Mit Spannung war der Besuch von Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer und Landrat Martin Kistler im Rathaus der Hohenlupfenstadt erwartet worden. "Es waren offene und zielorientierte Gespräche. Der Besuch hat auch gezeigt, dass man Dinge vor Ort zeigen und selbst erleben muss", so das Fazit von Bürgermeister Joachim Burger. Bärbel Schäfer nahm sich viel Zeit, um sich ein Bild von der Stadt zu machen. Auf dem Plan standen zudem informelle Besuche bei Sto in Weizen und in der Carossa-Klinik. Brisante Themen, wie die Ortsumfahrung Grimmelshofen oder die Verkehrsplanung beim Gewerbegebiet Sulzfeld, waren nicht Gegenstand des Pressegesprächs.

Herausforderungen für Gemeinde

Bürgermeister Joachim Burger erläuterte die umfangreiche Aufgabenstellung der Stadt als größte Flächengemeinde im Landkreis Waldshut. Dabei wurde auch der Breitbandausbau und die topografischen Herausforderungen beim Ausbau in der Gemeinde angesprochen. Landrat Kistler lobte hier das Engagement der Bürger in den Stühlinger Ortsteilen.

Realschule zukunftsfähig

Die Regierungspräsidentin outete sich als große Befürworterin von Gemeinschaftsschulen, betonte aber, dass jede Schulart ihre Berechtigung habe. Die Realschule in Stühlingen ist für sie und Landrat Kistler jedenfalls zukunftsfähig. "Diese Realschule ist wichtig – und die Zahlen stimmen", stellte sie fest. Schulabgänger aus Stühlingen könnten nun auch ihr Abitur in Wutöschingen machen, sieht sie eine positive Entwicklung der Schullandschaft im Wutachtal. In Baden-Württemberg sei die Maxime "Kein Abschluss ohne Anschluss" gerade im ländlichen Raum wichtig. Die Zusammenarbeit von Gemeinde und Schule mache die Qualität aus.

Zughalt vor der Schule bleibt Ziel

Für den Schulstandort Stühlingen ist die Weiterführung der Zugverbindung bis zur Realschule ein wichtiger Aspekt, betonte Burger. Ob und wann der Anschluss kommt ist weiter offen. "Aber es ist ein wichtiges Signal, dass die Stadt 70 000 Euro für den Bahnsteig in den Haushalt eingestellt hat", sagte Christian Brinkmann von den Bahnbetrieben Blumberg, die die Wutachtalbahn beleben wollen. "Der Planentwurf liegt in ihrem Regierungspräsidium", sagte Burger Richtung Bärbel Schäfer.

Den Vertretern des Gemeinderats, Marianne Würth und Rüdiger Mayer, bereitet die Finanzierung der Freiwilligen Feuerwehr ebenso Sorge wie Bürgermeister Burger. Feuerwehr und Kindergarten seien gerade für Ortsteile ein wichtiger Aspekt für den Zusammenhalt im Ort, so Mayer. Marianne Würth wünscht sich weniger Vorschriften beim Bau von Gerätehäusern, gerade für kleinere Abteilungen wie zum Beispiel derzeit in Wangen. Schäfer wies darauf hin, dass zuletzt 90 Prozent der Anträge positiv entschieden wurden. Es gehe aber nicht nur um Ausrüstung sondern um Tagesbereitschaft und Ausbildung der Wehrleute.