Uwe Kredig (63) ist in der Kommunalpolitik ein bisher unbeschriebenes Blatt. Der Wirtschaftsjurist hat bei seiner ersten Bewerbung gleich den Sprung in den Ortschaftsrat geschafft. „Und prompt wurde ich auch als Ortsvorsteher gewählt“, merkt er trocken an. Eigentlich hatte er nicht mit seiner Wahl gerechnet, sagt er im Gespräch mit dieser Zeitung. Er stammt nicht aus der Region, nicht einmal aus dem Ländle. Aufgewachsen ist er in Hannover, spricht also keinen alemannischen Dialekt. Als er von seinem Vorgänger Klaus Buntru gefragt wurde, ob er kandidieren, eventuell den Vorsitz übernehmen wolle, sage er zu.

Uwe Kredig hat mit dem Ortschaftsrat Schwaningen große Ziele Blick.
Uwe Kredig hat mit dem Ortschaftsrat Schwaningen große Ziele Blick. | Bild: Gerald Edinger

Nach dem Studium in München und Münster kam er als Referendar ans Landgericht Waldshut. Später arbeitete er als Rechtsanwalt unter anderem in Stuttgart, wechselte dann in die Wirtschaft. Heute betreut er Studierende, lektoriert Bachelor- und Masterarbeiten. „So gesehen habe ich schon viele Abschlüsse“, fügt er hinzu.

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Als Ortsvorsteher kommen nun andere Aufgaben auf ihn zu. „Ein Pflichtenbuch gibt es dafür allerdings nicht“, stellt er mit niedersächsischem Humor fest. Eine Sitzung zu leiten, sei aber kein Problem und politisch engagiert habe er sich schon in seiner Schulzeit: „Da wurde noch heftig mit den Lehrern diskutiert“, erinnert er sich zurück. Nach der Wahl in den Ortschaftsrat habe er eine „schöne Aufgabe, weil man mit Menschen zu tun hat und ich möchte den Wählern etwas zurückgeben“, sagt Uwe Kredig. Unterstützung erfahre er von Klaus Buntru und Ortschaftsrat Frank Steiß, in der Stadtverwaltung habe man stets ein offenes Ohr.

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Seine Position findet er auch deshalb interessant, weil er im Gemeinderat mitverfolgen kann, was beraten und beschlossen wird. Für die Ortschaftsgremien wünscht er sich einen eigenen Haushalt, das würde Bürokratie abbauen, die Verwaltung entlasten und gäbe Handlungsspielräume. Drei Projekte würde er gerne verwirklichen: Ein neues Baugebiet, die Umgestaltung des Friedhofs und die „Entschärfung der Kurve in der Ortsmitte“. Dort gäbe es immer wieder kritische Situationen, weil Autos, Motorräder und Lastwagen zu schnell durch den Ort fahren. „Tempo 30 und ein Zebrastreifen würden die Situation entspannen“, ist er überzeugt. Das Regierungspräsidium verwies ihn an die Stadtverwaltung – obwohl es eine Bundesstraße ist. Anders als sein Vorgänger Klaus Buntru hält Kredig Ortschaftsräte für wichtig: „Sie leben hier und können den Anliegen der Ortsteile eher Gehör verschaffen.“