemeinderat und Kreisrat Erhard Graunke am Samstag das letzte Geleit gegeben, er war im Alter von 66 Jahren gestorben. Da die Plätze in der St. Gallus Kirche in Ewattingen coronabedingt beschränkt waren, füllte sich auch der Platz vor der Kirche mit vielen Gästen, denen es ein Anliegen war, Erhard Graunke zur letzten Ruhestätte zu begleiten. Die Trauerfeier mit Ansprachen wurde per Lautsprecher nach draußen übertragen. Neben Familie, Angehörigen, Freunden und Berufskollegen waren zahlreiche politische Wegbegleiter aus dem Landkreis zur Trauerfeier nach Ewattingen gekommen. Pfarrer Fabian Schneider hatte sie einfühlsam gestaltet.

„Der Schock, einen lieben Freund verloren zu haben, sitzt immer noch tief“, sagte Wutachs Bürgermeister Christian Mauch in seiner Trauerrede. Er bezeichnete Erhard Graunke als einen Mann, der als Politiker, Schäfer, Interessensvertreter der Landwirtschaft und als Persönlichkeit weit über die Grenzen der Gemeinde Wutach hinaus bekannt und geschätzt war.

Elf Jahre lang habe sich Erhard Graunke als Gemeinderat für Wutach und seine Menschen engagiert, mit Bodenständigkeit und großem Fachwissen habe er die Beratungen bereichert, an Entscheidungsprozessen habe er maßgeblich mitgewirkt. Erhard Graunke habe, so Mauch, immer Position bezogen, auch dann, wenn er kräftigen Gegenwind bekam. Aber gerade diese Geradlinigkeit und Verlässlichkeit seien es gewesen, die von ihm und auch den Ratskollegen geschätzt wurden. „Politik war seine große Leidenschaft, die Landwirtschaft aber war seine Berufung“, fuhr der Wutacher Bürgermeister fort. Erhard Graunke sei es gelungen, beides miteinander zu verbinden.

Einsatz für Landwirte

Der studierte Agraringenieur und aktive Schafhalter habe sein Mandat auch dazu genutzt, auf die Sorgen und Nöte der Landwirte aufmerksam zu machen. Auch sein diesbezüglicher Einsatz werde unvergessen bleiben. Der Verstorbene habe immer den Menschen im Blick gehabt, die hirtentypische Fürsorge sei ein besonderer Charakterzug gewesen. Christian Mauch ging abschließend auf ein Zitat von Antoine de Saint-Exupéry aus „Der kleine Prinz“ ein: „Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“ „Auch unsere Augen werden Dich künftig nicht mehr sehen, wohl aber unsere Herzen, Ruhe in Frieden“, schloss Mauch seine Ansprache.

Mit Leidenschaft engagiert

„Der Tod von Erhard Graunke hat mich hart getroffen, es ist schwer, passende Worte zu finden“, sagte Landrat Martin Kistler. Erhard Graunke habe tiefe Spuren im Landkreis hinterlassen, er sei ein Mann der Tat gewesen, der klare Positionen vertreten habe. Für seine kommunalpolitischen Überzeugungen sei er mit Leidenschaft eingetreten, ebenso für die Menschen seiner Heimat und für die Belange der Landwirtschaft. Durch dieses Engagement habe er höchstes Ansehen über alle politischen Grenzen hinweg genossen.

Fachwissen und Verlässlichkeit

Der Landrat erinnerte an persönliche Erlebnisse mit dem Verstorbenen, den er 2006 kennen und schätzen gelernt habe. Nicht nur im Kreistag, dem Erhard Graunke seit 2009 angehörte, auch bei weiteren politischen Anlässen habe Erhard Graunke mit Fachwissen und Verlässlichkeit Zeichen gesetzt. „Die Begegnungen mit ihm, sein kluger Rat und sein Humor werden mir zeitlebens in Erinnerung bleiben“, sagte Martin Kistler. Sein zu früher Tod sei ein schwerer Verlust, aber: „Erhards Lebensspuren bleiben sichtbar, wir werden ihn in guter und ehrender Erinnerung behalten.“

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