"Helfen statt faulenzen" – unter diesem Motto hatte die Schulleitung der Realschule Stühlingen angeregt, die freien Tage zu nutzen, um Geld für einen guten Zweck zu erwirtschaften. Die Fünft- bis Neuntklässler schwärmten aus, um selbst Gemachtes und praktische Hilfe anzubieten. So wurden unter anderem Marmelade und Kuchen verkauft, Haushaltshilfe und Gartenarbeit geleistet und Autos gewaschen. Am Ende kam die stolze Summe von 1000 Euro zusammen, die hälftig an das private Kinderheim von Hella Doll in Murg sowie an Angelika Dahlin für das Netzwerk Raphael flossen.

Berichte aus Afrika

Angelika Dahlin hat in der Vergangenheit schon Spenden der Realschule sowie der früheren Hauptschule erhalten. Sie hat in Stühlingen Vorträge über die Zielsetzungen des Netzwerks Raphael gehalten, das sich in Afrika engagiert, vor allem für den Kampf gegen weibliche Genitalverstümmelung. Dahlin war zum Empfang der Spende in die Realschule gekommen und berichtete über die Fortschritte bei ihrer Arbeit mit Massai-Frauen. Ehemalige Beschneiderinnen haben mithilfe des Netzwerks Raphael einen neuen Lebensinhalt gefunden. "Sie haben es unter schwierigsten Bedingungen geschafft, ein Restaurant und einen Laden zu eröffnen und zu betreiben", führte Dahlin aus. Die bisherigen Spenden der Realschule seien für Ausstattung und Geschirr verwendet worden. Angelika Dahlin fliegt regelmäßig nach Tansania, um sich über die Fortschritte des Projekts zu informieren und Hilfestellung zu leisten. Inzwischen wurde in Tansania ein auch ein Hilfsprojekt für junge Menschen gestartet.

Hilfe zur Selbsthilfe

Mit Spenden werden Bäume gekauft, die die Einwohner auf einem Stück Land in einer Kooperative anpflanzen und kultivieren. Ein Drittel des erwirtschafteten Kapitals geht an die Familien für Schulgeld und Haushaltsführung. Für jedes Dorf sollen Sozialarbeiter eingestellt werden, die diesen Modellversuch begleiten und Vorträge zu medizinischen Themen organisieren. Das Projekt ist eine Kooperation europäischer und afrikanischer Stellen. So sind auch Experten für tropische Landwirtschaft damit befasst. Man hofft, mit dieser Hilfe zur Selbsthilfe auch einen Beitrag zur Eindämmung der Flüchtlingswelle leisten zu können.

Marmelade bringt 100 Euro

Rektor Felix Lehr und Konrektorin Barbara Berreth überreichten die Spende im Beisein der Kolleginnen Brigitte Hauser und Linda Mohr sowie der Klasse 6b. Die beiden Lehrerinnen hatten die Schüleraktion im Rahmen des Religions- und Ethikunterrichts begleitet. Die Klasse 6b hatte mit dem Verkauf selbst gemachter Marmelade mehr als 100 Euro erwirtschaftet.