"Ei Ei Ei! Ostern und mehr" heißt eine Ausstellung des Schwarzwaldvereins Stühlingen, die am Freitagabend unter Beisein vieler Gäste feierlich eröffnet wurde. Die Palmenparade vor der Schüer ließ bereits Großes erahnen und wer dann im Innern auf fünf Etagen in die Osterausstellung eintauchte, wurde nicht enttäuscht.

Blumen oder österliches Naschwerk gab es für die besonders engagierten Helfer (von links): Jutta Binner-Schwarz, Tonja Albrecht, Gerhard Schwarz, Antonia Kramer-Diem, Matthias Sochor und Marianne Würth.
Blumen oder österliches Naschwerk gab es für die besonders engagierten Helfer (von links): Jutta Binner-Schwarz, Tonja Albrecht, Gerhard Schwarz, Antonia Kramer-Diem, Matthias Sochor und Marianne Würth. | Bild: Sandra Holzwarth

Die Fülle an Kunstwerken, Handarbeiten, Geschichtsträchtigem und auch an Informationen und schönen Geschichten, die rund um das Thema Ostern zusammengetragen worden sind, ist wahrlich beeindruckend.

Die Vernissage war dank der gelungenen Ansprache und Einführung in die Ausstellung durch Jutta Binner-Schwarz aus dem Vorstand des Schwarzwaldvereines und dem musikalischen Rahmen des Streichquartetts der Musikschule Südschwarzwald bereits ein Erlebnis.

Das Streichquartett der Musikschule Südschwarzwald umrahmte die Vernissage.
Das Streichquartett der Musikschule Südschwarzwald umrahmte die Vernissage. | Bild: Sandra Holzwarth

"Schlug ihr Herz auch höher, als sie draußen die Palmenparade aus allen zehn Stühlinger Ortsteilen gesehen haben? Ich bin einfach nur glücklich, dass diese Idee möglich wurde", gestand Jutta Binner-Schwarz nach der Begrüßung.

Geschichten und viele amüsante Anekdoten

Aufmerksam lauschten die Gäste der Rednerin, die nicht nur eine Orientierung über die in vier Bereiche gegliederte Ausstellung gab, sondern auch kurzweilige Geschichten und viele amüsante Anekdoten rund um deren Entstehung erzählte.

Manche Gegenstände wurden durch die lebendigen Schilderungen wieder zum Leben erweckt, wie beispielsweise die roten Zuckerhasen, die Konditor Christian Pflanzl eigens für die Ausstellung noch einmal angefertigt hat oder die Rätschen, die früher am Gründonnerstag im Einsatz waren.

Jutta Binner-Schwarz gab Begebenheiten zum Besten, die sie aus Gesprächen mit Senioren der Gemeinde zusammengetragen hatte, um alte Osterbräuche und Rituale für die Ausstellung wiederaufleben zu lassen. "Der Kreuzweg hinauf zum Kloster zeigt, wie schnell etwas in Vergessenheit geraten kann. 50 Jahre nach dessen Einweihung kennt kaum jemand mehr seine Entstehungsgeschichte", so Binner-Schwarz. Dank ihrer Recherchen kann sie jetzt in der Ausstellung nachgelesen werden.

Christusfigur vor dem Feuer gerettet

Was das Erzgebirge mit Ostern zu tun hat, erfahren die Besucher dank Sammler Matthias Sochor, der für die Ausstellung österliche Themen versiert aufbereitet hat. Ein besonderer Schatz stellt auch eine lebensgroße Christusfigur dar, die vor dem Verbrennen gerettet wurde und deren Geschichte noch unbekannt ist. "Vielleicht erfahren wir ja im Rahmen der Ausstellung etwas darüber", hofft Jutta Binner Schwarz.

Osterhasen in allen Variationen

Eier, Osterhasen, Lämmer und Küken begegnen den Besuchern in der Ausstellung immer wieder in allen erdenklichen Farben und Formen und in vielen Geschichten. Jutta Binner-Schwarz dankte allen Beteiligten, den Menschen, die ihre Sammlungen und besonderen Schätze als Leihgabe zur Verfügung gestellt haben, ihre Geschichten erzählten, mit Hand anlegten bei der Verwirklichung dieser großen Osterausstellung. Und was mit einer schönen Vernissage begonnen hat, endet am 7. April mit einer unterhaltsamen Finissage. Im Rahmen der Erzählzeit ohne Grenzen liest Charles Lewinsky um 18 Uhr in der Schüer am Stadtgraben aus seinem neuen Buch Der Stotterer. Im Anschluss an die Lesung offeriert die Stadt einen Apéro.