Es sind keine verspielten Lüftlmalereien, die man an Stühlinger Hausfassaden findet, sondern eher Informationen, die Auskunft geben über geschichtlich relevante Ereignisse. Die Bilder liefern Angaben zu Gebäuden und deren Bewohnern, Hinweise zu Handwerksberufen oder Hobbys, welche die Hausbesitzer ausgeübt haben.

Das könnte Sie auch interessieren

„S‘Küefers“ kennen viele in Stühlingen, obwohl die Familie nicht Küfer, sondern Würth heißt und einfach nur ein Vorfahr dem Küfer-Beruf nachgegangen ist. An das Zimmermann-Geschlecht erinnert ein Fassadenbild am Haus von Thomas Schüle, der diesen Beruf bis vor Kurzem genau so ausgeübt hat wie seine Vorfahren.

Bilder zeigen Szenen aus dem Alltag

Dringender Auffrischung bedarf das große Wandbild am ehemaligen altkatholischen Pfarrhaus. Es erzählt, wie es am Adlerrank früher mal ausgesehen haben könnte. Noch gut in Schuss sind die Wandbilder am Gasthaus „Rebstock.“

Wie das Obere Tor samt Umgebung ausgesehen haben könnte, sieht man am Gasthaus „Rebstock“.
Wie das Obere Tor samt Umgebung ausgesehen haben könnte, sieht man am Gasthaus „Rebstock“. | Bild: Edelgard Bernauer

Ein Bild zeigt eine Marktszene aus früheren Tagen; ein weiteres Motiv erinnert an die St. Martins-Legende. Die Malerei am Amtshaus erinnert in schriftlicher Form an geschichtliche Fakten und an alte Wappen. Etliche dieser Wandmalereien stammen von Malermeister Pryzybylski aus Waldshut-Tiengen.

Ein vom ehemaligen Zunftmeister Peter Waldkircher geschaffenes Wand­relief am alten Schulhaus zeigt einen Stühlinger Hansele, der auf die Zunftstube im gleichen Gebäude hinweist.

Schon sehr alt ist das Wandbild am früheren Anwesen, das zum Hotel „Post“ gehörte.
Schon sehr alt ist das Wandbild am früheren Anwesen, das zum Hotel „Post“ gehörte. | Bild: Edelgard Bernauer

Keine Wandbilder, aber schöne bunte Glasmosaikfenster an der Nothelferkapelle und an der Einsegnungshalle erinnern an den verstorbenen Stühlinger Künstler und Realschulleiter Elmar Zimmermann. Und mit einem Glasfenster, in das ein Abbild des Stühlinger Männle eingelassen ist, setzte Patrizia Obser der Stühlinger Kultfigur ein liebenswertes Denkmal. Eine weitere Interpretation des Stühlinger Männle befindet sich in Sandstein gehauen über dem Haupteingang des Rathauses.

Das könnte Sie auch interessieren

Ein Abbild der einstigen Ziegelhütte befindet sich nicht etwa an der Ziegelhütte selber, sondern weitab an einem Einfamilienhaus am Loretoweg.

Total in Vergessenheit geraten ist, dass es für die Stühlinger Altstadt einen Farbenplan gibt, den die Stadt im Jahr 1977 in Auftrag gegeben hatte. Fritz Schächtelin aus Waldshut-Tiengen hat den Plan damals erarbeitet. Laut Auskunft der Stadtverwaltung trat dieser Plan allerdings nie in Kraft und ruht in einer Schublade. Seither erhielten etliche Altstadthäuser neue Anstriche, die von zartem Hellblau, Hellgrün, Rosé, Anthrazit, Mattoliv, bis hin zu grellem Gelb reichen.

Ein Mosaik am Eingangsbereich des Klosters stellt den Heiligen Franz von Assisi dar.
Ein Mosaik am Eingangsbereich des Klosters stellt den Heiligen Franz von Assisi dar. | Bild: Edelgard Bernauer

Trotz Denkmalschutz wurden auch in der Altstadt zahlreiche Gebäude umgestaltet: Da wurden Erker entfernt, gotische Fenster durch moderne Fenster ersetzt, Balkone in Stahlkonstruktion gebaut, runde Türbogen durch eckige Laibungen ersetzt, Toreinfahrten und Schlagläden entfernt. Die Gärten hinter den Häusern sind weitgehend verschwunden. Hingucker sind der Schürgarten und die Schür am Stadtgraben, das ehemalige Haus Betemann, die kleine Stadtscheuer oder das Haus Feederle. Positiv darf vermerkt werden, dass die drei schönen alten Stadtbrunnen noch der Wasserversorgung hängen, und ihnen das Schicksal etlicher anderer Stühlinger Brunnen erspart blieb.

Jetzt wieder verfügbar: die Digitale Zeitung mit dem neuen iPad und 0 €* Zuzahlung

*SÜDKURIER Digital inkl. Digitaler Zeitung und unbegrenztem Zugang zu allen Inhalten und Services auf SÜDKURIER Online für 34,99 €/Monat und ein iPad 10,2“ (32 GB, WiFi) für 0 €. Mindestlaufzeit 24 Monate. Das Angebot ist gültig bis zum 12.07.2020 und gilt nur, solange der Vorrat reicht. Ein Angebot der SÜDKURIER GmbH, Medienhaus, Max-Stromeyer-Straße 178, 78467 Konstanz.