Gegenseitiger Respekt und Wertschätzung gegenüber Schülern, Lehrern und Eltern sind für Lena Thoma wichtige Bausteine ihrer Arbeit. Die Sozialpädagogin ist seit Beginn des Monats zuständig für Ängste, Sorgen und Nöte von rund 600 Schülern an der Hohenlupfenschule und der Realschule in Stühlingen sowie der Grundschule in Weizen. Soziales liegt in ihrer Familie erzählt sie. Ihre Mutter war Krankenschwester, ihre Schwester Lisa ist Sozialpädagogin an der Schule in Bonndorf. 

  • Ansätze für Hilfen: „Die Grundschüler brauchen schon mal ein Kuscheltier, wenn sie zu mir kommen“, erzählt sie. Gefühle seien nämlich nicht in jeder Familie selbstverständlich. Hier gehe es darum, die Persönlichkeit der Kinder zu stärken. Als Ersatzmama fühlt sie sich dennoch nicht: „In dieser Rolle sind eher die Lehrerinnen. Sie können die Schüler stützen.“ In den wenigen Wochen, die sie in Stühlingen tätig ist, seien bisher noch keine außergewöhnlichen Probleme aufgetaucht. Sie stellt aber sehr wohl einen Unterschied zu ihrer bisherigen Stelle an einer Gemeinschaftsschule in Villingen fest. „In einer Stadt gibt es einfach andere Fragen, die auftauchen“, erklärt sie. Sie sieht ihre Aufgabe darin, Schülern weiterzuhelfen und sie zu unterstützen. In besonders schweren Fällen gehe es auch darum, Beratungsstellen zu vermitteln. „Ziel ist es, den Kindern und Jugendlichen Ideen an die Hand zugeben, wie es weitergehen kann. Alles natürlich auf freiwilliger Basis, ich bin nur der Anstubser. Wichtig ist: für mich gilt die Schweigepflicht“, erklärt die Sozialpädagogin ihre Tätigkeit.
  • Tätigkeit an den Schulen: Lena Thoma hält es für ein Qualitätsmerkmal einer Schule, wenn sie Sozialpädagogen haben. „Die Probleme waren früher auch schon da, wurden aber nicht richtig wahrgenommen“, sagt sie. Ihre Vorgängerin Bianca Zipfel macht eine Babypause, steht mit ihr aber in Kontakt. „Und wenn sie an die Schule zurückkehrt, sind wir zu zweit. Das ist bei dieser Schülerzahl auch notwendig“, betont Lena Thoma. Da Bianca Zipfel seit März im Mutterschutz ist, habe sich einiger Gesprächsbedarf angestaut. Den hatten sowohl Lehrer, pädagogische Mitarbeiter, Schüler als auch Eltern. Konfliktpotenzial wie Mobbing, Hass oder Gewalt habe sie bisher nicht feststellen können. Nicht nur in solchen Fällen sei sie offen für Gespräche.
  • Projekte sind in Planung: Derzeit laufen die Vorbereitungen für eine Vortragsreihe. Start ist am 26. November in Bonndorf mit dem Thema „Familien und Rituale“. Danach folgen Referate zu Pubertät, Tod und Trauerbewältigung sowie Medienkompetenz. In Kooperation mit der Polizei geht es in den Klassen unter anderem um Suchtprävention. Auch Gewalt und der Umgang mit Medien werden thematisiert. Für Fünftklässler gibt es Sozialtraining, in der Grundschule geht es um Konfliktlösung sowie Persönlichkeitsbildung.

Zur Person

Lena Thoma (24) ist in Ewattingen aufgewachsen, lebt dort bis heute. Nach der Grundschule besuchte sie die Realschule Bonndorf, machte ihr Abitur in Villingen-Schwenningen. Im freiwilligen sozialen Jahr (FSJ) sammelte sie an einer Schule in Hüfingen erste Erfahrungen in sozialer Arbeit. Danach begann sie ihr duales Studium an der Hochschule in Schwenningen, den praktischen Teil absolvierte sie in Heiligenbronn. Ihre erste Anstellung war an einer Gemeinschaftsschule in Villingen. Seit 1. Oktober ist sie in Stühlingen. Zuständig ist sie für die Realschule, die Hohenlupfenschule und die Grundschule Weizen – insgesamt für etwa 600 Schüler von Klasse eins bis zehn.