Die Gemeinde Wutach beschreitet bei der Beförsterung des Gemeindewalds neue Wege. Künftig setzt man auf einen eigenen Gemeindeförster. Unter 21 Bewerbern hat sich die Gemeinde für den 24-jährigen Forstingenieur Tristan Dellers aus Schliengen entschieden. Dellers wird seine Arbeit in Wutach am 1. November aufnehmen, informierte Bürgermeister Christian Mauch bei der Vorstellung des neuen Mitarbeiters der Kommune. Somit hat er noch zwei Monate Zeit, sich einzuarbeiten. Der bisherige Revierleiter Michael Eisele ist nämlich noch bis Ende des Jahres im Amt. Dann wechselt Michael Eisele nach Stühlingen.

Das könnte Sie auch interessieren

Wie der Wutacher Bürgermeister weiter erläuterte, habe der Gemeinderat im ersten Halbjahr dieses Jahres die Entscheidung getroffen, den vom Landkreis angebotenen neuen Beförsterungsvertrag ab dem Jahr 2020 nicht mehr zu unterzeichnen. Mauch bezeichnete die Ratsentscheidung als Reaktion auf die Forstreform, die wiederum als eine notwendige Konsequenz auf die Kartellklage ins Rollen gebracht werden musste. Mit der Anstellung eines eigenen Gemeindeförsters glaubt man, einige Synergieeffekte nutzen zu können.

Dies insbesondere auch deshalb, weil eine enge Kooperation mit der Stadt Bonndorf angestrebt wird. Bonndorf hat sich bereits vor mehr als 15 Jahren dafür entschieden, die Beförsterung des Stadtwalds in Eigenregie zu managen – mit Stadtförster Steffen Wolf. Nach den Worten von Bürgermeister Christian Mauch haben die Kommunen Bonndorf und Wutach nun eine Vereinbarung getroffen, dass sich die beiden kommunalen Forstexperten gegenseitig unterstützen. Gerade in Urlaubs- oder Krankheitszeiten sei dies für beide Gemeinden ein Vorteil, meinte Christian Mauch.

Das könnte Sie auch interessieren

Als weiteren Vorteil nannte der Wutacher Bürgermeister die Möglichkeit, den neuen Gemeindeförster auch im Bauhof einzusetzen. Da die drei eigenen Waldarbeiter zeitweise auch im Bauhof arbeiten, könnte Tristan Dellers auch dort die Arbeitsorganisation übernehmen, was positive Effekte im Betriebsablauf hätte.

740 Hektar Wald

Der Gemeindewald Wutach umfasst eine Fläche von rund 740 Hektar. In den Hangbereichen der Wutach gibt es viele Mischwaldbestände, auf rund 40 Prozent der Waldfläche dominiert allerdings die Fichte. Wie überall in der Region, leidet der Wald unter Trockenstress und einem massiven Borkenkäferbefall. Bonndorfs Stadtförster Steffen Wolf meinte zum Zustand des Waldes: „Die negativen Veränderungen machen nachdenklich und traurig.“ Bei der Wiederaufforstung von Käferflächen sei man zudem ratlos. Keiner wisse, welche Baumarten für den Wald der Zukunft geeignet seien. „Es gibt mehr Fragezeichen als Bäume im Wald“, beschrieb Steffen Wolf die Situation und wies darauf hin, dass die Trockenheit allen Bäumen zu schaffen mache.

Das könnte Sie auch interessieren

Es herrsche ein extremes Niederschlagsdefizit – 450 Liter pro Quadratmeter fehlen – das entspreche in etwa der Hälfte eines Jahresniederschlags in der Region. Auch Bürgermeister Christian Mauch bestätigte: „Das Bild des Schwarzwaldes wird sich verändern.“ Insgesamt sprach Mauch von einem gigantischen Vermögensverlust.

Der neue Gemeindeförster Tristan Dellers hat eine Ausbildung zum Forstwirt gemacht und Forstingenieurwesen studiert.
Der neue Gemeindeförster Tristan Dellers hat eine Ausbildung zum Forstwirt gemacht und Forstingenieurwesen studiert. | Bild: Juliane Kühnemund

Auch wenn Wutach bislang noch eine Insel der Glückseligen gewesen sei, werde sich das schnell ändern, wenn die Trockenheit weiter anhält. Und was den Wald der Zukunft betrifft, waren sich Mauch, Wolf und Dellers einig: Auch künftig müsse der Wald verknüpft sein mit einer sinnvollen Nutzung, das Holz müsse vermarktbar sein. Ansonsten könne der Wald die Funktion als CO2-Speicher nicht mehr gerecht werden. Abschließend machte der Wutacher Bürgermeister noch deutlich: „Wir glauben, mit der Beschäftigung eines eigenen Gemeindeförsters eine gute Entscheidung getroffen zu haben. Für Wutach hat der Wald einen hohen Stellenwert.“