Schneemangel herrscht bis in die Höchstlagen in diesem Winter. Am niedrigst gelegenen Skilift in Südbaden „auf Sandern“ in Ewattingen ist es nun schon der dritte Winter ohne Schnee. Doch seit Samstag „hat der Lift wieder fünf Betriebsstunden ufm Buckel“, merkt der Vorsitzende des Skiclubs Ewattingen, Jochen Müller, mit viel Freude am Ende des Tages an.

Der erste Ski Cross Cup war ein voller Erfolg, dank wagemutiger Gras-Skifahrer, einsatzfreudigen Helfern, einer großen Schar begeisterter Besucher und bestem Wetter. 

Raupenähnliche Skier

Die Teilnehmer wurden per Schlepplift bergan gezogen, oben ließen Martina und Alexander Riester für die Teams das Startbrett fallen.

Der Schlepplift läuft – auch ohne Schnee.
Der Schlepplift läuft – auch ohne Schnee. | Bild: Wolfgang Scheu

Zwischen den Toren hindurch ging es wieder talwärts in Richtung der Verpflegungsstation, wo die Rennläufer mit fröhlichen Rufen angefeuert wurden.

Leichte Stürze gab es ohne größere Blessuren und auf den flacheren Stellen mussten die Teilnehmer einiges an Muskelkraft aufbieten, um vorwärts zu kommen. Denn – sie fuhren ja nicht auf gut gewachsten Brettern, die Skier ähnelten eher kleinen Raupenfahrzeugen.

Die wagemutigen Teilnehmer des Ski Cross Cups gingen auf Gras-Skiern auf die Piste am Skilift in Ewattingen.
Die wagemutigen Teilnehmer des Ski Cross Cups gingen auf Gras-Skiern auf die Piste am Skilift in Ewattingen. | Bild: Wolfgang Scheu

Helmut Spiess – Bonndorfer Frisör und begeisterter Skifahrer aus vergangenen Zeiten – wäre stolz gewesen, wenn er es hätte sehen können. So mancher kann sich noch erinnern: Die Gras-Ski waren quasi Dauerausstellungsstücke im Schaufenster seines Salons.

Und bei dessen alten Mitstreitern vom Skiclub Bonndorf, die schon in den 80er Jahren ihr Sommertraining damit bestritten, wurden die Ewattinger auch fündig. Charlie Müller und Alfred Hogg aus Münchingen, Guido Woll aus Bonndorf – ein viertes Paar kam vom Skiclub – stellten ihre top gepflegten Gras-Ski gern für den ersten Ewattinger Ski-Cross-Cup zur Verfügung.

Die Platzierungen

Vorsitzender Jochen Müller ist zudem ein kreativer Schreiner bei Holzhaus in Bonndorf, also gab es für die besten Grasski-Läufer schöne selbst gemachte Pokale, die ganz sicher einen Ehrenplatz finden werden. Bei der Jugend waren gleich drei Mädels unter den acht Startern. Die Reihenfolge im Finale war dann Frank Vetter vor Patrick Vetter und Magdalena Malich. Die Schnellsten in der Klasse der Erwachsenen waren Arthur Riester vor Paul Kienzle und Marc Vetter.

Das Lagerfeuer brannte noch eine Weile und der Glühwein mundete bei leichten Minustemperaturen zum Abschluss. Die meisten waren zu Fuß gekommen. Und – wie die Ski Crosser für den Weltcup am Feldberg noch auf Neuschnee hoffen, so schaut auch Jochen Müller noch optimistisch auf das Ende des Winters und eine eventuelle Minisaison am Lift auf Sandern: „Vielleicht kummt er jo no – de Schnee“, meint der Skiclub-Chef hoffnungsvoll.