Ein fulminantes 92. Neujahrskonzert präsentierte die Stadtmusik Stühlingen in der sehr gut besuchten Stadthalle Stühlingen. Fingerfertige Solisten, Eigenkomposition des Dirigenten, ein Höchststufenstück und funkige Saxophone, das Publikum zeigte sich angesichts der Darbietungen auf der Bühne so begeistert, dass es nach elf Titeln samt zwei Zugaben mit Dauerapplaus mehr verlangte.

Das Saxophonregister der Stadtmusik Stühlingen spielte funkig bei Sax, Wind & Funk von Stefan Schwalgin. Von links: Marianne Würth, Silke Armbruster, Manfred Schey, Sylvia Schupp und Jürgen Friedrich.
Das Saxophonregister der Stadtmusik Stühlingen spielte funkig bei Sax, Wind & Funk von Stefan Schwalgin. Von links: Marianne Würth, Silke Armbruster, Manfred Schey, Sylvia Schupp und Jürgen Friedrich. | Bild: Yvonne Würth

Doch gemäß des Mottos, man solle aufhören, wenn es am schönsten ist, gingen die Musiker von der Bühne und mischten sich unters Volk. Schließlich hatten sie die Silvesternacht längst nicht so ausgiebig gefeiert, wie sie das ohne Konzert machen würden.

Die musikalische Vorbereitung begann direkt im Anschluss an das erfolgreiche Wunschkonzert und das anschließende Städtlefest im Sommer, wie der Vorsitzende Julian Mäntele in seinen Begrüßungsworten verlauten ließ. Ansagerin Gudrun Schirmer übermittelte dem Publikum neben Informationen über das musikalische Programm auch das Wohlgefühl, das sich beim Stühlinger Neujahrskonzert einstellt durch ihre charmante Art.

Mit dem Persischen Marsch, gewidmet dem damaligen Schah im Jahr 1864 von Johann Strauß (Sohn), bearbeitet von Gerhard Baumann, eröffneten die 36 Musiker ihr Neujahrskonzert, bevor mit der Uraufführung der „Little Village Rhapsody“, der zweiten Komposition des Dirigenten Tim Barth in seinem dritten Jahr bei der Stadtmusik, der erste Höhepunkt des Abends dargeboten wurde.

Eingeschlossen in zwei rockige Abschnitte voller Synkopen gab es zwei ruhige Mittelteile mit bezaubernden Melodien. Diese betteten einen Polka-Part im Alla-breve-Takt ein, bei dem das kleine Holz voll in den Genuss der ländlich gehaltenen Läufe kam. Auch in den ausgedehnten Überleitungen, teilweise mit Fanfaren und die Melodieführung unüblich auch mal im großen Blech, unterbrochen von Glockenschlägen, wurden sämtliche Bläser in den Vordergrund gestellt. Fazit: Ein Stück, das gerne immer wieder gehört wird.

Dass die ersten Jubler des Abends das Stück ausdrücklich lobten, ist selbstverständlich. Direkt anschließend gab es bereits den nächsten lange erwarteten Höhepunkt des Abends: Der Vorsitzende Julian Mäntele führte in „Großvaters Uhr“ von Georg Doughty/Hans Eibl als Solist auf dem Bariton einen geübten Ansatz und Fingerfertigkeit vor, die bei der kleinen Zugabe noch schneller und flotter daherkamen. Das Solowerk hatten Marianne Würth und ihr Dekoteam thematisch gelungen im Saal dargestellt, bis hin zur kreisförmigen Bar.

Der Vorsitzende Julian Mäntele brillierte mit dem Solopart zu „Großvaters Uhr“ von Georg Dougthy/Hans Eibl.
Der Vorsitzende Julian Mäntele brillierte mit dem Solopart zu „Großvaters Uhr“ von Georg Dougthy/Hans Eibl. | Bild: Yvonne Würth

Nach der „Reise um die Welt in 80 Tagen“ von Otto M. Schwarz mit der Lautmalerei von Elefanten, China, New York und (fast) echten Indianern wurden drei der Musiker der Stadtmusik für 15 aktive Jahre geehrt: Johannes Schirmer, Julian Budde und Urs Pflanzl erhielten statt des Ehrungsmarsch den Hit „Hawaii-Five-O“ gespielt. Roland Heigl wurde aus der Reihe der Passivmitglieder als Gewinner des Ständchens gezogen, für Daniela Schlatter und Friedbert Pabst gab es Trostpreis-Wein. Das Leistungsabzeichen in Silber erlangte Philip Sadrina, Bronze erwarben seine Schwester Lena Sadrina sowie Laura Armbruster.

Der zweite Konzertteil war gespickt mit kleinen Soli. Das Saxophonregister startete mit Stefan Schwalgins Medley „Sax, Wind & Funk“ mit Marianne Würth, Silke Armbruster, Manfred Schey, Sylvia Schupp und Jürgen Friedrich. In den „Frank Sinatra Classics“ waren es Annika Budde und Marianne Würth, bei „Sky High“ Silke Armbruster, Claudia Pabst und Gerald Hilpert, bei „Gabriellas Song“ Julian Budde.