Zur Eröffnung der ersten Kunstausstellung von Axel Holm, Arzt und Psychoanalytiker an der Hans Carossa Klinik in Stühlingen, kamen viele interessierte Besucher. Bereits im Vorfeld hatte Holm zwei seiner Kolleginnen ausgewählt, die für die thematische Erläuterung sowie die musikalische Umrahmung der Malerei-Ausstellung in der Reihe Carossa Kultur sorgen sollten. Edyta Nadolska-Scheib erläuterte den malerischen Werdegang des Arztes mit Bezug auf seinen psychoanalytischen Hintergrund, der von Carl Gustav Jung inspiriert wurde.

Bei der Ausstellungseröffnung (von links): Kunsttherapeutin Edyta Nadolska-Scheib, Ärztin Ingeborg Kerscher-Habbaba, Künstler und Arzt Axel Holm, Geschäftsleiter und Arzt Akram Habbaba.
Bei der Ausstellungseröffnung (von links): Kunsttherapeutin Edyta Nadolska-Scheib, Ärztin Ingeborg Kerscher-Habbaba, Künstler und Arzt Axel Holm, Geschäftsleiter und Arzt Akram Habbaba. | Bild: Yvonne Würth

Nachdem erste autodidaktische Versuche demnach ins Leere führten, fruchteten vor fünf Jahren Malworkshops mit Hanspeter Münch, einer der bedeutenden deutschen Maler der Gegenwart, der an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach lehrt: „Individuation vollzieht sich eben.“ Holms Ehefrau Gudrun unterstützte ihren Mann bei seinem Hobby und stellte auch bereits in ihrer Zahnarztpraxis in Bonndorf seine Werke aus. Auch im Hotel "Vier Jahreszeiten" in Schluchsee gab es eine Ausstellung.

Dankesworte sprach der Arzt und Maler Axel Holm bei seiner Vernissage in der Reihe Carossa Kultur.
Dankesworte sprach der Arzt und Maler Axel Holm bei seiner Vernissage in der Reihe Carossa Kultur. | Bild: Yvonne Würth

Holms sämtlich titellosen Bilder sind „gegenstandslos, aber nicht abstrakt“. In den Bildern zeige sich die Nähe und Affinität zur japanischen Kultur: Wie der japanische Haiku-Dichter Matsuo Bash drei Zeilen verwendet, gibt es bei Holm drei Farben. Durch Überlagerung, Übermalung und Verdichtung sowie neuerdings milchig-weiße Farbaufträge und lineare Elemente, sogar mit schwarz, entsteht eine Vielzahl an Varianten. Nadolska-Scheib wies auch auf die kleinen Formate in den Regalen hin: „Nichts legt sich hier fest, etwas Bestimmtes zu sein.“ Auch fand sie Verbindungen zu den Schriften des persischen Gelehrten Ibn Sina, genannt Avicenna.

Mit Neuer Musik von Musiktherapeutin Bernadette Böll (links) wurde die Vernissage von Axel Holm in der Hans Carossa Klinik musikalisch umrahmt, Ingeborg Kerscher-Habbaba sprach im Namen der Geschäftsleitung Begrüßungsworte.
Mit Neuer Musik von Musiktherapeutin Bernadette Böll (links) wurde die Vernissage von Axel Holm in der Hans Carossa Klinik musikalisch umrahmt, Ingeborg Kerscher-Habbaba sprach im Namen der Geschäftsleitung Begrüßungsworte. | Bild: Yvonne Würth

Musiktherapeutin und Malerkollegin Bernadette Böll nutzte die Gunst der Stunde und stellte eigene Kompositionen der Neuen Musik auf einer Sammlung von Flachgongs vor. Sie verband damit ihre Sicht auf den Maler Holm: „Deine Energie wird mit in das Stück einfließen.“ Sie mutete dem Publikum zu, sich die Musik „zu erschließen wie eine eigene Welt“. Die teilweise schmerzhaften Schwingungen der Gongs führten ebenso wie das Klavierstück zu Unwohlsein, bis es sich in wohlige Klänge auflöste. Dabei zupfte und stricht sie auch die Saiten des offenen Flügels und verwendete Schlägel und Claves, Klanghölzer, um den Klang zu verzerren.