Die Leiter der Stühlinger Schulen legten Zahlen zur Entwicklung ihrer Bildungseinrichtungen im Gemeinderat vor. Die beiden Grundschul-Rektoren Susanne Schlatter (Hohenlupfenschule) und Thomas Laubis (Weizen) können von steigenden Schülerzahlen berichten. Der zum Ende des Schuljahres nach Bonndorf wechselnde Realschulrektor Felix Lehr sieht stabile Zahlen für seinen Bereich.

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  • Grundschule Weizen: Derzeit besuchen 64 Kinder in vier Klassen die Grundschule im Stühlinger Ortsteil. Fünf Lehrer unterrichten die Kinder. Im neuen Schuljahr werden nach Angabe von Thomas Laubis 74 Kinder die Weizener Grundschule besuchen. Bis zum Jahr 2023 sieht er ein konstantes plus pro Jahr mit jeweils 20 Schülern mehr als derzeit, was eine „stabile Einzügigkeit“ gewährleiste. Das Jahresmotto ist in diesem Jahr „Sagen aus der Region“, das sich im Unterricht widerspiegelt. „Die Kinder sollen an die Medienwelt herangeführt werden – mehr nicht“, betont Laubis. Dagegen sind die Lehrer mit Tablets ausgestattet und die Eltern werden über eine Schul-App informiert. „Jetzt warten wir sehnsüchtig auf das schnelle Internet“, äußert er einen Wunsch.
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  • Hohenlupfenschule: Rektorin Susanne Schlatter informierte in der Sitzung des Gemeinderats, dass momentan 140 Schüler in sieben Klassen unterrichtet werden. 40 Kinder werden im Hort betreut. „Die Zusammenarbeit zwischen Grundschule und Hort klappt gut, die Weiterentwicklung schreitet voran“, sagte Susanne Schlatter. Wegen des akuten Lehrermangels werden im kommenden Jahr 127 Schüler in Stühlingen in nur noch sechs Klassen von sechs Lehrern unterrichtet, einer weniger als derzeit. Zwölf bis 13 Kinder aus Stühlingen werden nach Weizen pendeln. Diesen „Klassenausgleich“ könne es auch zukünftig geben, erklärte sie aufgrund der bis 2023/24 stetig steigenden Zahlen. „Die Lehrerversorgung an Grundschulen wird nicht besser werden“, prognostiziert sie. Trotzdem gebe es nur wenig Unterrichtsausfälle. Mit dem von der Stadt zur Verfügung gestellten Budget für die Schule sei sie „sehr zufrieden“.
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  • Realschule: Von den momentan 341 Schülern machen in diesem Jahr 54 ihren Abschluss. Zugänge in gleicher Zahl füllen diese Lücke wieder auf, erklärte Rektor Felix Lehr. 24 Schüler nutzen im kommenden Jahr das bilinguale Angebot. Mit der Lehrer- und Fachlehrerversorgung zeigt sich Lehr zufrieden, die 341 Schüler werden im kommenden Schuljahr in 15 Klassen unterrichtet. Dabei werde nach den Sommerferien strickt nach Niveau getrennt. Die Differenzierung erfolge nach Schülern, die zur mittleren Reife geführt werden, die andern zum Hauptschulabschluss. Eine klare Trennung erfolgt ab Klasse sieben. „Gemeinsam wollen Lehrer, Eltern und Schüler die beste Möglichkeit für einen Schulabschluss geben“, betonte Felix Lehr. Ein Wechsel in beide Richtungen sei bis Klasse acht möglich. Nach anfänglich guter Frequenz der Mensa habe dies nachgelassen. Bürgermeister Joachim Burger regte eine Optimierung zusammen mit Kindergarten und Hort an. „Klar ist, dass vor Ort frisch zubereitetes Essen am besten ankommt. Dafür braucht man allerdings auch die Räumlichkeiten und das Personal“, sagte Burger.

Heftige Kritik an Schulamt und Stadt

  • Corinna Pieper (CDU) nahm einen dem Gemeinderat vorliegenden Brief von sehr verärgerten Eltern zum Anlass, heftige Kritik an Schulamt und Verwaltung bezüglich der Situation an den Grundschulen Weizen und Stühlingen zu üben.
  • Entscheidung: Für die Gemeinderätin kam die Entscheidung, dass zwölf bis 13 Kinder aus Stühlingen im neuen Schuljahr nach Weizen fahren müssen zu spät. Erst im Juni seien die Eltern darüber informiert worden. „Die vom Schulamt könne es nicht besser“, stellt Pieper fest. Sie forderte deshalb die Verwaltung dazu auf, bessere Möglichkeiten vor Ort zu schaffen. Die Lehrerversorgung an den beiden Grundschulen hätte man auch anders planen können.
  • Pendelverkehr: Der „Pendelverkehr“ von Stühlinger Kindern nach Weizen sei nicht im Sinne der Kinder. Sie forderte dazu auf, künftig bei den Informationen an die Eltern neue Wege zu gehen, und stellte die Frage: „Sind die Schulstandorte so aufrecht zu erhalten?“, fügte aber hinzu „ich will keine Schulschließung“. Sie regte an, mit dem neuen Gremium und der Verwaltung an einem Konzept für beide Schulen zu arbeiten.
  • Verwaltung: Das Schulamt habe die Stadtverwaltung aufgrund der schlechten Lehrerversorgung angeschrieben, ein Konzept für die Grundschulen in Weizen und Stühlingen zu entwickeln, sagte Bürgermeister Joachim Burger. Das habe man am 3. Mai vorgelegt und den Eltern am 4. Juni erklärt, dass Schüler nach Weizen fahren müssen. „Dass das bei den Eltern nicht für Freude sorgt, ist klar“, so Joachim Burger. „Wir bekommen aber keine Lehrer her, deshalb mussten wir mutige Entscheidungen treffen“, rechtfertigte der Rathauschef die Entscheidung. (ew)