„Das Planwerk ist mutig, wir gehen aber einen großen Schritt in die richtige Richtung.“ Mit diesen Worten hat Bürgermeister Christian Mauch den Haushaltsplan 2020 der Gemeinde Wutach kommentiert, der Investitionen mit Gesamtkosten in Höhe von rund 3,83 Millionen Euro vorsieht, eine Summe, die für die kleine Kommune eine enorme Herausforderung darstellt. Mut bewiesen dann auch die Gemeinderäte, die in der jüngsten Sitzung am Donnerstagabend den Haushalt samt Satzung einstimmig befürworteten.

  • Was sind die größten Projekte? Rund um den Ratstisch war man sich einig, dass der finanzielle Kraftakt, den die Gemeinde Wutach sich für dieses Jahr vorgenommen hat, zu rechtfertigen sei. Schließlich werde in Projekte investiert, die für eine zukunftsorientierte Entwicklung der Kommune unumgänglich seien. Als größtes Projekt steht die Sanierung und Erweiterung der Wutachhalle auf der Agenda. Hierfür wurden im Haushalt 2020 insgesamt 1,27 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Im Jahr 2021 werden für die Maßnahme weitere Kosten in Höhe von 1,354 Millionen Euro anfallen, die bereits in diesem Jahr als Verpflichtungsermächtigung berücksichtigt sind. Für das Hallenbauprojekt kann die Gemeinde Zuschüsse in Anspruch nehmen aus dem ELR-Programm, dem Sportstättenbau und dem Ausgleichsstock.

Haushalt insgesamt

Weiter geht es 2020 mit dem Breitbandausbau. 1,43 Millionen Euro sollen hier investiert werden. Mit dem Höchstgeschwindigkeitsnetz – Glasfaser bis in jedes Haus – ist Wutach dann für das digitale Zeitalter bestens gerüstet. Auch bei diesem Projekt sind der Kommune Zuschüsse bereits bewilligt worden. Zukunftsorientiert sind auch die geplanten Investitionen in die Erschließung von neuem Bauland. 2020 geht es zunächst um die (Teil-)Erschließung des Baugebiets Liebhaldenweg II in Münchingen. 230.000 Euro stehen dafür im Haushaltsplan zur Verfügung.

Geplante Investitionen

Als notwendig erachteten Verwaltung und Gemeinderat ferner den Erwerb eines neuen Feuerwehrfahrzeuges. Die Anschaffungskosten liegen bei 350.000 Euro, gehofft wird auf Zuweisungen vom Land in Höhe von 272.000 Euro. Dass das Fahrzeug noch in diesem Jahr gekauft wird, ist eher unwahrscheinlich. Dennoch war man sich einig, die Mittel dafür bereits einzuplanen. Eigentlich wäre die Realisierung dieser Großprojekte für die kleine Gemeinde Wutach bereits mehr als genug. Dennoch hat man sich dafür entschieden, auch noch in andere Infrastruktureinrichtungen zu investieren – allerdings mit kleineren Summen. Wie bereits erwähnt: Das Investitionspaket, das für 2020 geschnürt wurde, wiegt mit 3,83 Millionen Euro schwer. Und ohne Neuverschuldung ist die Finanzierung nicht zu stemmen.

  • Wie sieht die Finanzierung aus? Den Ausgaben von 3,83 Millionen Euro stehen Einnahmen von 1,794 Millionen Euro gegenüber. Es bleibt also ein Finanzierungsbedarf von 2,03 Millionen Euro. Da die Eigenmittel beschränkt sind, muss diese Summe größtenteils über Kreditaufnahmen abgedeckt werden. Vorgesehen sind Kreditaufnahmen in Höhe von 1,569 Millionen Euro. Damit wächst der Schuldenberg der Gemeinde kräftig an. Nach Auskunft von Rechnungsamtsleiter Arnold Hettich werden sich die Schulden zum Ende des Jahres 2020 voraussichtlich auf 2,076 Millionen Euro summieren.
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Nichtsdestotrotz lautet die gute Nachricht für die Bürger: An den Steuersätzen wird nichts geändert. Die Bürger werden nicht verstärkt zur Kasse gebeten, um Bauprojekte zu finanzieren. Der Wutacher Kämmerer machte dann auch noch deutlich, dass das Planwerk mit erheblichen Unsicherheiten behaftet ist. Dies insbesondere deshalb, weil es der erste Haushalt in Wutach ist, der nach dem Neuen Kommunalen Haushaltsrecht aufgestellt wurde.

  • Was sagen die Gemeinderäte? Es seien schon große Brocken, die die Gemeinde sich vorgenommen hat, die Investitionen seien aber richtig und mit Maß geplant, meinte Wolfgang Dornfeld (UWW). Er lobte auch die Tatsache, dass neben den Großprojekten auch kleinere wichtige Dinge berücksichtigt wurden, wie beispielsweise Maßnahmen für den Kindergarten. „Die Mischung ist gut gelungen, der Plan nach neuem Haushaltsrecht ist transparent erstellt“, lobte Wolfgang Dornfeld.
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Corina Thoma (CDU) räumte ein, dass ihr die geplanten Mammutinvestitionen schlaflose Nächte bereitet haben. Dennoch könne sie mit den anvisierten Projekten leben, die wichtig für die Zukunft der Gemeinde Wutach sind. „Das Geld wird sinnvoll eingesetzt, wir können das schaffen“, meinte die Gemeinderätin.

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Dies sah auch Günter Nosbüsch (UWW) so. Halle, Breitband und Baugebiete – das sichere eine gute Weiterentwicklung der Gemeinde für die Zukunft. „Ich denke, wir können das finanzieren und ich freue mich darauf, die Projekte umzusetzen.“

  • Was meint der Bürgermeister? „Das Planwerk ist mutig, aber wir machen damit einen Schritt in die richtige Richtung“, so Christian Mauch. Angesichts der geplanten Großprojekte sei es natürlich nötig gewesen, auf der Wunschliste kräftig den Rotstift einzusetzen. „Nicht alles was wünschenswert ist, kann 2020 umgesetzt werden“, so Mauch. So habe man beispielsweise den Wunsch der Schule nach neuen Einbauschränken verschoben, ebenso den Antrag des Kindergartens nach einer Außensanierung im Bereich der Spielgeräte. Der Haushaltsplan 2020 wurde im Gemeinderat einstimmig abgesegnet. „Alle ziehen an einem Strang, das ist ein gutes Zeichen“, sagte Mauch abschließend.